So langsam aber sicher wurde es hier in Antigua etwas ungemütlich. Die Hurrikan-Saison startet in der Karibik offiziell am 1. Juni, aber normalerweise nimmt sie erst von August bis Oktober so richtig Fahrt auf, zumindest hier in den kleinen Antillen.
Da dieses Jahr auch noch ein El Nino Jahr in der Südsee ist, war bei uns mit weniger Aktivitäten als in normalen Jahren zu rechnen. Deshalb hatten wir beschlossen, etwas länger in Antigua zu bleiben, zumal die ersten tropischen Wellen oder Stürme Anfang der Saison eher im Süden durchziehen.
Doch so langsam rückten uns die tropischen Wellen etwas auf den Leib. Für die nächste Zeit waren drei in Folge angekündigt. Eine sollte sich sogar zu einem tropischen Sturm entwickeln mit Wind bis zu 60 Knoten. Glücklicherweise wurde dies im Laufe der Tage nach unten korrigiert, so dass letztendlich nur eine starke tropische Welle mit Böen bis zu 40 Knoten bei uns ankommen sollte.
So ankerten wir unsere Silence sicherheitshalber in einer ruhigen Bucht in der Nähe des Fischereihafens und warteten, was da kommen würde.
Hier in der Bucht war alles halb so schlimm, wir lagen super ruhig und schliefen sehr gut. Und morgens dachten wir uns, dass dies doch eigentlich idealer Wind zum kitesurfen wäre. Warum eigentlich nicht? Schnell unseren 7qm-Kite, unsere beiden Boards, Trapeze und Pumpe ins Dingi geworfen und mit dem Dingi ab zum Kitespot.
Mein lieber Mann, welch ein Ritt! Wir hatten ca. 1,5 Seemeilen zu fahren, dies aber ziemlich direkt gegen Wind und Welle und die Wellen hatten es wirklich in sich. Teilweise waren sie ca. einen Meter hoch und extrem steil und wir wurden übel durchgeschüttelt. Allerdings war das gar nichts gegen die Wellen, die draußen vom Atlantik herein rollten. Je näher wir kamen, umso mehr weiße Gischt und meterhohe Wellen sahen wir außerhalb des Riffs. Der Wetterbericht hatte von 4m Wellen gesprochen und genau so sah es auch aus. Na, mal schauen, wie das so wird mit dem Kiten!
Aber ich muss sagen, mit dem Kite ist das alles dann doch völlig unproblematisch. Die Wellen, die uns im Dingi ordentlich durchgeschüttelt hatten, ritten wir mit dem Kite einfach locker ab. Einer von uns blieb jeweils am Strand, während der andere seinen Spaß hatte und nach einer Stunde wurde getauscht. Jeder von uns bekam einen ordentlichen Regenschauer ab, der bestimmt mehr als 30 Knoten (fast 60 km/h) Wind in sich hatte. Kai sprang sicherlich deutlich mehr als 10m hoch und ich dürfte auch die 7m-Marke geknackt haben. Welch ein Spaß!
Segeln wollte ich bei diesem Wetter nie und nimmer, kitesurfen jederzeit gerne! Das Grinsen war fast nicht aus unseren Gesichtern zu bekommen.
Aber bevor jetzt hier das eine schlechte Wetter das nächste jagt, ist es wohl mal wieder an der Zeit, Antigua für den Sommer Adieu zu sagen.





Kai beim K(a)iten – wenn das nicht passt!
Das ist gut! 🙂