…hier in Crasqui, wenn das große Problem mit unserem Wassermacher nicht wäre. Nachdem er, wie ja bereits in einem der vorherigen Beiträge beschrieben, mittlerweile nur noch ca. 12-15l Frischwasser pro Stunde erzeugte, beschloss er gestern urplötzlich die Produktion komplett einzustellen. Und das, wo wir uns hier doch quasi am A… der Welt befinden. Auf Crasqui gibt es keinerlei Bewohner und wir wissen auch nicht, ob man auf Gran Roques Wasser auffüllen kann. Somit beschlossen wir, dass uns der glücklicherweise fast volle Tank (es waren 260l) noch reichen muss, bis wir nach Bonaire kommen. Wir vereinbarten den Wasserverbrauch auf 15l pro Tag zu rationieren, damit uns das Wasser unterwegs auf keinen Fall ausgeht. Das heißt pro Person 7,5l am Tag für Tee, Zähne putzen, Hände waschen, kochen, Geschirr spülen und Duschen. Habt Ihr zu Hause schon mal Euren Wasserverbrauch pro Tag ausgerechnet? Ich vermute, Ihr liegt da eher nahe an der 10fachen Menge. Ihr könnt ja mal testen wie weit Ihr mit 7,5l kommt 😉 Okay, ich muss zugeben, dass uns aber auch noch unbegrenzte Mengen an Salzwasser zur Verfügung stehen und wir damit alles „vorspülen“ können. Nachdem die erste Panik abgeklungen war und wir sahen, dass wir mit gutem Haushalten über die Runden kommen, wollten wir nun aber doch endlich herausfinden, was an unserem Wassermacher kaputt ist. So bauten wir gestern morgen unsere Frischwasserpumpe vom Waschbecken aus und schlossen diese an den Wassermacher an, um zu sehen, ob es an der Pumpe liegt. Tja, leider ergab das kein eindeutiges Ergebnis: der Wassermacher erzeugte wieder Wasser, aber leider war der Druck nicht so hoch wie er eigentlich sein sollte und auch das erzeugte Wasser war eher ein kleines Rinnsal. Aber immerhin wussten wir nun, dass wir hier mindestens mit zwei Problemen kämpfen. Zum einen benötigen wir wohl eine neue Pumpe und zum anderen müssen wir unseren Wassermacher nochmals komplett zerlegen, um heraus zu finden, welches andere Teil noch kaputt ist (wir tippen auf eine Dichtung im Kolben). Da Kai heute keine Lust hatte, den Wassermacher zu zerlegen, reinigte er erneut die Pumpe und baute diese einfach wieder ein. Ich fand das doch reichlich optimistisch, aber da seine Laune sowieso nicht die beste war, sagte ich dazu lieber mal nichts. Wir schalteten den Wassermacher an und oh Wunder, er erzeugte wieder Wasser. Zwar genauso schlecht wie vor ein paar Tagen (ca. 12l pro Stunde), aber wir wollen mal nicht meckern: das ist eindeutig besser als gar kein Wasser, auch wenn wir überhaupt nicht wissen, warum die Pumpe nun wieder funktioniert. Somit ist die Rationierung bis auf weiteres zwar nicht aufgehoben aber hochgesetzt auf 20l pro Tag und wir hoffen, dass der Wassermacher noch bis Bonaire durchhalten wird. Und in Curacao werden wir ihn dann nochmals komplett zerlegen, um endlich dem Geheimnis der verminderten Produktion vollständig auf die Schliche zu kommen. Ach, was sind wir froh, dass wir im August nach Hause fliegen und dann mit zwei Taschen voll Ersatzteilen zurück auf unsere Silence kommen können!
Archiv des Autors: Andrea
Crasqui – unser neuer Lieblings-Kite-Spot!
