Neuer Wassermacher: Drama in drei Akten

Da unser Wassermacher mittlerweile mehr als 12 Jahre auf dem Buckel hatte und uns ja schon des öfteren Probleme bereitete, wurde es langsam Zeit einen neuen zu kaufen.
Zwar lief der alte momentan wieder einwandfrei (nachdem ihn Kai in Curacao mehrfach zerlegt und repariert hatte), doch erzeugte er mittlerweile nur noch ca. 22l pro Stunde (ursprünglich waren es mal 30l/Stunde) und wir lebten in ständiger Sorge, dass er vielleicht bald mal wieder den Geist aufgibt.

Somit begann unser Projekt Wassermacher im Januar diesen Jahres. Zuerst recherchierte Kai, was es am Markt so alles zu kaufen gibt und da fiel uns die Kinnlade runter. Ein neuer Wassermacher, der ca. 50l die Stunde erzeugt, kostet um die €5.300,-!

Das fanden wir wahnsinnig teuer und so führte Kai einige Gespräche mit unserem Freund Johan, der seinen Wassermacher selbst gebaut hat und beschloss daraufhin, ebenfalls einen zu konstruieren und zusammenzubauen.

Phase 1 des Projekts war einen Entwurf mit einer genauen Zeichnung und einer Stückliste anzufertigen. Hierzu las Kai das Handbuch des Membranherstellers für den Bau von industriellen Entsalzungsanlagen, um sich das nötige Fachwissen anzueignen. Und dann ging es los. Die Zeichnungen nahmen immer konkretere Formen an und schließlich stand (mit Hilfe von Johan) auch die Stückliste fest. Hier musste Kai wirklich sehr genau arbeiten, denn es war extrem wichtig, dass er keine Teile vergaß, da wir alles in den USA bestellen mussten. Vor Ort ist hier so gut wie gar nichts zu bekommen.

Phase 2 bestand dann aus der Bestellung und Lieferung der Teile nach Antigua. Hierzu benötigten wir einen Consolidator (eine Firma, die alle von uns bestellten Waren sammelt und dann auf ein Schiff packt) und eine Frachtfirma (die eben dieses Schiff betreibt). Glücklicherweise operiert die amerikanische Firma Tropical auch hier in Antigua und bietet beide Dienste in einem an. Unglücklicherweise arbeitet Tropical normalerweise eher mit Groß- und somit auch Mehrfachkunden zusammen und wir mussten ihnen alle für uns notwendigen Informationen quasi aus der Nase ziehen. Wir hatten Fragen über Fragen, weil dies ja für uns alles Neuland war und wir merkten jeweils an den Antworten, dass die Dame bei Tropical uns für ziemlich nervig und wohl auch etwas bescheuert hielt. Z.B. fragten wir an, ob die Waren an die Adresse in Miami geschickt werden sollten, die auf einem der Formulare irgendwo unten in der Ecke stand. Weiterhin fragten wir, falls dies die richtige Adresse sei, ob wir dann eine Auftragsnummer oder unseren Namen oder unseren Bootsnamen oder sonst irgendeine Angabe hinzufügen müssten.

Unsere e-mail wurde mit folgendem Text beantwortet: „Yes Mam!“ Hm, wie war das zu interpretieren? Wir nahmen an, dass es so zu verstehen war, dass wir die Waren einfach ohne Zusatz von Namen oder ähnlichem an die angegebene Adresse senden.

Hierzu mussten wir ein Auftragsformular ausfüllen, das die Zulieferer und die Anzahl der Päckchen aufführte. Also recherchierte Kai im Internet, wo wir die ganzen Teile bestellen könnten. Um die Kosten und auch den Aufwand für Tropical so gering wie möglich zu halten, sollten dies so wenig Zulieferer wie möglich sein. Am Ende waren wir dann bei acht Unternehmen fündig geworden und während ich das Formular für Tropical ausfüllte, bestellte Kai die ganzen Waren.


