Wanderung auf den Boggy Peak

Schon seit Jahren wollten wir gerne mal auf den höchsten Berg Antiguas wandern und gestern war es dann endlich so weit. Unsere Freundin Solveig holte uns um 8:30 Uhr ab und dann mussten wir erst einmal 45 Minuten über die Insel fahren, um zum Beginn des Wanderwegs zu kommen. Mit dem Auto ging es am Ende eine Schotterstraße entlang, die durch Farmland mit viel Grün, leckeren Mango-, Sugar Apple-, Brotfrucht- und herrlich blühenden Flamboyant-Bäumen ging.

Der Boggy Peak, seit ein paar Jahren umbenannt in Mount Obama, ist 402m hoch und der für heute geplante Rundweg sollte ca. 7km lang sein.

Beim Gedenkstein für Präsident Obama ging es los und der Pfad führte wunderbar im Schatten des Urwalds langsam aber stetig den Berg hinauf. Es ging durch ein paar Bachläufe und Schluchten und schon bald wurde der Weg steiler und wir zunehmend kurzatmiger.

Aber der Pfad war super ausgeschildert, immer wieder wiesen uns Schilder und bunte Fäden an den Bäumen den Weg, so dass wir gut voran kamen. Bereits nach etwas mehr als einer Stunde kamen wir aus dem Wald und befanden uns auf einer zementierten Straße, die die letzten Höhenmeter zu dem Funkturm auf dem Boggy Peak führt.

Dieser Anstieg hatte es nochmal kräftig in sich. In nur 570m Länge mussten wir 100m Höhe zurücklegen, was bedeutet, dass die Straße teilweise fast direkt den Berg hinauf führte und wir ordentlich ins Schwitzen kamen.

Oben angekommen, standen wir erst einmal vor einem verschlossenen Tor inmitten von Bäumen und hatten Null Aussicht. Doch Kai hatte gelesen, dass man außen am Zaun entlang gehen könne und dann auf der anderen Seite einen wunderbaren Blick auf die West- und Nordseite Antiguas hätte. So gingen wir auf einem kleinen Steinmäuerchen entlang des Zauns und tatsächlich eröffnete sich uns auf der anderen Seite ein herrlicher Ausblick!

Das ist für uns immer das größte, wenn wir oben auf dem Berg ankommen und die wundervolle Aussicht genießen dürfen.

Wir setzten uns in den Schatten und machten ein kleines Picknick, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Da wir so früh dran und noch relativ fit waren, beschlossen wir, auf jeden Fall nicht den direkten Weg zurück zu gehen, sondern noch den Boggy Ridge Trail mitzunehmen, der oben auf dem Kamm zu einem weiteren Gipfel führte, dem Cades Peak. Wir erwarteten, dass der Weg relativ flach hinüber führen würde, aber nach einiger Zeit ging es dann doch nochmal etwas steiler bergan.

Leider gab es auf dem Cades Peak nicht wirklich eine tolle Aussicht. Schade, diesen Abstecher hatten wir quasi vergeblich gemacht. Aber im weiteren Verlauf des Pfades konnten wir immerhin einmal über die Gipfel hinweg runter auf die Hauptstadt St. Johns schauen.

Danach machten wir uns an den Abstieg, der am Anfang super flockig lief. Jetzt wo wir endlich nicht mehr bergauf laufen mussten, kamen wir total schnell voran und rechneten damit in ca. einer halben Stunde wieder unten anzukommen. Doch da sollten wir uns täuschen.

Wir waren schon zuvor immer mal wieder durch knöchelhohes Laub gewandert, doch hier wurde der Weg irgendwann zu einem kleinen Graben, in dem sich das ganze Laub gesammelt hatte. Und dieses war, obwohl trocken, sehr rutschig. Immer mal wieder legte es einen von uns auf den Allerwertesten und Solveig und ich fluchten ganz schön. Kai wusste sich irgendwie etwas besser abzufangen, aber auch ihn erwischte es nicht nur einmal. Ich hatte irgendwann so die Schnauze voll, dass ich am liebsten auf dem Hintern den Berg hinunter gerutscht wäre, aber mit den ganzen Wurzeln und Steinen wäre das sicher auch nicht angenehm gewesen.

Wie erleichtert waren wir alle, als der Pfad endlich zurück auf den anderen Wanderweg führte und wir wussten, dass es nun nur noch ein paar hundert Meter ebenerdig aus dem Urwald hinaus geht.

Was ist schöner, als zurück am Auto die Schuhe auszuziehen und ein paar von den gerade gefundenen Mangos zu essen 😋

Insgesamt hatten wir 6,8km und 525 Höhenmeter zurückgelegt. Ich glaube, das ist gar nicht so schlecht für einen heißen Sommertag!

Und dann ging es zur richtigen Stärkung zu Nirmala’s Roti Shop, wo wir jeder einen leckeren Rinder- bzw- Hühnchen-Roti aßen und ein kühles Getränk tranken.

Gut gestärkt, aber völlig k.o. machten wir uns auf die Heimfahrt. Kurz vor dem Zuhause überkam uns dann aber doch noch die Lust auf einen Nachtisch. Und so hielten wir in Willikies am Icecream Parlor und aßen jeder noch eine Kugel Eis. Wieder mal ein super Tag!

Liebe Claire, dieses Eis ging auf Dich! Vielen Dank für Deine Eisspende!

 

Riggcheck

Bevor wir dann demnächst wieder für die Hurrikansaison gegen Süden segeln, war noch ein Riggcheck fällig. Kai kletterte wie ein Äffchen in den Mast und ich musste lediglich aus dem Großfall, welches ihm als Sicherungsleine diente, die Lose rausholen.

Schwupp die wupp war er oben im Mast, checkte alle Verbindungen, polierte hier und da etwas Rost weg und machte ein paar richtige schöne Fotos der Diane Bay und von Arnos Anwesen.

Aus gut 17m Höhe sieht das alles nochmal ganz anders aus als auf Decklevel. Aber seht einfach selbst:

Etwas verfrüht zurück aus Barbuda

Leider spielte das Wetter bei unseren Plänen mal wieder nicht ganz mit. Solveig hatte genau eine Woche Zeit und diese hätten wir natürlich gerne voll ausgenutzt. Dienstags waren wir nach Barbuda gesegelt und vergangenen Dienstag hätte es zurück gehen sollen. Doch leider war für Dienstag nur sehr schwacher Wind und noch dazu aus der falschen Richtung angekündigt. Und so mussten wir den Urlaub mit Solveig einen Tag verkürzen und bereits am Montag zurück segeln.

Der Abschied von Barbuda fällt uns immer schwer, zumal wir wussten, dass es der letzte Besuch dieser Saison war, weil wir bald mal wieder den Weg nach Süden antreten müssen.

So ging es also nach dem Frühstück los, wir hatten leichten Wind und zu Beginn nicht allzu viele Wellen von der Seite. Wir kamen gut voran und schon bald zeichnete sich Antigua am Horizont ab.

Leider wurden die Wellen unterwegs etwas kabbeliger und der Wind wurde weniger. Keine allzu schöne Kombi, aber da muss man dann halt durch. Immerhin wurden wir durch den Fang eines kleinen Barrakudas etwas abgelenkt und nach 4 1/2 Stunden fuhren wir auch schon in die Diane Bay ein und das Geschaukel hatte ein Ende.