Mittlerweile sind wir über Francisqui nach Crasqui gesegelt. In Francisqui waren wir nur eine Nacht, denn dort war uns einfach zu viel los. Francisqui ist neben der Hauptinsel Gran Roques die bekannteste Insel von Los Roques und einfach zu beliebt. Etwa alle 5 Minuten düste ein Boot an uns vorbei, das ein paar Urlauber von dem nahe gelegenen Gran Roques an den schönen Sandstrand von Francisqui brachte. Dort wurden dann zwei Stühle, ein Sonnenschirm und eine Kühlbox aufgestellt und dann fuhr das Motorboot wieder weg, um die nächsten Urlauber zu holen. Das ging so lange, bis der ganze Strand voll war mit Stühlchen und Sonnenschirmen. Und als endlich alle da waren, wurden die ersten schon wieder abgeholt. Wir stürzten uns mittags mal kurz ins Klein-Mallorca und schnorchelten eine Runde mit einigen Urlaubern an einem schönen Riff. Die Größe der Fische war wirklich beeindruckend und sie hatten auch überhaupt keine Angst vor uns, so dass wir ganz nah an sie heran konnten. Nach dem Schnorchelausflug schrubbten wir dann noch den Wasserpass unserer Silence und danach schauten wir dem ständigen hin und her an Booten zu, bis endlich so gegen 17:30 Uhr das ganze Spektakel zu Ende war und Ruhe einkehrte. Wir waren uns einig: das müssen wir nicht noch einen zweiten Tag erleben. Somit segelten wir heute noch vor dem Frühstück weiter nach Crasqui, was auf einer unserer Karten als exzellenter Kitespot ausgewiesen war. Und wie exzellent dieser Platz ist! Bisher war unser Top 1 Kitespot eindeutig Union Island und auf Platz 2 folgte Antigua. Doch das ist nun Geschichte, denn Crasqui ist umwerfend. Der ca. 2 km lange Strand besteht aus feinstem pudrigem weiß-rosa Sand, das Wasser ist türkisfarben und völlig ohne Wellen und es gibt keine Steine, Felsen oder Riffe, denen man ausweichen müsste. Auch der Wind ist recht konstant, da der Strand nur ein schmaler und nicht wirklich hoher Streifen Land ist. Idealer geht es nicht! Wir kiteten heute bis zur Erschöpfung und ich habe sogar schon in Erwägung gezogen, morgen ohne Shorty zu kiten, weil es hier so unglaublich warm ist. Ach, hier würden wir am liebsten ewig bleiben!
Allein, allein!
Nach einem gemütlichen Frühstück wollten wir gestern morgen Anker aufgehen, um zu der bereits genannten Insel mit Kitemöglichkeit zu fahren. Doch vor der Abfahrt kramten wir noch unsere alte Kamera hervor und als ich gleich ein Foto von unserem Ankerplatz machen wollte, stellten wir fest, dass diese nicht mehr richtig funktioniert. Sie ließ sich zwar einschalten, aber weder der Auslöser noch der Setup-Knopf ließen sich betätigen. Sie schien irgendwie eingerostet zu sein, und das, obwohl wir sie in ihrer Hülle in einem Karton unter dem Bett aufbewahrt hatten. Hier auf dem Boot ist einfach nichts vor der feuchten salzhaltigen Luft sicher. Nachdem wir somit schon befürchteten, dass es nun mit Fotos erst einmal nichts mehr wird, ließ sie sich glücklicherweise nach einigem guten Zureden doch wieder in Betrieb setzen. Bitte drückt uns die Daumen, dass sie noch so lange funktionieren wird, bis wir uns in Deutschland eine neue kaufen können. So gingen wir dann also Anker auf, um innerhalb des Riffs weiter Richtung Norden zu segeln. Dummerweise erwischte uns mitten in einer Riffdurchfahrt eine Squall mit sehr viel Regen, so dass wir fast die Hand vor Augen nicht mehr erkennen konnten. Nicht gerade optimal, um Riffe zu umfahren. So stoppten wir also die Motoren und hielten unsere Silence so lange auf der Stelle, bis wir wieder etwas bessere Sicht hatten und die Riffe sicher umschiffen konnten. Denn leider können wir uns hier überhaupt nicht auf unsere Seekarten verlassen, da diese meist sehr ungenau sind. Kurz vor unserer Ankunft am Tagesziel kam dann glücklicherweise auch wieder die Sonne zum Vorschein, so dass wir kein Problem hatten zwischen den ganzen Riffen die Zufahrt zu „unserer Insel“ zu finden. Wir packten gleich unsere Kitesachen ins Dingi und los ging’s zur Isla Vapor. Diese Insel ist ca. 300m lang und 100m breit und wird lediglich von vielen kleinen Vögeln bewohnt. Wir waren dort also ganz alleine, bis dann noch ein kleines Motorboot mit zwei Familien an Bord anlegte. Und da fiel uns zum ersten Mal auf, dass wir seit La Blanquilla noch keine anderen Menschen gesehen hatten und auch keine einzige Yacht unseren Weg kreuzte. Im unbewohnten Süden von Los Roques ist man tatsächlich völlig alleine und sieht so weit das Auge reicht nur Wasser in allen Farbschattierungen, kleine Sandhaufen, Riffe und ab und an eine kleine Insel mit Mangroven. Es ist unbeschreiblich!
Und auch das Kiten hinter der Isla Vapor ist unbeschreiblich. Das Wasser ist total flach, etwa 30 cm tief und kristallklar. So ungefähr muss es in der Südsee sein. Wir konnten gar nicht genug davon bekommen, ganz nah am Strand zu kiten und das türkisfarbene Wasser zu genießen. Wie gut, dass zumindest unsere alte Kamera wieder funktioniert und wir ein paar tolle Fotos schießen konnten.
Eigentlich hatten wir geplant, heute zur nächsten Insel weiter zu fahren, aber da uns die Isla Vapor so gut gefällt, sind wir noch geblieben und werden vermutlich auch morgen nochmal hier kiten.
