1000. Grenada Hash

Samstag vor einer Woche waren wir mit dabei, beim großen Jubiläums Hash. Die Grenada Hash House Harriers sind eine Gruppe von „drinkers with a running problem“, die sich jeden Samstag Nachmittag an verschiedenen Orten auf Grenada treffen. Beim Hashing geht es darum, dass ein oder mehrere Mitglieder der Gruppe eine Fährte legen, die dann von den anderen rennend oder gehend verfolgt wird. Hashing ist quasi eine Art Schnitzeljagd, bei der es jedoch keinen Gewinner gibt. Spaß haben, sich bewegen und danach bei einem oder mehreren Bierchen gemütlich beisammen sein ist die Hauptsache!

Hashers gibt es nicht nur auf Grenada, sondern auf der ganzen Welt, wobei die Grenada Hashers mit ca. 150-300 regulären Teilnehmern eine der größten Gruppen darstellen.

Zu diesem besonderen 1.000sten Hash waren sogar mehr als 400 Leute gekommen. Schon die ganze Woche hatten jeden Tag andere Touren und Ereignisse stattgefunden. So gab es einen Tag eine Insel-Rundfahrt, einen Karaokeabend, eine Rum-Shop-Tour uvm. Leider waren wir noch zu sehr mit den Nachbereitungen des Werft-Aufenthalts und unserer Motoreninspektion beschäftigt, so dass wir es leider unter der Woche zu keinem der Events schafften.

Doch den großen Hash am Samstag wollten wir uns nicht entgehen lassen. Bereits mittags um 12 Uhr mussten wir los. Zuerst ging es mit einem lokalen Kleinbus in die Stadt zum Sammelpunkt für den Shuttle-Service. Dort warteten bereits andere Hasher und ruck zuck waren die 4 großen Busse bis auf den letzten Platz gefüllt. Da der Hash am anderen Ende von Grenada stattfand, brauchten wir für den Transfer mit dem Bus ca. 1 1/2 Stunden, doch die Zeit verging wie im Flug. Wir fuhren ein Stück an der Küste entlang, durch schöne kleine Ortschaften, Berge hinauf und hinab und durch unglaublich saftig grünen Regenwald. Alleine schon diese Fahrt war ein Erlebnis.

Am Ziel angekommen, stellte Kai sich gleich mal in der Schlange an, um eines der grellgelben Hash-T-Shirts zu kaufen und danach ging es gegen 15:30 Uhr auch schon los. Es gab 8 verschiedene Trails und wir entschieden uns für Nummer 5, den längsten Geher-Trail mit einer Länge von ca. 2,8 Meilen. Klingt total läppisch, aber wir wussten schon von vorherigen Hashs, dass es ja nicht auf ausgetretenen Pfaden durch die Landschaft geht, sondern eher über Stock und Stein.

Und das sollte sich auch dieses Mal wieder bewahrheiten. Es fing noch alles ganz gediegen an mit einem ca. 5m breiten Weg, doch dann wurde der Pfad immer schmaler. Teilweise konnte man nur im Entenmarsch hintereinander laufen, teilweise ging es steile grasbewachsene Hügel hoch oder runter und, weil es die ganze Woche immer mal wieder geregnet hatte, war alles nass und matschig. Nach ca. der Hälfte des Trails war ich ganz stolz, dass es mich noch nirgends hingelegt hatte und mein Hosenboden noch ganz sauber war. Doch das sollte sich bald ändern. Meine Schuhe waren mittlerweile so voll Matsch, dass ich überhaupt keinen Grip mehr hatte und schon rutschte auch ich einen Abhang hinunter und landete unsanft auf dem Hosenboden. Kai tat es mir kurz später nach, ihm zog es völlig den Boden unter den Füßen weg und auch er legte einen wunderbaren Sturz hin. So, nun waren also auch unsere Hosen und T-Shirts matschig.

Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich mehr rückwärts rutschte, als dass ich vorwärts ging und an Stellen, an denen es mir allzu bunt wurde, ging ich einfach auf allen vieren weiter. Nun waren also auch die Hände voll Matsch. Solch einen anstrengenden Hash hatten wir noch nie erlebt und der Trail wollte einfach kein Ende nehmen. Ich verfluchte mehrmals, dass wir nicht einen kürzeren Trail genommen hatten und war nicht sicher, ob ich bis zum Ende durchhalten würde. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie froh wir waren, als wir endlich Musik hörten, die mit jedem Schritt näher kam. Das Ende des Trails nahte und wir waren beide erleichtert, als wir plötzlich aus den Büschen auf eine asphaltierte Straße kamen. Gerade noch so schafften wir es kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Sportplatz, wo bereits mächtig gefeiert wurde.

Gegen 19 Uhr fuhr der Bus dann wieder zurück und gegen 21:30 Uhr waren wir auf unserer Silence und fielen nach einer ausgiebigen Dusche, um den ganzen Matsch wieder los zu werden, völlig erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag gab es dann noch die große Abschlussfeier, die glücklicherweise bei weitem nicht so anstrengend war. Wir fuhren mit ein paar Freunden mit dem Sammeltaxi zu einem nahegelegenen Strand, chillten dort bei Bier, Cola und leckeren Sandwiches und tanzten in den Sonnenuntergang. Wir waren uns alle einig, dass dies ein angemessener Ausklang für den vorherigen so unglaublich anstrengenden Hash war!

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