Barbuda: ein Vorgeschmack auf die Südsee

Kaum zu glauben, aber wir haben es endlich geschafft, uns von Antigua loszureißen. Nach wochenlangem intensiven kiten, hat Kai seine Technik auf dem Surfboard perfektioniert und konnte am Ende sogar die Richtung wechseln (für Fachleute: entweder zuerst gybe und dann toeside fahren oder zuerst switch und dann einen gybe). Und bei mir wurden die Sprünge auf dem Twintip von Tag zu Tag höher. Mein höchster Sprung lag dann ca. bei 4 Metern; das war ein Wahnsinnsgefühl.

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Während der Tage, an denen wir mangels Wind nicht kiten konnten, führten wir mal wieder einige Reparaturen bzw. Verbesserungen am Boot durch. So haben wir nun endlich einen Sonnenschutz für die Steuerbordseite genäht und unsere Sprayhood verlängert.  Außerdem haben wir alle Winschen gereinigt und geölt und Kai hat ein paar Dynemaleinen gespleißt. Unser Dingi bekam einen neuen Unterbodenschutz aus Epoxy-Farbe und Kai reparierte am gleichen Tag zum zweiten Mal unseren kleinen Kite (glücklicherweise scheint die Reparatur dieses Mal länger zu halten). Aber natürlich gingen nicht nur solche Kleinigkeiten kaputt. Nein, unsere Silence bleibt ihren Gewohnheiten treu und lässt sich ca. einmal pro Monat eine etwas größere Anschaffung einfallen. Im Januar ging ein Teil unseres Backofens kaputt, so dass wir nun unbedingt einen neuen kaufen müssen, im Februar gab unsere Starterbatterie den Geist auf und im März wollte unsere Wasserpumpe dann nicht mehr. Die Wasserpumpe ist bereits durch eine neue ersetzt und die anderen beiden Neuanschaffungen werden wir dann in St. Maarten tätigen. Also wenn ich hier auf dem Boot eines gelernt habe, dann ist es Gelassenheit. Noch vor einem Jahr schossen mir immer die Tränen in die Augen, wenn wieder eine teure Reparatur oder Neuanschaffung anstand; mittlerweile gibt es da von mir nur noch ein Schulterzucken. Das gehört einfach zum Bordalltag und man kann’s ja nicht ändern.

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Nachdem dann der Wind vergangenen Montag wieder nachließ, packten wir die Gelegenheit beim Schopf, verabschiedeten uns von Lise & Johan und segelten nach Barbuda.

Nach 6 Stunden schönem Segeln kamen wir am frühen Nachmittag am Südzipfel der Insel an und trauten unseren Augen kaum: so weit man blicken kann türkisfarbenes Wasser, durchzogen mit ein paar kleinen Korallenriffen. Es ist einfach nur traumhaft schön.

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Und auf dieser tollen Insel durfte ich dann am nächsten Tag meinen Geburtstag feiern. Mittags gingen wir etwas schnorcheln und sahen dabei nicht nur ein paar schöne Fische und Langusten, sondern auch einen Stachelrochen und mehrere Adlerrochen. Unglaublich, wie majestätisch diese durchs Wasser schwimmen. Wir hätten ihnen stundenlang zuschauen können.

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Abends gab es dann eine kleine Geburtstagsparty am Strand. Wir machten zusammen mit unseren deutschen Seglerfreunden Netti, Holger, Oskar und Willi ein Lagerfeuer am Strand und hatten ein leckeres Barbecue. Und was man sonst immer nur in lustigen Hollywood-Filmen sieht, gibt es hier in Barbuda auch: nämlich einen Partycrasher. Einer der Locals lebt in einer kleinen Hütte am Strand und lädt sich anscheinend immer gerne zu solchen Feiern ein, wo er etwas Essen und Trinken abstaubt (das hat er uns auch ganz stolz so berichtet). Da kam ihm unsere kleine Party natürlich sehr gelegen. Ja, so lässt es sich hier anscheinend auch ganz gut leben 😉

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Nach einem nicht sehr erfolgreichen Kiteversuch am Mittwoch (mal wieder zu wenig Wind) haben wir am Donnerstag einen kleinen Spaziergang über die Insel gemacht. Jeder hatte uns berichtet, dass es auf Barbuda noch wilde Esel und Pferde gibt, aber bisher hatten wir überall nur deren Hinterlassenschaften gefunden. Und bei unserer Erkundung der Ostküste sahen wir sie dann endlich. Ich hätte nie gedacht, dass wild lebende Esel und Pferde so gepflegt aussehen können. Barbuda hat schon einiges zu bieten.

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Nachmittags ging Kai noch in den Mast hoch, weil unser Windrädchen sich nicht mehr richtig drehte. Glücklicherweise lechzte es einfach nur nach einem Tropfen Öl und danach lief es wieder wie geschmiert. Aber die „Reparatur“ hatte auch etwas Gutes: Kai hat ein paar wunderschöne Fotos von unserer Ankerbucht gemacht. Sagt selbst: ist das nicht traumhaft hier?

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