Auf den Internetseiten der Unternehmen waren alle Teile verfügbar und innerhalb von einem Tag war alles bestellt. Wir waren selig, der zweite Teil unseres Projekts war also am Laufen. Doch das wäre ja alles ein bisschen zu einfach gewesen. So schrieb uns dann auch einen Tag später ein Unternehmen, dass es ihm leider nicht möglich ist Waren an Kunden außerhalb der USA zu versenden. Somit mussten wir diesen Zulieferer streichen und Kai musste nochmals neu recherchieren. Schließlich fand er das Teil bei einem der anderen Zulieferer und bestellte es dort. Aber so leicht sollte es uns ja nun wirklich nicht gemacht werden, denn dieses Unternehmen antwortete uns, dass sie das Teil leider nicht verfügbar hätten (obwohl man es auf der Internetseite in den Warenkorb legen und bestellen konnte) und es ca. 6 Wochen Lieferzeit hätte.

Nun hatte Tropical jedoch eine Klausel, dass die Pakete höchstens zwei Wochen kostenlos gelagert werden und danach würde eine Gebühr von ca. US$30,- per Woche anfallen. Da die anderen Pakete mittlerweile bereits unterwegs waren, wollten wir auf keinen Fall sechs Wochen auf dieses eine Teil (einen Manometer) warten. Also ging es ein paar Mal hin und her, bis wir schließlich herausfanden, welche Manometer auf Lager waren. Von den 60 Stück, die auf der Internetseite aufgeführt wurden, war das genau einer, der für uns einigermaßen akzeptabel war und so bestellten wir halt diesen.

Mittlerweile kamen die ersten Päckchen bei Tropical an und wir bekamen eine e-mail von einer Mitarbeiterin in Miami, die sich beschwerte, dass auf den Paketen nirgends unser Name angegeben sei und sie erst einmal herausfinden musste für wen die Pakete bestimmt seien. Aber sie hätte es jetzt ja herausgefunden und die Pakete würden auf das nächste Schiff verladen. Das verwunderte uns etwas, da nach unseren Sendungsverfolgungen noch gar nicht alle Pakete angekommen waren. Auf unsere Nachfrage hin, erfuhren wir dann, dass die Dame in USA keinen Schimmer hatte, wie viele Pakete unser Auftrag beinhaltete, weil ihr das von uns ausgefüllte Formular (das wir an ihre Kollegin in Antigua geschickte hatten) überhaupt nicht vorlag. Warum genau hatten wir das dann ausgefüllt und noch dazu von allen Bestellungen eine Kopie an Tropical geschickt???

Somit sendeten wir ihr dann auch nochmal alle Unterlagen zu und erhielten eine ziemlich große Rüge, weil auf den anderen mittlerweile eintrudelnden Paketen natürlich auch nirgends unser Name war. Na super, jetzt waren wir also die Dummen, dabei hatten wir ja genau diese Frage an die Mitarbeiterin in Antigua gestellt und nur eine doofe Antwort erhalten. War ja klar!

Irgendwann waren dann fast alle Pakete bei Tropical angekommen, nur die größte und auch teuerste Bestellung von ForeverPure Corporation war noch unterwegs. Zuerst sah alles gut aus, doch plötzlich hieß es bei der Sendungsverfolgung: „Delayed because of unusual operation conditions“. Einen Tag später stand dann zu lesen: „Delayed because of emergency conditions“. Das fanden wir dann doch sehr merkwürdig und als Kai im Internet recherchierte, fand er heraus, dass es im UPS-Zentrum in Miami einen Brand gegeben hatte. Unser Paket kam um 6:03 Uhr dort an und um 6:35 Uhr brach der Brand aus. Kann man solch ein Pech haben? Somit bangten wir dann mehrere Tage um unser Paket, bis wir mittels der Sendungsverfolgung endlich sahen, dass unser Paket ausgeliefert wurde. Es war also glücklicherweise nicht verbrannt! Puh! Endlich konnte nun alles aufs Schiff verladen werden und sollte eine Woche später bei uns ankommen.

Also ging es an den nächsten Schritt: um das Paket hier in Antigua aus dem Zoll zu bekommen, muss man einen Agenten beauftragen, der den ganzen Formularkram für einen erledigt. Zwar sind wir eine Jacht in Transit und müssen somit keinen Zoll bezahlen, aber dennoch müssen einige Formulare ausgefüllt und die Pakete durch den Zoll gebracht werden.

