Coole Fotos vom Kiten

Heute haben wir endlich mal wieder Internet, denn wir sind wieder in Falmouth in der Mad Mongoose Bar. Da unsere Cruising Permit auf Antigua nur für 4 Wochen gilt und somit am 26. Februar ausläuft, sind wir übers Wochenende nach English Harbour bzw. Falmouth Harbour zurückgekehrt, um diese zu erneuern. Hier mussten wir auch dringend unsere Vorräte wieder aufstocken, denn ursprünglich hatten wir geplant, nur ein paar Tage in der etwas abgelegenen Nonsuch Bay zu bleiben und nun wurden fast zwei Wochen daraus. Ich komme mir vor, wie nach der Atlantik-Überquerung, denn wir hatten nur noch eine Orange, zwei Tomaten, zwei Paprika und zwei Kartoffeln. Aber natürlich hätten wir nicht hungern müssen, denn Dosenfutter ist noch mehr als genug vorhanden 😉

Nun können wir Euch auch endlich noch die Schnorchel- und Kite-Fotos aus der Nonsuch Bay nachliefern. Alleine die Bucht ist schon der absolute Hammer. Riesengroß mit türkisfarbenem Wasser und vielen Riffs zum Schnorcheln. Aber absolut ideal ist es hier tatsächlich zum Kiten. Da die Bucht so riesig ist und der Wind über ein großes Riff vom Meer her weht, sind es die perfekten Konditionen für Anfänger. Wir haben jede Menge Platz zum Üben und sollte irgendetwas schiefgehen, würden wir und auch unser Kite aufs Land getrieben und nicht aufs offene Meer.

Gestern hatten wir wieder eine Unterrichtsstunde und da hat es bei Kai „Klick“ gemacht. Urplötzlich klappte alles wunderbar. Er legte einen grandiosen Start hin, ließ den Kite arbeiten, lehnte sich nach hinten und fuhr einfach so mehrere hundert Meter übers Wasser. Am Ende schaffte er es sogar zu kanten und ein ganzes Stück Upwind zu fahren. Das war unglaublich und auch für ihn war es ein Wahnsinnsgefühl. Als wir ihn wieder mit dem Dingi einsammelten, jauchzte er und strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

Bei mir klappte es zwar leider noch nicht ganz so gut, aber immerhin funktionieren nun die Wasserstarts nach rechts ziemlich zuverlässig und auch ich konnte mich ein paar Mal für einige Zeit auf dem Board halten. Obwohl ich sicherlich um einiges langsamer unterwegs war als Kai, empfand ich es dennoch als sehr schnell. Chris hat uns erzählt, dass der Weltrekord beim Kiten bei über 50 Knoten liegt (also bei ca. 90 km/h)!

Wir sind so froh, dass wir endlich einen tollen Sport gefunden haben, den wir hier vom Boot ausüben können, denn unser Volleyballtraining hat uns beiden sehr gefehlt. Doch dafür benötigen wir natürlich das entsprechende Equipment. Chris und Susie von der Kite-Schule verkaufen auch gebrauchtes Equipment und haben uns bereits ein Angebot für ein Board, zwei Schirme und ein Trapez gemacht. Zusammen mit den Kursen gibt das natürlich ein ganz schönes Sümmchen, aber nachdem wir nun so unglaublich viel Arbeit und Geld in unser Boot gesteckt haben, sind wir der Meinung, dass wir uns nun auch etwas Spaß und Erholung verdient haben.

