Schnorcheln von der Anse Noire in die Anse Dufour

Irgendwie hatte ich völlig vergessen Euch von diesem schönen Schnorchelausflug zu erzählen und das wollte ich nun mal noch nachholen.

Bevor wir aus der Rade de Fort-de-France weiter nach Ste. Anne und Le Marin gefahren waren, fuhren wir mit unserem Dingi zur Anse Noire. Dies ist eine kleine Bucht etwas südöstlich der Rade, die, wie der Name vermuten lässt, einen schönen kleinen schwarzen Sandstrand hat. 

In unserem Revierführer hatten wir gelesen, dass wir von hier aus an den Felsen entlang in die nächste Bucht schnorcheln können und man hier auf ein paar schöne Korallen u.ä. stoßen würde.

So ließen wir unser Dingi am Steg in der Anse Noire und los ging’s. Und tatsächlich war auch diese Unterwasserwelt wieder wunderschön. 

Wir sahen ein paar Bart-Feuerwürmer, unglaublich viele Schwärme kleiner Fische, und einige Dinge, die wir vorher noch nie gesehen hatten, wie z.B. wunderschöne Kelchkorallen, Stern-Krustenschwämme, Goldfedersterne und unglaublich viele Riesenfassschwämme. Aber seht am Besten einfach selbst:

   

Erneuter Tausch der Ankerkette

Eigentlich wollten wir gerne wieder raus nach Ste. Anne ankern, doch da wir montags eine neue Ankerkette bekommen sollten, blieben wir gleich in Le Marin.

Dort gingen wir am Montag Nachmittag rückwärts an eine Boje, schäkelten unseren Anker von der alten Kette ab und warteten auf die Lieferung der neuen Kette.

Diejenigen von euch, die unseren Blog regelmäßig lesen, wissen wahrscheinlich, dass wir vor genau einem Jahr hier in Le Marin eine neue Kette gekauft hatten. Diese hatte jedoch bereits nach drei Monaten angefangen zu rosten, weil die Galvanisierung wohl zu dünn war. Vor unserer Abfahrt aus Antigua Anfang August hatten wir den rostigen Teil abgetrennt, weil die Kettenglieder mittlerweile so durchgerostet waren, dass wir sie nicht mehr benützen wollten.

Wir hatten dies gleich im vergangenen Jahr im November bei Clippers Ship, wo wir die Kette gekauft hatten, reklamiert und diese hatten die Reklamation an den Hersteller weiter gegeben und uns einen kostenlosen Ersatz besorgt. Es gibt also sogar in den heutigen Zeiten noch gute und serviceorientierte Geschäfte. Eine große Seltenheit und deshalb war die Freude unsererseits riesig!

Der Tausch ging völlig problemlos vonstatten. Wir ließen die alte Kette hinunter ins Boot von Clippers Ship und holten dann mit der Ankerwinsch die neue Kette an Bord. Da wir jedoch an unserer Ankerwinsch kein Zählwerk haben, mussten wir noch ein paar Kettenglieder markieren, damit wir jeweils wissen, wie viel Kette wir ins Wasser gelassen haben. 

So ließen wir die Kette in unser Dingi, nahmen mit einer vorher abgemessenen Leine Maß und markierten alle 10m mit unterschiedlich farbigen Kabelbindern.

Um 17 Uhr hatten wir es geschafft und konnten dann gleich noch aus Le Marin heraus zurück nach Ste. Anne fahren, wo wir nun wieder im schönen türkisfarbenen Wasser ankern.

Fiona

Glücklicherweise war Fiona noch kein Hurrikan, als ihre Ausläufer vergangene Woche über uns hinweg zogen. Wir lagen mittlerweile vor Anker in Ste. Anne und waren darauf vorbereitet, dass wir eventuell umankern müssen nach Le Marin. Denn nachmittags sollte der Wind über Süden nach Westen drehen, wo wir dann hier völlig ungeschützt liegen würden.

Und so kam es dann auch. Der Regen setzte ein, der Wind drehte und bescherte uns bereits zu Anfang Wellen von ca. 0,5m Höhe. Vorhergesagt waren jedoch für den weiteren Verlauf 0,8-1,20m; es sollte also noch schlimmer werden. Da wir jetzt bereits nur noch ca. 30cm Wasser unter dem Kiel hatten, mussten wir sowieso an einen tieferen Ort umankern und so beschlossen wir, in die Bucht von Le Marin zu fahren, wo man in einem der Seitenarme wunderbar geschützt liegt. Zwischendurch kam noch mal richtig schön die Sonne zum Vorschein, die Gelegenheit um Anker auf zu gehen und nach Le Marin zu fahren.

Leider lagen wir hier zwar schön geschützt, doch um uns herum waren einige unbewohnte Boote, die an Bojen vertäut waren. Und eines dieser Boote rutschte bei einer 30-Knoten-Bö gefährlich nah an uns heran. Natürlich passierte dies kurz vor Sonnenuntergang im strömenden Regen. Aber so nah an unserem Nachbarn konnten wir auf keinen Fall liegen bleiben, denn der Wind sollte sich ja irgendwann wieder drehen und dann wären wir ineinander gekracht.

Also Bikini und Badehose angezogen und im prasselnden Regen raus, Anker hochgeholt, ein neues Fleckchen zwischen all den Booten gesucht und Anker wieder runter. Tja, so wird’s einem nicht langweilig!

Eigentlich wären wir an diesem Abend zu einem Stammtisch eingeladen gewesen, doch zum einen jagt man bei dem Wetter ja keinen Hund vor die Tür, zum anderen war es uns zu unsicher, unsere Silence alleine zu lassen. So kuschelten wir uns bei Dauerregen und kalten 25ºC ins Bett und schauten fern. Nachts wachten wir immer mal wieder von prasselnden Regengüssen auf und waren am nächsten Tag etwas gerädert. Fiona zog leider extrem langsam weiter und somit war der ganze nächste Tag grau in grau mit Nieselregen. Ich fühlte mich doch sehr an das Wetter in Deutschland erinnert 😉 Allerdings war es mit fast 28ºC doch deutlich wärmer und mit einer Luftfeuchtigkeit von 99% (!) auch deutlich feuchter als in Deutschland.

 

Doch Sonntags war bei uns der ganze Spuk vorbei, die Sonne lachte wieder und Fiona zog weiter Richtung Puerto Rico und Dominikanische Republik. Bei uns war wieder eitel Sonnenschein aber auf Martinique hatte sie mit den heftigen Regengüssen teilweise ganz schön Unheil angerichtet. Manchmal hat es doch Riesenvorteile wenn man auf einem schwimmenden Haus lebt.