Tropical hatte uns einen Agenten empfohlen, mit dem sie schon des öfteren zusammengearbeitet hatten und bei diesem hatte ich vor der Bestellung der Waren ein Angebot eingeholt und ihm dann den Auftrag erteilt.

So teilte ich ihm nun also mit, dass unsere Waren unterwegs seien und Montag kommender Woche in Antigua ankämen. Auf diese e-mail bekam ich leider überhaupt keine Antwort und als ich ihn ein paar Tage später nochmal anschrieb, antwortete er schließlich, dass er leider überhaupt keine Ahnung habe, wer ich sei und welche Dienste ich gerne in Anspruch nehmen würde. Ich dachte mein Hamster bohnert! Also rief ich den guten Herrn an, erklärte ihm, dass er mir vor ein paar Wochen ein Angebot zugesandt hatte und ich ihm wiederum eine Auftragserteilung geschickt hatte. Leider konnte er sich an gar nichts mehr erinnern und bat mich, ihm doch bitte den ganzen e-mail-Verkehr nochmals zukommen zu lassen. Gesagt, getan und Freitags kam die Antwort, dass er sich um alles kümmert und uns Bescheid gibt, ob das mit Montag klappt. Wir warteten und warteten, aber natürlich kam Freitags keine Antwort mehr. So rief ich ihn Montags morgens wieder an und er bestätigte mir, dass natürlich alles klar ginge und einer seiner Mitarbeiter bereits unterwegs sei, um die Pakete für uns abzuholen.

So gingen wir los zum Mietwagenverleih und liehen uns für einen Tag ein Auto. Das ist hier in Antigua ganz schön teuer, denn der Mietwagen allein kostete schon US$70,- pro Tag und zusätzlich benötigt man noch eine lokale Fahrerlaubnis, die nochmals US$20,- kostet und für drei Monate gültig ist (absolute Geldmacherei!).

Wir erledigten noch ein paar Einkäufe, ließen in der Gasfabrik unsere Gasflaschen füllen und konnten endlich nachmittags unsere Pakete glücklich in Empfang nehmen!

Kai kontrollierte am nächsten Tag alle Inhalte der Pakete und hakte sie mit seiner Teileliste ab. Und wie sollte es auch anders sein, es fehlten natürlich einige Dinge. Zum einen vergaß der Shop, bei dem wir die Hochdruckpumpe bestellt hatten, das Öl und ein Sicherheitsventil beizulegen, zum anderen hatte das Membrangehäuse an beiden Enden offene Anschlüsse und Kai war nur von einem ausgegangen, so dass wir noch einen Stopfen benötigten. Und zu guter Letzt hatte Kai noch einen Übertragungsfehler von der Zeichnung in die Stückliste gemacht, so dass er vergessen hatte, einen Adapter zu bestellen.

Also stattete er allen Schiffszubehörläden und einem Wassermacherspezialisten in Falmouth einen Besuch ab und hatte tatsächlich Glück: er bekam alle gewünschten Teile und sogar das Original-Öl für unsere Pumpe! Die zweite Hürde war somit geschafft.

Phase 3, nämlich der Zusammenbau, musste jedoch noch etwas warten, weil gleichzeitig mit unseren Teilen auch unser Besuch aus Deutschland ankam. Und so nahmen wir Phase 3 in Angriff, als Marie & Sören wieder abgereist waren.

Natürlich wollten wir so wenig Zeit wie möglich ohne Wassermacher sein, und begannen erst einmal mit der Vormontage möglichst vieler Teile, bevor wir unseren alten Wassermacher ausbauten. Kai montierte die Hochdruckpumpe an den Elektromotor und schraubte den Motor am Boden in unserer Hundekoje fest. Dann montierten wir die Hochdruckarmatur mit dem Manometer und dem Nadelventil an das Membrangehäuse und dieses an die Wand. Danach ging es an die Verkabelung: Kai zog zwei neue dickere Kabel quer durch unser Boot, was einige gymnastische Einlagen erforderte, um die teilweise schwer zugänglichen Stellen zu erreichen. Als letztes schnitt er noch die ganzen Schläuche zu und brachte die zugehörigen Anschlussstücke an.

