Zwischendurch muss auch im Barbuda-Urlaub…

…ab und an etwas gearbeitet werden. So war uns auf dem Törn nach Barbuda der Block, der unter dem Mast die Leinen für den Baum (die Großschot) führt mit einem lauten Knall kaputt gegangen. Kai hatte alles erst einmal mit einer Leine gesichert, damit wir weiter segeln konnten und jetzt in Barbuda mit zwei Low Friction Ringen eine Notlösung gebastelt. Hierzu spleißte er zwei Dynema Leinen um die Low Friction Ringe und befestigte diese dann wie gewohnt an unserem Baum. Sah gut aus und sollte eine Weile halten, denn ohne diese Notlösung hätten wir nicht zurück nach Antigua segeln können.

Des weiteren mussten mal alle Plastikteile auf Deck gesäubert und mit Vaseline eingepinselt werden. Die Sonne entzieht den Sachen die Weichmacher, lässt diese total spröde werden und irgendwann brechen sie. Also nichts wie ran an die ganzen Plastikteile, bewaffnet mit Vaseline-Töpfchen und Pinsel.

 

Und während die Sonne die Teile an Deck angreift, greift das Salzwasser die Teile unter Wasser an. Der Schaft und Propeller unseres Außenborders hatte ganz schön Kalk und Salz angesetzt und wurde von Kai mit Phosphorsäure gereinigt.

Dann war noch ein Ventil in unserer Toilettenpumpe (Joker-Valve) kaputt, so dass ständig Wasser in die Toilettenschüssel floss. Kai baute die Pumpe auseinander und tauschte das Ventil. Keine sehr schwierige Aufgabe, aber eine sehr unangenehme, weil Kai im wahrsten Sinne des Wortes in der Scheiße wühlen musste🤢 Deshalb hier mal lieber kein Foto.

Als nächstes war unser Wassermacher zu reparieren. Er war bereits seit einiger Zeit an mehreren Stellen undicht und Kai hatte neue Dichtungen und Gewindedichtfaden in USA bestellt. Zum Einbau der Dichtungen musste jedoch fast der gesamte Wassermacher zerlegt werden. Und bei dieser Gelegenheit entrosteten wir ihn auch gleich noch. Das alles war fast ein Tageswerk und die Spannung war bei uns beiden ziemlich hoch, als Kai den Wassermacher nach dem Zusammenbau das erste Mal einschaltete. Wir konnten unseren Augen fast nicht trauen: er war komplett dicht! So toll hatte er noch nie funktioniert. Also das können wir jedem nur empfehlen: anstatt Teflon-Tape lieber Gewindedichtfaden verwenden. Ganz herzlichen Dank an Nick, der uns diesen tollen Tip gegeben hat!

Auch einer unserer Dieselmotoren musste dringend mal überprüft werden. Schon seit einiger Zeit bekamen wir beim Anschalten des Stb-Motors immer einen Kühlwasseralarm, mit dem Kühlwasser war aber alles in Ordnung. Kai vermutete, dass es sich um den Kühlwasser-Sensor handelte, der da irgendwie rumspackte. Unser Freund Tim hatte ihm geraten, mal die Verkabelung zu überprüfen. Oft sei das ein Masse-Problem. Also schraubte Kai den Masseanschluss vom Motor ab und in der Tat war dieser ganz schön korrodiert. Er machte ihn mit einer Drahtbürste sauber und reinigte bei dieser Gelegenheit auch gleich noch den Kontakt des Kühlwasseranschlusses. Dann schloss er alles wieder an und startete den Motor. Juchu, kein Alarm mehr!

Leider bockte dann auch noch unsere Wasserpumpe rum. Das hatte sie vor kurzem schon einmal getan und Kai hatte damals einen neuen Schalter eingebaut, den er im Internet bestellt hatte. Dieser war aber anscheinend nicht der richtige und so musste Kai ihn wieder ausbauen, den alten Schalter etwas säubern und wieder einbauen und darauf hoffen, dass die Pumpe noch so lange funktioniert bis der in USA bestellte Ersatz-Schalter bei uns ankommt. Dieser lag mittlerweile in Antigua, wir waren jedoch in Barbuda. Und ohne Wasserpumpe gibt es bei uns an Bord kein fließendes Wasser mehr. Keine tollen Aussichten. Also musste Kai mal wieder MacGyver spielen. Er fand noch eine andere Pumpe, die wir ursprünglich mal für unseren Wassermacher gekauft hatten (für den Einsatz als Hauptpumpe aber nicht geeignet ist) baute aus dieser den Schalter aus und in unsere defekte Pumpe ein. Und siehe da, es funktionierte! Welch ein Glück!

Ein paar Tage später funktionierte die Anzeige für die Batteriespannung nicht mehr. Kai vermutete einen Wackelkontakt an einem der Kabel. Also Kabel weg gemacht, gereinigt, wieder angebracht. Nee, funktioniert nicht! Sch… Nochmal an Kabeln etwas gerüttelt. Nee, nix! Also nochmal Kabel ab, wieder angeschlossen und oh Wunder jetzt geht’s wieder. Nun bloß nichts mehr anfassen!

Und wenn am Boot gerade nichts kaputt geht, dann gibt es immer mal wieder etwas an unserem Kite- oder Wingfoil-Equipment zu reparieren.
So klebten wir ein kleines Loch in unserem 5er Wing und und an Kais Kite war eine Seite des Hauptventils abgekommen, die er wieder ankleben musste. Bei meinem Kite brach gleich das ganze Ventil auseinander. Das ist ein altbekanntes Problem der Ozone-Kites und somit hatten wir glücklicherweise noch Ersatzventile an Bord. Kai schnitt das alte Ventil aus der Bladder heraus, klebte das neue ein und mein Kite funktionierte wieder wunderbar.
Dann lösten sich noch bei beiden unserer Kiteboards die footpads ab und Kai klebte diese mit 3M wieder fest. Dann brach der Griff seines Kiteboards ab. Glücklicherweise hatten wir noch ein paar alte Griffe, so dass Kai diesen ganz leicht ersetzen konnte.
Und last but not least hatten sich meine Kiteleinen gelängt. Kai hatte mir vor ein paar Monaten alle Leinen meiner Bar erneuert und diese schön gespleißt. Nun hatten sie sich unterschiedlich gelängt und Kai musste drei der Spleiße aufmachen, die Leinen kürzen und wieder spleißen. Klingt nach einer Kleinigkeit, nahm aber mit Ausmessen am Strand und der ganzen Spleißerei einen halben Tag in Anspruch.

Also Langeweile hier an Bord? Nee, die kommt vor Anker niemals auf. Nur beim Segeln😜

 

4 Kommentare zu „Zwischendurch muss auch im Barbuda-Urlaub…

    • Hallo Christa,

      ich glaube da brauchen wir in der Tat keine Angst haben, dass das jemals passieren könnte
      Ich bin nur froh, dass Kai das immer alles repariert bekommt.

      Liebe Grüße in die Eifel,
      Andrea

    • Hallo Claire,

      wir geben unser Bestes, aber mit dem ganzen Sahara-Sand, der momentan hier ankommt, ist es ein bisschen ein Kampf gegen die Windmühlen
      Und unsere Silence wird ja auch nicht jünger. Da kommt man manchmal fast nicht mehr hinterher mit den ganzen Wartungsarbeiten und Reparaturen.

      Ganz liebe Grüße und weiterhin gute Besserung,
      Kai & Andrea

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