Da uns auch das Bloggen immer einiges an Geld (auf dem Atlantik und hier in der Nonsuch Bay mussten wir die Blogs z.B. über unser Satellitentelefon schicken) und auch Zeit kostet (je nach Internetverbindung brauchen wir für einen Beitrag zwischen 2-4 Stunden), haben wir gedacht, wir könnten Euch ja um etwas Unterstützung bitten. Deshalb haben wir einen „Donate-Button“ eingerichtet mit dem Ihr uns etwas spenden könnt. Da wir mittlerweile schon sehr viele Abonnenten haben, würden selbst Kleinstbeträge von ein paar Euro uns schon riesig helfen 😉

Kai beim Schnorcheln Hirnkoralle1 kleine Fische Tarnfisch Feuerfisch schwarz gelber Fisch Korallen Papageifisch Tintenfische unser Boot Nonsuch Bay Kiter Nonsuch Bay Kiter Nonsuch Bay2 Kiter Nonsuch Bay1 kleiner Kite am Strand großer Kite am Strand Instruktionen Gabriel erste Versuche mit dem Bord Kai erste Versuche Andrea Kai fährt zum ersten Mal Kai geht ab

 

Wir sind infiziert!

Kitesurfen ist ja so genial! Leider konnten wir am Wochenende keine Stunden nehmen, weil schon alles ausgebucht war, aber am Montag sollte es weitergehen. Doch dummerweise machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es hatte so gut wie keinen Wind und somit ließen wir es auch auf Anraten unseres Instructors lieber bleiben. Doch dummerweise sollten wir am Dienstag auch nicht viel mehr Glück mit dem Wetter haben. Es zog eine Squall nach der anderen durch. Die Profis freuten sich über den Wind, den die Squalls mitbrachten, wir eilten jedoch schnell aus dem Wasser und schauten mit großen Augen zu, wie die Profis durch die Luft sprangen. Nach einer Stunde gaben wir letzendlich auf, fuhren zurück zu unserem Boot und machten uns erst einmal eine Kanne Tee, weil wir völlig durchgefroren waren.

Gestern ging es dann aber endlich weiter. Wobei, so richtig weiter ging es eigentlich nur bei Kai, denn ich trat im wahrsten Sinne des Wortes eher auf der Stelle. Während Kai zu beiden Seiten perfekte Starts hinlegte und sich sogar ein ganzes Stück auf dem Brett hielt, klappte bei mir so gut wie nichts. Kaum hatte ich den Po aus dem Wasser, als ich auch schon wieder mitsamt dem Board unterging. Manchmal machte ich auch einen auf Superman und flog ohne Board ein paar Meter durch die Gegend. Das macht zwar auch Spaß, ist aber nicht unbedingt das, was man Kitesurfen nennt. Also nahmen wir heute gleich unsere nächaten Stunden und ich ließ Kai den Vortritt, so dass ich mir nochmal anschauen konnte, wie es eigentlich aussehen soll. Kai legte souveräne Starts hin und hielt sich auch immer länger und besser auf dem Board. So sauste er ein paar Mal ein paar hundert Meter Downwind, nur wenn es ihm zu schnell wurde, verlor er immer die Kontrolle und fuhr wie ein Betrunkener Schlangenlinien, bevor es ihn vom Board pflückte 😉 Aber immerhin, er konnte sich eine ganze Weile auf dem Board halten und es machte ihm riesig Spaß.

Und dann kam ich an die Reihe. Nachdem bei mir am Vortag so gar nichts funktioniert hatte, hoffte ich sehr, dass es heute besser wird. Und glücklicherweise war es auch so. Nach ein paar misslungenen Starts, klappte es urplötzlich und auch ich hielt mich ein ganzes Stückchen auf dem Board. Anscheinend machte ich dabei nicht unbedingt die beste Figur, aber egal Hauptsache ich stand mal drauf und flog den Kite. Selbst als ich mir das Board an den Unterschenkel knallte und ich einen riesigen Abflug machte, grinste ich über beide Ohren, als mein Kopf wieder aus dem Wasser kam. Wir sind infiziert mit dem Kite-Virus und müssen gleich unsere nächsten Stunden buchen!

