Da die Hurrikan-Saison dieses Jahr glücklicherweise so gar keine Fahrt aufnimmt, wollten wir gerne noch ein paar Tage länger in Dominica bleiben. Bei unserer Ankunft waren uns automatisch 14 Tage gewährt worden, die uns normalerweise auch immer reichten. Der Vorteil der nur 14tägigen Genehmigung ist, dass man dann nicht nochmal vorstellig werden muss, wenn man Dominica wieder verlässt. Geht man innerhalb der 14 Tage, darf man ohne weiteren Papierkram seiner Wege ziehen.
Bei Ankunft hier in Portsmouth, im Norden Dominicas, war uns gesagt worden, dass wir einfach nochmal kurz vorbeikommen müssten, wenn wir länger bleiben wollten. So schlappten wir also 2 Tage bevor unsere 14 Tage abliefen zur örtlichen Polizei, wo wir unseren Aufenthalt verlängern wollten.
Aber so einfach wie man uns vorgegaukelt hatte, war es natürlich mal wieder nicht. Denn bei der Polizei bekamen wir zu hören, dass wir für eine Verlängerung nach Roseau, die Haupstadt der Insel, fahren müssten. Roseau liegt mit dem Bus ca. eine Stunde entfernt. Also hin und zurück mit Warten und Papierkram erledigen sicherlich eine Halb-Tages-Aufgabe.
Wir fragten, wie es gewesen wäre, wenn wir gleich bei Ankunft für längere Zeit einklariert hätten. Die Antwort war, dass man uns dann drei Wochen gegeben hätte. Wieso denn nur drei Wochen, auf den meisten anderen Inseln dürfen wir immer drei Monate bleiben? Hier wurde uns gesagt, das sei in Dominica auch möglich, dann müsse man aber direkt in der Hauptstadt Roseau einklarieren. Also wenn ich das mal nach Deutschland übertrage: wenn ich in Berlin nach Deutschland einreise, darf ich drei Monate bleiben, wenn ich in Kiel ankomme, darf ich nur drei Wochen bleiben. Ja ist doch logisch, oder?
Das war uns dann alles zu doof, zumal wir die Befürchtung hatten, dass wir eventuell nach Roseau fahren würden und uns dann dort mitgeteilt würde, dass wir die Verlängerung dort machen müssten, wo wir angekommen sind. Zumal ja unser ganzer Papierkram in Portsmouth lag. Wegen einiger weniger zusätzlicher Tage in Dominica war uns das einfach zu viel Heckmeck.
Und so verabschiedeten wir uns noch am gleichen Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Jan und machten uns am nächsten Tag per Motor auf nach Canefield, welches drei Stunden weiter südlich liegt. Somit verkürzten wir die Passage für den nächsten Tag etwas, wo es dann von Dominica nach St. Pierre in Martinique ging.
Natürlich hatten wir keinen idealen Segeltag, weil wir uns dieses Mal leider kein geeignetes Wetterfenster heraussuchen konnten und so ging es bei ziemlich viel Wind und Welle über den Kanal. Außerdem hatte es noch jede Menge Sargassum, das sich ständig in unser Ruder klemmte, bis sich dieses nicht mehr bewegen ließ und der Autopilot streikte. Kai versuchte mit der Hand zu steuern, aber mein lieber Mann, war da ein Druck im Ruder. Das ging gar nicht. Kein Wunder, dass der Autopilot aufgegeben hatte. Da hilft nur das Boot in den Wind steuern, Segel kurz schlagen lassen und warten bis das ganze Sargassum aus dem Ruder rauskommt und dann wieder zurück auf Kurs. Beim zweiten Mal erwischte uns bei diesem Manöver eine Welle so blöd, dass sie über unseren Rumpf auf unser Salondach und meinen Kapitän schwappte. Kai war von Kopf bis Fuß klatschnass.
Um uns herum standen auch noch überall Schauer, der Wind ging hoch und runter und wir waren völlig geschafft, als wir nach etwas mehr als 5 Stunden in St. Pierre ankamen. Aber immerhin begrüßte uns dort mal wieder ein schöner Regenbogen.








