Au revoir Martinique

Seit meinem letzten Bericht ist einige Zeit vergangen und wir haben ganz schön viel erlebt.

Zuerst bekamen wir kurz nach Weihnachten Besuch von unserem Freund Andreas. Er wollte uns ursprünglich in Antigua besuchen kommen, doch da wir ja viel länger als erwartet in Martinique fest hingen, kam er dann dorthin.

Er hatte für einige Tage ein Auto gemietet und so konnten wir fast ganz Martinique erkunden und haben nun wohl mehr von dieser Insel gesehen als manch ein Einheimischer 🙂

So besuchten wir zwei verschiedene Rumdestillerien, von denen eine in einem wunderschönen grünen Tal im abgeschiedenen Norden der Insel lag. Wir schlenderten durch St. Pierre, fuhren zu einem Aussichtspunkt auf dem Mont Pelé (dem höchsten Berg der Insel), wanderten zu einem schönen Kap an der Ostküste, spazierten über einen Steg auf einem Salzwassersee, wanderten etwas an den schroffen Klippen der Südküste entlang, erkundeten den Canal de Beauregard, u.v.m.

Nachdem wir den Mietwagen in St. Anne zurück gegeben hatten, ging es per Schiff weiter. Zuerst segelten wir in die Anse Chaudière, von wo aus wir einen Ausflug mit dem Dingi nach Anse d’Arlet machten. Hier waren wir bereits im vergangenen Jahr einmal gewesen und da uns das kleine Örtchen so gut gefallen hatte, wollten wir auch Andreas eines der bekanntesten Fotomotive von Martinique, nämlich die kleine malerische Kirche direkt am Meer, zeigen.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Fort-de-France, der Hauptstadt der Insel, durch die wir Nachmittags einen gemütlichen Spaziergang machten.

Und dann war die Woche Urlaub auch schon wieder vorbei und wir nahmen am 5.1. Abschied von Andreas und starteten unseren „Gewaltmarsch“ nach Norden.

Noch am gleichen Tag motorten wir nach St. Pierre (im Norden von Martinique), von wo aus es am nächsten Tag bei Sonnenaufgang um 6:30 Uhr weiter ging nach Dominica.

Dies war ein ziemlich harter Trip, denn anstatt der angekündigten 15-20 Knoten Wind und rund 2m Welle, hatten wir die ganze Zeit zwischen 26-32 (!) Knoten Wind und ca. 2,5m Welle. Das war kein wirklich schöner Törn und wir waren heilfroh als wir nach 9 Stunden in der Prince Rupert Bay in Dominica ankamen. Dann brauchten wir noch kurz, bis wir zwischen all den Bojen ein Plätzchen zum Ankern fanden, machten Abendessen und fielen danach todmüde ins Bett.

Und gleich am nächsten Morgen ging es wieder bei Sonnenaufgang weiter nach Guadeloupe. Und auch dieser Törn sollte nicht angenehmer werden. Dieses Mal hatten wir etwas weniger Segel gesetzt als am Vortag, weil der Wetterbericht erneut 15-20 Knoten meldete, wir der Sache jedoch nicht trauten. Es herrschten an diesem Tag dann 25 Knoten und wir hätten natürlich mehr Segel setzen können, doch da wir eine sehr kabbelige See mit ca. 3m Wellen hatten, die teilweise aus allen Richtungen kamen, beließen wir es bei der Besegelung. Einmal klatschte eine Welle dermaßen von der Seite an unsere Silence, dass nicht nur unser gesamtes Cockpit, sondern auch wir am Steuerstand „überflutet“ wurden. Das hatten wir noch nie zuvor erlebt! Völlig fertig kamen wir am späten Nachmittag in Deshaies an und fuhren genau zeitgleich mit einer riesigen Squall, die uns über 30 Knoten Wind und heftigen Regen bescherte, in die Bucht ein. Das war der passende Abschluss für diesen Tagestörn!

Doch glücklicherweise hatten wir für den nächsten Tag nur noch 42 Meilen nach Antigua zurückzulegen. Das Wetter war ähnlich wie am Vortag und erneut schwappte uns einmal eine Welle ins Cockpit. Doch dieses Mal nahmen wir das etwas gelassen hin, denn wir konnten Antigua schon am Horizont erkennen und wussten, dass wir nun bald „zu Hause“ sein würden.

Ja, und die Ankunft in Antigua fühlte sich tatsächlich so an, als ob wir zurück nach Hause kommen. Nach dem Einklarieren am nächsten Tag, bewältigten wir dann noch kurz die 10 Seemeilen gegen den Wind in unsere geliebte Nonsuch Bay und wurden dort bereits von unseren Freunden erwartet. Lise & Johan hatten mit ihrem Dingi eigens „unsere Boje“ reserviert und halfen uns auch gleich noch beim Festmachen. Welch ein Service! Kurz danach kam auch schon unser französischer Freund JC vorbei und hieß uns willkommen. Wir hatten uns alle mehr als 7 Monate nicht gesehen und es gab viel zu berichten.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie toll das ist, wenn man an einen Ort kommt, wo einem bereits Freunde erwarten und man viele Leute kennt und freudig begrüßt wird. Für uns, die wir ja See-Nomaden und damit nirgendwo richtig zu Hause sind, ist das ein ganz unglaubliches Gefühl!

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