Da die neue Membran nicht austrocknen darf, mussten wir das Ganze so timen, dass der Rest vom neuen Wassermacher tatsächlich schon quasi fertig war, bevor wir die Membrane in ihre neues Zuhause steckten.

Und nach ca. 1 1/2 Wochen war es dann endlich so weit. Es waren alle Teile verbaut und angeschlossen und wir standen vor unserem ersten Testlauf. Wir hatten beide großen Bammel vorm Einschalten, da Kai normalerweise nicht viel „Glück“ mit Wasserinstallationen hat und so malten wir uns beide aus, wie das Wasser in hohen Bögen durch die Hundekoje spritzen würde. Mein Herz raste, als Kai den Einschaltknopf drückte und ich starrte mit Spannung auf die ganzen Schläuche, Ventile und Pumpen. Und ich konnte es kaum fassen:  im großen und ganzen war alles dicht, nur 2 oder 3 Stellen im Niederdruckbereich leckten etwas. Hier hatten wir Teile aus unserer alten Installation verwendet, die wohl doch schon etwas alt waren und ersetzt werden mussten. Auch hatten wir nicht ganz die gewünschte Durchlaufmenge an Salzwasser, was an einem zu diesem Zeitpunkt noch ungeklärten Spannungsabfall lag. Dieser führte auch zu einem erhöhten Leistungsverbrauch. Außerdem gab es noch ein paar weitere Kleinigkeiten, die geändert oder verbessert werden mussten.

So war Kai immer wieder damit beschäftigt nochmals Ersatzteile zu kaufen, die Elektrik zu vermessen und etwas an der Installation herumzubasteln. Doch seit einer Woche läuft unser neuer Wassermacher nun richtig rund und erzeugt 60 Liter pro Stunde bei einem Verbrauch von ca. 640 Watt. Da wir nur 30l pro Tag verbrauchen, müssen wir den Wassermacher nur alle 2 Tage für ca. 1 Stunde betreiben. Das können wir zum Glück weiterhin mit den Solarzellen auffangen und müssen nie den Motor oder Generator mitlaufen lassen. Auf unserer Silence bleibt es also weiterhin silent 😉

Trotz der ganzen Unkosten für die Bestellung bzw. nachträglich noch zusätzlich gekaufter Teile haben wir fast US$3.000,- weniger bezahlt, als wenn wir einen Wassermacher von der Stange gekauft hätten. Das ganze Projekt hat sich also trotz der vielen Strapazen und der monatelangen Vorbereitung definitiv gelohnt!

Und zum Abschluss noch ein kleiner Vergleich am Rande: während wir wie bereits oben erwähnt 15l pro Person und Tag an Wasser benötigen, liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei ca. 120l!

Daher ist selbst mit unserem neuen tollen Wassermacher immer noch extremes Wassersparen angesagt, denn wenn wir diesen Durchschnittsverbrauch hätten, müsste unser Wassermacher jeden Tag vier Stunden laufen, was wir niemals mit unseren Solarzellen bewerkstelligen könnten!

Antiguan Racer Snake

Schon so oft sind wir auf Green Island herumspaziert, doch noch nie war es uns vergönnt eine der seltenen Antiguan Racer Schlangen zu Gesicht zu bekommen. Auch bei unseren beiden Ausflügen nach Great Bird Island, wo sie am ehesten anzutreffen sind, hatten wir kein Glück. Doch gestern zeigte sich mir endlich eine dieser schönen Nattern.

