Harvey beschert uns einen Ausflug auf die Tobago Cays

Dieses Jahr verschafft uns die Hurrikan Saison recht viel Abwechslung. Innerhalb von vier Wochen kam am Donnerstag bereits der zweite Tropical Storm auf uns zu und so galt es mal wieder zu entscheiden was wir unternehmen, um gut gewappnet zu sein.

Tropical Storm Harvey sollte laut Wetterbericht am Donnerstag Nachmittag irgendwo zwischen Martinique und St. Vincent durchziehen. Es war nicht sonderlich viel Wind gemeldet, aber da es sich um ein Tiefdruckgebiet handelte, sollte der Wind sich über Nord nach West und Süd drehen. Somit benötigten wir eine Ankerbucht in der wir aus allen Windrichtungen geschützt wären und das gibt es, außer in den Mangroven in Carriacou, hier in der näheren Umgebung nicht. Da wir gerade kürzlich erst in den Mangroven waren und die Erinnerung an diese Schufterei somit noch sehr präsent war, wollten wir dort keinesfalls hin, zumal auch lediglich bis zu 30 Knoten erwartet wurden.

So entschieden wir uns für einen Ausflug auf die Tobago Cays. Dies ist eine kleine Inselgruppe ca. 6 Seemeilen vor Union Island, die von einem großen Riff umgeben ist und so hofften wir dort von allen Seiten zumindest einigermaßen vor den Wellen geschützt zu sein.

Am Donnerstag morgen fuhren wir somit bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind unter Motor auf die Tobago Cays. Wir ankerten ziemlich genau in der Mitte der Inseln und machten dann gleich einen kleinen Ausflug auf Baradal, um nach Leguanen Ausschau zu halten.

Als wir das letzte Mal vor zwei Jahren hier waren, sahen wir unzählige riesige Leguane, doch dieses Mal war uns das Glück nicht so hold. Wir marschierten über die halbe Insel und sahen keinen einzigen. Sollten tatsächlich keine Leguane mehr hier sein oder versteckten sie sich einfach nur zu gut vor uns? Wahrscheinlich war es letzteres, denn plötzlich sah Kai einen auf einem Ast gut getarnt zwischen Blättern hervorlugen. Und als wir später auf einen kleinen Hügel stiegen sahen wir nochmals einen, der ganz oben auf einem Baum saß und die Aussicht genoss. Selbst nachdem wir wussten, wo er saß, war er von unten nicht auszumachen. Wahrscheinlich saßen dutzende oben in den Bäumen und lachten von dort auf uns herunter.

Nachdem uns dieser kleine Spaziergang ganz schön ins Schwitzen gebracht hatte, kühlten wir uns danach im Wasser etwas ab. In den Tobago Cays gibt es unglaublich viele Wasserschildkröten und eine bekam ich sogar vor die Linse. Leider sind sie sehr scheu und wollten uns nicht wirklich nahe heran lassen.

Donnerstag abend fing der Wind langsam an nach Nordost und danach nach Norden zu drehen und wir schliefen wie die Babys. Freitag morgen drehte der Wind dann weiter nach Westen und es baute sich etwas Schwell auf, doch wir lagen tatsächlich ziemlich geschützt hinter einer Insel und den Riffen. Es regnete den ganzen Tag doch der nachmittags folgende Südwind war nur kurz unangenehm, weil die Wellen noch einige Zeit aus Westen kamen und sich unsere Silence somit seitlich dazu stellte. Doch am späten Nachmittag war dann auch das ausgestanden. Mit das schlimmste war, als sich alles wieder zurück gedreht hatte und der Wind wieder aus Ost bzw. Südost kam und wir Flut hatten. Nachts um ca. 2:30 Uhr wachte ich auf, weil manchmal Wellen ordentlich gegen einen unserer Rümpfe knallten und das Boot danach ziemlich schaukelte. So lag ich bis fünf Uhr wach, bis die Tide langsam fiel und ich endlich wieder einschlafen konnte.

Da wir morgens dann beide ziemlich gerädert waren und Harvey mittlerweile weitergezogen war, beschlossen wir, erneut bei strahlendem Sonnenschein, zurück nach Union Island zu segeln, um wieder im wunderbar glatten Wasser hinterm Frigate Rock zu ankern.

5 Gedanken zu „Harvey beschert uns einen Ausflug auf die Tobago Cays

  1. Irgendwie sieht der Leguan aus wie ein Riesenfisch auf einem Baum
    Ich glaube, ich wäre vor Schreck rückwärts umgefallen, wenn ich auf Bäumen nach Vögelchen Ausschau halte und plötzlich so was! Wow!

  2. Hallo Leute, lese gerade, dass Hurrikan „Irma“ auf höchste Kategorie hochgestuft wurde. Der „extrem gefährliche“ Hurrikan bewegt sich auf die nördliche Karibik und weiter in Richtung USA zu. Ich hoffe, ihr wisst das inzwischen und habt euch „verkrochen“. Viele Glück beim Abwettern.

  3. War wohl etwas zu schnell beim Absenden, also hier nochmal,
    ich lese gerade, dass Hurrikan „Irma“ auf die höchste Kategorie hochgestuft wurde. Der „extrem gefährliche“ Hurrikan bewegt sich auf die nördliche Karibik und weiter in Richtung USA zu. Ich hoffe, ihr wisst das inzwischen und habt euch „verkrochen“. Viele Glück beim Abwettern.

    • Hallo Erich,

      schön von Euch zu hören!

      Wir sind in Grenada, also recht weit im Süden von Irma. Trotzdem beeinflusst sie das Wetter hier: wir haben im Moment leichten Westwind und es läuft ein unangenehmer Schwell in die Bucht, aber nix schlimmes.

      Wir hoffen, Euch geht es auch gut!

      Liebe Grüße, auch an den Rest der Volleyballer,
      Kai und Andrea

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