Tag 7 – Auf und nieder, immer wieder…

Der starke Passatwind von gestern hat immer weiter abgeflaut, bis am Abend nur noch 3-4 Beaufort übrig blieben. Die Wellen waren aber natürlich noch da, teilweise sehr konfus, mal kam eine von Süden, mal von Norden, die meisten von Osten oder auch Nordosten, nur von Westen haben wir zum Glück noch keine anrollen sehen. Durch die sich den ganzen Tag über verändernden Wetterverhältnisse, war das Segeln heute ein Full-Time-Job. Angefangen haben wir nur mit dem Großsegel im 2.Reff, das stand noch von gestern. Dann haben wir die gereffte Genua dazugesetzt, die wir alsbald ausrefften. Als der Wind weiter nachließ, setzten wir das Groß ins erste Reff. Das klappte aber nicht sonderlich gut, denn wenn wir eine Welle absurften, waren wir so schnell, dass die Genua einfiel und schlug. Also haben wir unseren Spibaum gesetzt, um das Vorsegel ruhig zu stellen. Natürlich nahm der Wind noch weiter ab, so dass nun auch das Groß anfing zu schlagen. Ich bastelte daher etwa eine Stunde lang an einer Konstruktion (für Segler: ich habe einen improvisierten Baumniederholer über die Achterklampe geführt, um den Baum möglichst weit unten und außen zu fixieren), die dann auch prima funktionierte – etwa 5 Minuten lang. Der Wind war mal wieder weniger geworden, so daß wir beschlossen, das Groß ganz zu bergen :-). Eigentlich hätten wir nun gerne unseren Spi gesetzt, aber inzwischen war es Abend geworden und wir maßen in Böen immer noch knapp 20 Knoten Wind, so dass uns dies doch zu mutig erschien. Also gut, dachten wir, dann lassen wir eben nur die ausgebaumte Genua stehen, schalten Wind- und Radaralarme ein und gehen einfach schlafen! Aber auch das war nur ein kurzer Spaß, denn immer wieder gingen irgendwelche Alarme los und sogar ein Schiff kam vorbei, das hatten wir schon seit ein paar Tagen nicht mehr! Um 4 Uhr in der Früh, nachdem ich unzählige Male aus dem Bett ins Cockpit oder zum Navigationstisch geschlurft war, um nachzuschauen, welcher Alarm diesmal losgegangen war, übernahm Andrea eine Wache, so dass ich endlich 4 Stunden durchschlafen konnte. Eigentlich hatte uns ja die Segelei genügend auf Trab gehalten, aber leider hatten wir zusätzlich noch Ärger mit unserer Ausrüstung: als wir einen der Motoren einschalteten, um unsere Batterien mal wieder so richtig voll zu laden, kam das Schiff plötzlich gewaltig vom Kurs ab. Zuerst dachte ich, ich hätte vergessen auszukuppeln, dann dachte ich, die Kupplung wäre defekt. Aber nein, nichts von alledem war der Fall. Nach einigem Überlegen und Probieren hatten wir herausgefunden, dass sich der Kurs, den der Autopilot vom Fluxgate-Kompass (der heißt wirklich so :-)) bekommt, abhängig von der Motordrehzahl ändert! Ein tolles neues Feature: ich kann das Boot mit dem Gashebel des ausgekuppelten Motors steuern! Zum Glück hat uns Michel vorgewarnt, dass das ab und an passieren könnte und eigens für diesen Zweck einen Supermagneten an Bord, mit dem man dem Fluxgate-Kompass eine Gehirnwäsche verpassen kann :-). Danach ging es dem Patienten schon wieder viel besser, die Abweichung beträgt nun zwischen Standgas und Vollgas nur noch zwei oder drei Grad. Muß ich mal danach schauen, wenn wir in der Karibik angekommen sind…

Auf dem Speiseplan standen übrigens Gnocchi mit einer sehr leckeren Paprikasoße, die Andrea selbst gemacht hat. Leider haben wir es immer noch nicht geschafft, unsere Angel zu aktivieren. Wir versprechen aber, dass wir das heute tun werden, so dass wir vielleicht morgen schon über unseren Fang berichten können :-).

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