Die Antigua Racer Snake galt in den 1990er Jahren als eine der seltensten Schlangen der Welt. Durch Ratten und Mungos waren die Schlangen so weit dezimiert worden, dass sie auf die rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt wurden und ein Schutzprogramm initiiert wurde. 1995 zählte man nur noch 50 Exemplare auf Antigua und den gesamten vorgelagerten Inseln. Doch die Ausrottung der Ratten auf Great Bird Island zeigte Erfolg und die dortige Population der Schlangen erholte sich. 1999 wurde das Schutzprogramm auf die kleine Insel Rabbit Island, 2002 auf Green Island und 2008 auf York Island ausgeweitet und insgesamt soll es wieder mehr als 500 Schlangen auf diesen Inseln geben. Und ich hatte das unglaubliche Glück, dass sich eine davon während meiner Ruhepause beim Kitesurfen direkt vor mir durch den Sand schlängelte. Doch schon wenig später kroch sie unter einen alten knorrigen Baumstamm, wo sie durch ihre ausgezeichnete Tarnung sofort mit dem Untergrund eins wurde und verschwand.

Osterferien in Antigua

Nachdem Anfang April unser Visum in Antigua abgelaufen war, fuhren wir für ein paar Tage nach Guadeloupe. In Kürze sah das so aus: ausklarieren in English Harbour und am nächsten Morgen um kurz vor 8:00 Uhr lossegeln. Angekündigt war Ostwind, in Wirklichkeit hatten wir jedoch leichten Südostwind, so dass wir nur mit Ach und Krach unseren Kurs fahren konnten. Also bei recht hohen Wellen in 9 Stunden nach Ilet Pigeon quälen. Am nächsten Tag einkaufen gehen und drei Maschinen Wäsche waschen. Nachts aufwachen und nicht mehr einschlafen können, weil heftiger Schwell in die Bucht läuft. Am nächsten Tag nochmals einkaufen gehen (völlig gerädert). Zum Boot zurück kommen, die Wellen schwappen so hoch, dass wir die Einkäufe fast nicht mehr trockenen Fußes an Bord bekommen. Also schnell Anker auf und 2 Stunden nach Norden motoren in die etwas besser geschützte Bucht vor Deshaies. 45 Minuten nach einem geeigneten Ankerplatz suchen, weil die Bucht furchtbar voll war. Eigentlich wären wir gerne gleich am nächsten Morgen zurück nach Guadeloupe, doch es war Regen und Nordostwind angesagt. Ging also nicht! Eine Nacht wunderbar geschlafen, doch am nächsten Abend läuft auch hier der Schwell in die Bucht, so dass wir wieder eine durchwachte Nacht haben. Glücklicherweise kündigte der Wetterbericht für den nächsten Tag wieder Sonne und Ostwind an, zwar mit 3m hohen Wellen, aber egal, Hauptsache weg hier! Doch natürlich stimmt der Wetterbericht wieder nicht; der Wind kam nicht aus Osten, sondern dieses Mal leicht aus Nordosten, so dass wir schon wieder nicht unseren Kurs halten konnten (ist ja klar, will man nach Süden, weht der Wind von dort, will man nach Norden dann weht er natürlich leicht aus Norden). Aber selbstverständlich hatte der Wetterbericht mit den Wellen recht: diese waren in der Tat ca. 3m hoch und schaukelten uns ganz schön durch. Doch Mutter Natur musste wohl gemerkt haben, dass bei uns die Stimmung stark kippte und schickte uns zur Entschädigung zuerst einen Buckelwal, der ca. 150m neben unserem Boot komplett aus dem Wasser sprang, dann überholte uns eine riesige Schule von Delphinen und zum Abschluss zogen noch mehrere Pilotwale hinter uns vorbei. Wahnsinn, da wurde wirklich das volle Programm für uns aufgefahren! Dennoch waren wir heilfroh, als wir in Antigua ankamen, wo wir in Falmouth ankerten und nachts schliefen wie die Babys.

Und es gab für uns noch weiteren Grund zur Freude. Zum einen waren endlich die lange ersehnten Teile zum Bau eines neuen Wassermachers aus den USA angekommen und zum anderen kamen uns auch meine besten Freundin Marie mit ihrem Bruder besuchen. Von dem Thema Wassermacher werde ich Euch in meinem nächsten Blogbeitrag ausführlich berichten und mich heute mehr der tollen Zeit mit Marie und Sören widmen!

Natürlich hatten wir schön geplant, was wir in den zwei Wochen Urlaub alles mit den beiden unternehmen möchten, doch auch hier machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Wir vermuten ja immer noch, dass die beiden das miese Wetter aus Deutschland eingeschleppt hatten, obwohl dies vehement abgestritten wurde.

