Leider konnten wir in St. Pierre gar nicht gemütlich mit unserem Dingi an Land fahren, weil wir ein Problem mit unserem Außenborder haben. Seit ein paar Tagen machte dieser beim Fahren komisch scheppernde Geräusche und uns war mittlerweile Angst und Bange, dass uns demnächst der Motor um die Ohren fliegt. So war erst einmal rudern angesagt.
Kai ruderte in St. Pierre einmal kurz an Land, um sich etwas die Beine zu vertreten und dann beschlossen wir, weiter nach Fort-de-France, der Hauptstadt Martiniques, zu fahren. Denn dort kann man direkt vor der Stadt ankern und einigermaßen bequem mit dem Dingi zu einem großen Steg rudern.
Das taten wir dann auch und machten mit dem Bus einen Ausflug zum örtlichen Yamaha-Händler. Zum einen wollten wir fragen, ob sich für unseren Motor die Reparatur lohnen würde und falls nicht, ob er einen Yamaha Enduro 15PS auf Lager hat. Wir vermuteten, dass es sich um einen Kurbelwellenschaden handelt, wollten aber vorher selbst noch ein paar andere Möglichkeiten ausschließen. Leider war der Leiter der Reparaturwerkstatt nicht da und den Motor, den wir gerne hätten, hatten sie momentan auch nicht auf Lager. Sie bekommen erst wieder Ende Oktober einen. Na super!
So nahmen wir uns vor, erst mal noch abzuwarten bis wir in Ste. Anne auf unseren Freund Chris stoßen würden. Christ hatte früher eine Motorradwerkstatt in Deutschland und kennt sich sehr gut mit Motoren aller Art aus. Lassen wir ihn am besten Mal eine Diagnose stellen.
Da wir aber nun schon ein Tagesticket für den Bus hatten, nutzten wir die Gelegenheit und fuhren noch zu Decathlon und ins große Einkaufszentrum.
Wir sind immer wieder von neuem erstaunt, welche Welten hier in der Karibik aufeinanderprallen.
Dominica ist wirklich wunderschön, aber man wird dort in der Zeit zurückversetzt. Die zweitgrößte Stadt der Insel hat noch nicht einmal einen vernünftigen Supermarkt. Das Vollweizenmehl, das wir dort gekauft hatten, war nach einer Woche so von Motten durchzogen, dass ich es sofort über Bord schmiss. Die Hühnchenteile waren voller Knochensplitter und Knorpel, so dass uns beim Essen fast der Appetit verging und das Brot ist so trocken, dass man es nur mit viel Belag essen kann. Die Auswahl an Käse war auch nicht gerade hervorragend: es gab eine Sorte Cheddar, der von einem großen Käse abgeschnitten und in Plastikfolie gewickelt war.
Die Straßen in Dominica sind zwar sehr gut, aber alle nur einspurig und die meisten Autos, die dort fahren, würden bei uns in Deutschland auf dem Schrottplatz landen. Nach einem Baumarkt muss man lange suchen und ein Möbelgeschäft gibt es überhaupt nicht. Die Möbel muss man sich in einer Schreinerei anfertigen lassen.
Und dann kommt man nach Martinique. Der kleinste Ort hat einen vernünftigen Supermarkt. Es gibt McDonalds, Eisdielen, Restaurants,… Es gibt Ampeln, Kreisverkehre und Schnellstraßen mit bis zu 6 Spuren plus extra Busspur. Man findet hier Decathlon, Baumärkte, Möbelhäuser, Elektrofachgeschäfte und ein großes Einkaufszentrum mit Modegeschäften, Apotheke, Supermarkt und allem was das Herz begehrt.
Einfach unglaublich wie unterschiedlich zwei Inseln sein können, die noch nicht einmal 100 Kilometer auseinander liegen. Und nach so langer Zeit in Antigua und Dominica kosteten wir diese Vielfalt natürlich in vollen Zügen aus!