Kite-Surfen in der Nonsuch Bay

Nachdem wir uns fast zwei Wochen von der Einsamkeit auf dem Atlantik erholt hatten, war uns der Trubel in English Harbour schon wieder zuviel geworden. Daher hieß es am Samstag „Anker auf“ und „Hisst die Segel“. Letzteres ließen wir dann aber doch sein, denn unser nächstes Ziel war die Nonsuch Bay und laut unserem Revierführer würde es „a brisk 9-mile beat to windward“ werden. Und das war es auch: wir motorten fast 3 Stunden lang gegen 20 Knoten Wind und 2 1/2 Meter Welle an, bis wir endlich in diese traumhaft schöne Bucht gelangten. Sie ist nach Osten hin nur durch ein Riff geschützt, so dass man freie Sicht auf den atlantischen Ozean mit seinen großen Wellen hat, die auf dem Riff aber brechen, ihre Kraft und Höhe dadurch verlieren und somit nurmehr als Wasserkräuselungen in die riesige Bucht einlaufen. Aufgrund des geringen Tiefgangs unseres Katamarans konnten wir fast bis an das Riff heranfahren und dann unseren Anker in das türkisfarbene, kristallklare Wasser werfen, wo er sich in nur etwas mehr als 2 Meter Tiefe wunderschön in den butterweichen Sand eingrub. Den restlichen Samstag ruhten wir uns aus und lauschten dem nicht allzu weit entfernten Rauschen des Atlantiks, das ab und zu von einem regelrechten Donnern übertönt wird, sobald eine größere Welle gegen die Felsen von Green Island schlägt, das die Bucht nach Süden hin abschließt. Diese Insel ist im Privatbesitz eines hier ansässigen exklusiven Hotels (Mill Reef Club) und ist komplett unbewohnt. Zumindest, was den homo sapiens betrifft, denn es gibt hier viele Vögel und leider auch Ratten, die durch ihre Vorliebe für rohes Ei die Bestände von letzteren in den vergangenen Jahren wohl stark dezimiert haben. Trotzdem konnten wir schon Tropikvögel, Fregattvögel und ein paar Papageien im Flug und auf Beutejagd beobachten. Dabei veranstalten die Fregattvögel die größte Show, denn sie fischen nicht selbst (sie sind aufgrund ihrer kurzen Beine nicht wasserstartfähig), sondern versuchen beispielsweise den Tropikvögeln in einem spektakulären Luftkampf deren Beute abzujagen! Auch unter Wasser ist hier einiges los, wie wir am Sonntag und Montag bei zwei ausgedehnten Schnorcheltouren feststellten. Zwar gibt es hier vor allem kleine Fische, aber diese sind dafür um so bunter und zahlreicher. Auch deren Lebensraum, das Korallenriff, ist eine Augenweide. Vor allem von der in der Karibik sehr verbreiteten Hirnkoralle haben wir einige große, fast perfekt kugelrund geformte Exemplare entdeckt. Man könnte dem Treiben der Fische vor diesem wunderschönen Hintergrund ewig zuschauen, wenn einem nicht trotz des 27°C warmen Wassers irgendwann etwas kühl werden würde :-).
Aber nicht nur in der Luft und unter Wasser, auch auf dem Wasser gibt es hier viel coole Action: die Nonsuch Bay ist ein idealer Kite-Surfing-Spot, denn sie ist groß, gut vor Wellen, aber überhaupt nicht vor dem Wind geschützt, der immer mit vier bis fünf Windstärken in die Bucht hinein bläst. Drei Tage lang schauten wir zu, wie die Surfer vom nur etwa 200 Meter von unserem Boot entfernten Sandstrand starteten und hin und wieder dicht an uns vorbeizischten. Bald bemerkten wir auch, dass es hier wohl eine Kite-Schule geben mußte, denn immer wieder beobachteten wir Jungs in gut motorisierten Dingis, die havarierten Surfern schnell zu Hilfe kamen. Seit uns mein ehemaliger Kollege