Geplant hatten wir einen Törn im Uhrzeigersinn um Antigua und nach Barbuda und zurück. Doch wir hatten solch verquertes Wetter mit immer mal wieder Regen und keinem Wind, Wind aus der falschen Richtung, zu viel Wind, usw. dass wir unseren ursprünglichen Plan sehr schnell ad Acta legten. So machten wir uns zuerst ein paar gemütliche Tage in Falmouth, von wo aus wir auf Shirley Heights fuhren und in aller Ruhe den Dockyard in English Harbour inklusive des vorgelagerten Forts anschauten.

Dann war ein Ausflug mit dem Bus in die Hauptstadt St. John’s angesagt, wo wir uns auch gleich noch auf dem Markt mit frischem Obst und Gemüse eindeckten.

Am nächsten Tag motorten wir in die Nonsuch Bay, schauten uns die nistenden Pelikane an und schnorchelten etwas um Bird Island. Natürlich wollten wir den beiden auch gerne mal unsere Kitekünste vorführen, doch auch damit hatten wir wettermäßig wenig Glück. So kiteten wir am nächsten Morgen ein paar Mal vor unserem Boot hin und her, doch dann kam ein riesiger Regenschauer und während Marie und Sören sich ins Innere unserer Silence verzogen, packten wir am Strand klitschnass unsere Kitesachen zusammen. Somit fiel die Kiteshow buchstäblich ins Wasser!

Ein paar Tage später war dann endlich etwas besseres Wetter angekündigt, so dass wir uns auf einen Segeltrip in den North Sound von Antigua aufmachen konnten. Dort ankerten wir vor Great Bird Island, das wir am nächsten Tag mit den beiden bei einem schönen Spaziergang erkundeten. Hier hatten wir auch endlich besseres Wetter, so dass Marie & Sören einen tollen Ausblick auf das türkisfarbene Wasser und die vielen kleinen Riffe hatten. Bei unserem Spaziergang sahen wir Tropikvögel ganz nah an den Klippen auf und ab fliegen und wir fanden sogar ein paar beim Nisten unter den Felsen.

Nach diesem „Landausflug“ stand für die nächsten Tage die Besichtigung der Unterwasserwelt auf dem Programm. Auch wir finden die Vielzahl der Fische und Korallen im North Sound schön, aber noch mehr Freude bereitete uns die Begeisterung von Marie und Sören beim Schnorcheln. Was für uns teilweise schon alltäglich ist, war für die beiden atemberaubend und faszinierend. Und so hatten wir alle jede Menge Spaß nach dem Schnorcheln in unserem Fischbestimmungsbuch nachzuschlagen, welche Fische wir unter Wasser bestaunt hatten oder umgekehrt. Denn manche Fische waren so neugierig und vorwitzig, dass wir manchmal das Gefühl hatten, dass wir hier diejenigen waren, die mit großen Augen angeschaut wurden ;-).

Und auch hier entschädigte uns Mutter Natur wieder für das durchwachsene Wetter und schickte uns Stachelrochen, Adlerrochen, Schildkröten, Queen Conches, Papageifische, Seegurken, Elkhorn Korallen, uvm.

Abends lagen wir teilweise ganz alleine in der riesigen Bucht und genossen den Sonnenuntergang bei einem Gläschen Muscat oder Gin Tonic. Ja, so lässt es sich leben 😉

Doch leider gingen die zwei Wochen viel zu schnell zu Ende und Samstags fuhren wir zurück nach Green Island, um dort in Rickets Harbour (das ist der offizielle Name für diese Bucht, aber wir nennen sie immer Turtle Bay) vor einem schönen kleinen Sandstrand an eine Boje zu gehen. Montags gab es noch ein letztes Fotoshooting am Strand, Marie & Sören machten beim Schnorcheln mit dem Foto nochmals Jagd auf Schildkröten und Seenadeln und dann ging es auch schon mit dem Dingi zum Nonsuch Resort, wo wir die beiden in ein Taxi zum Flughafen setzten von wo aus sie ihren 9stündigen Heimflug antraten!