Jens vom Kite-Surfen vorgeschwärmt hatte, waren wir von der Idee, sich an einem Drachen durchs Wasser ziehen zu lassen, begeistert. Also winkten wir einem der Jungs im Dingi und er kam zu uns ans Boot. Nach meiner Begrüßung auf Englisch meinte Chris, wir könnten auch ruhig deutsch reden, denn wie sich schnell herausstellte, war er vor 7 Jahren von unserer Heimat hierher ausgewandert, um mit seinem italienischen Freund eine Kitesurfing-Schule aufzuziehen. Wir vereinbarten sofort eine erste Trainingseinheit für den nächsten Tag und freuten uns riesig darauf. Heute morgen um 10:30 Uhr war es dann endlich soweit: unser Lehrer holte uns mit seinem Dingi direkt von der Silence ab und wir fuhren erstmal an den Strand. Dort angekommen ließen wir einen kleinen Babykite mit etwa 2 Metern Spannweite steigen und übten, wie man so einen Drachen startet, steuert und landet. Nach einiger Zeit hatten wir dieses kleine Ungeheuer, dass in unseren ungeübten Händen teilweise ungeahnte Kräfte freisetzte, soweit im Griff und unser Lehrer meinte, wir seien nun bereit für größere Taten. Wie in jeder seriösen Sportart geht die Sicherheit allerdings vor, so dass er uns zuerst noch eine entsprechende Einweisung gab, die sich beim Kitesurfen vor allem darum dreht, wie man im Notfall die Verbindung zwischen Mensch und Kite stufenweise trennt. Danach entrollte er den großen Kite und wir bekamen einen ordentlichen Schreck: die Teile sind ja riesig! An 25 Meter (!) langen Leinen gefahren, sahen die Drachen immer so süß aus, wenn wir sie von unserem Boot aus beobachteten. Jetzt, wo er direkt vor uns im Sand lag, und vor allem nachdem wir den Babykite schon als bissiges Ungeheuer erlebt hatten, kam uns dieser hier wie ein unzähmbares Monster vor! Aber wir hatten ja einen guten Lehrer, oder? Mit einem etwas lauen Gefühl im Magen stiegen wir mit ihm ins Dingi, das er nach kurzer Fahrt inmitten der Bucht an einer Boje festmachte. Dann war es soweit: wir klinkten das Monster in unser Gurtzeug ein und lernten, wie man es dazu überredet von der Wasseroberfläche in den Himmel zu steigen, ohne dass es einen wie eine geerntete Karotte aus dem Dingi rupft. Nach dieser Lektion, bei der wir natürlich Schwimmwesten und Helme trugen :-), ging es endlich ins Wasser, allerdings noch ohne Board: Andrea hängte sich mit ihrem Gurtzeug so bei mir ein, dass sie genau hinter mir war und mich festhalten konnte (oder vielleicht eher sich festhalten konnte ;-)). Ich sollte mich auf den Bauch drehen, den Kite starten und versuchen, uns damit beide durchs Wasser zu ziehen (aka Belly-Surfing :-)). Nach einigen Fehlversuchen, die hauptsächlich deshalb scheiterten, weil ich das Biest nur wenige Sekunden in der Luft halten konnte, hatten wir zum Abschluss noch einen richtig geilen Run: wir nahmen mächtig Speed auf und es zerrte uns dermaßen durchs Wasser, dass Andrea sich fast nicht mehr festhalten konnte. Wow, war das genial! Schade nur, dass unser Training damit für den heutigen Tag beendet war, denn das hat echt Lust auf mehr gemacht! Zum Glück war die nächste Doppelstunde nur ein Anruf im Office entfernt: morgen früh, wieder um 10:30 Uhr geht es weiter!

P.S.: leider haben wir hier kein Wifi und bloggen wieder mal über unser Iridium-Satellitentelefon. Daher gibt’s diesmal leider keine Bilder, aber wir werden natürlich sobald wie möglich einige Highlights nachreichen!