Statt Inselhopping in einem Rutsch durch

Nachdem diese Hurrikan-Saison für uns total unspektakulär verlaufen war und wir die größten Bootsprojekte zum Abschluss gebracht hatten, beschlossen wir Anfang November nach Antigua zurück zu kehren.

Wir füllten unser Boot und unseren Kühlschrank mit leckeren französischen Lebensmitteln und holten uns einen Termin für den PCR-Test. Diesen absolvierten wir Freitag morgens und danach setzten wir die Segel, um gleich noch an die Nordspitze Martiniques nach St. Pierre zu segeln.

Es war ein wunderschöner Segeltag, die Sonne strahlte, es hatte nicht viel Wind und somit auch nicht viele Wellen und wir kamen wunderbar voran. Unterwegs überholte uns der Sohn unserer Nachbarn mit seiner Catana 47, verlor dann aber etwas Zeit, als er seinen Spi gegen das Vorsegel tauschte. So überholten wir ihn wieder und segelten kurze Zeit nebeneinander her. Doch dann zog er uns natürlich wieder davon. Tja, der Spruch „Länge läuft“ stimmt halt doch und fast 10 Fuß mehr machen ganz schön was aus. Außerdem hat die Catana auch wesentlich schmalere Rümpfe, da hatten wir wirklich keine Chance mitzuhalten.

Unterwegs fingen wir dann auch endlich mal wieder einen schönen Barrakuda. Das Abendessen war gesichert!

Abends trafen wir in St. Pierre wieder auf unsere Bekannten und vereinbarten für den nächsten Tag ein erneutes Foto-Shooting unterwegs. Wir planten gegen 6 Uhr los zu segeln, die anderen wollten erst ca. eine Stunde später los. Das passt. Dann haben wir etwas Vorsprung 😉

Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Wir wollten so gegen 5:30 Uhr aufstehen, um pünktlich um 6 Uhr zu starten. Doch da um kurz vor 5 Uhr (!) ein paar Männer mit Laubbläsern quasi direkt vor unserem Schlafzimmerfenster einen Höllenlärm veranstalteten, standen wir dann bereits eine halbe Stunde früher auf. Na ja, es wird sowieso gleich hell, dann segeln wir etwas früher los. So dachten wir. 

Wir holten den Anker hoch, motorten ein Stück aus der Bucht und Kai fing an das Großsegel hoch zu ziehen. Als er es fast geschafft hatte, hörten wir auf einmal ein reißendes Geräusch und danach ein Klirren und das Segel bewegte sich keinen Zentimeter mehr. Was war denn da los? Kai ging nach vorne zum Mast und stellte fest, dass der Mantel unseres Großfalls (die Leine mit der wir das Großsegel hochziehen) gerissen war, sich völlig verwurschtelt hatte, in der Mastdurchführung stecken geblieben war und diese herausgerissen hatte. Na super, so können wir nicht segeln!

Also muss das Segel erst einmal wieder runter, damit wir uns den Schaden anschauen können. Leichter gesagt als getan, denn die Leine bewegte sich keinen Zentimeter mehr und somit saß auch das Segel fest. So musste Kai ein Stück an unseren Wanten hochklettern, um den Mantel wieder herunter ziehen zu können. Als das geschafft war, wickelte er Panzertape um die kaputte Stelle und jetzt konnten wir das Segel wieder herunter nehmen. 

Wir ankerten wieder vor St. Pierre, um uns den Schaden in Ruhe anzuschauen. Tja, so können wir auf keinen Fall nach Antigua segeln. Aber was ist die Alternative? Wieder zurück nach Le Marin segeln und hoffen, dass wir dort ein neues Großfall kaufen können? Nicht gerade eine tolle Option, denn wenn wir jetzt umkehrten, würde unser PCR-Test verfallen und wir müssten nochmals einen neuen Test machen. Dann würden wir nochmal €100,- zum Fenster rauswerfen. Und das, wo wir noch nicht einmal wissen, ob wir in Le Marin ein neues Großfall bekommen. In Covid-Zeiten sind die ganzen Geschäfte nicht so ausgestattet wie normalerweise.

Das Risiko, dass wir völlig unnötig zurückfahren, war uns zu groß und so beschlossen wir alles notfallmäßig zu reparieren. Die Reparatur des Großfalls mit Panzertape schien erst einmal zu halten, aber die Mastdurchführung mussten wir unbedingt wieder anbringen, sonst würde sich das Großfall an den scharfen Kanten völlig durchscheuern. Also holten wir Nieten und Nietzange raus und versuchten unser Glück. Unsere Nieten waren zwar etwas kleiner als die ursprünglichen, aber wir konnten keine größeren verwenden, weil unsere Nietzange zu klein war. Aber das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen. Die Mastdurchführung saß wieder ziemlich fest und um kurz vor 7 Uhr konnten wir erneut die Segel setzen.

Ursprünglich hatten wir mal gehofft, dass wir es bis Sonnenuntergang nach Basseterre in Guadeloupe schaffen und wir dort für die Nacht ankern könnten. Doch mit dieser einstündigen Verzögerung schafften wir das nicht. Unterwegs war nicht das schönste Wetter. Überall um uns herum waren ständig Regenschauer und der Wind ging mächtig hoch und runter. 

Dennoch beschlossen wir bei Les Saintes, dass wir in einem Rutsch nach Antigua durchsegeln würden. Zum Abendessen gab es leckeren Backfisch und danach übernahm Kai die erste Wache, da ich hundemüde war. Wir motorten ein Stück im Windschatten von Guadeloupe und um 1 Uhr morgens übernahm ich die zweite Wache. Mittlerweile segelten wir wieder und kamen ganz gut voran. Ich machte Powernapping im Salon und bei Sonnenaufgang hatten wir bereits Antigua erreicht. Das schönste beim Segeln ist für mich immer das Ankommen. Herrlich, wir hatten es geschafft!

Um 7:30 Uhr versenkten wir unseren Anker in den schönen weichen Sand vor Jolly Harbour und dann gab es erst einmal Frühstück, bevor wir zum Einklarieren gingen.

Bonbons auf Bäumen

Hier in der Karibik gibt es nicht nur Mangos und Avocados in Massen, die wir teilweise einfach nur vom Boden aufheben müssen. Nein, hier wachsen sogar die Bonbons auf den Bäumen. 

Genips heißen diese kleinen grünen Bällchen, die man mit einem Biss in die Haut aufknackt und diese danach einfach abzieht. Zum Vorschein kommt oranges saftiges Fruchtfleisch mit einem großen Kern. Das steckt man einfach komplett in den Mund und lutscht so lange bis das Fruchtfleisch weg ist und man nur noch den Kern im Mund hat. Eine köstliche Erfrischung bei der Hitze und sicherlich gesünder als andere Bonbons 😉

Schmuck aus Samen

Unsere Nachbarin Veronique hatte mir ein Buch geliehen, das mit Fotos und Beschreibungen zeigte, wie man aus Samen Schmuck basteln kann. Das weckte natürlich gleich mein Interesse und so sammelten wir immer mal wieder Samenkörner. 

Am schönsten fand ich die Samen des Korallenbaums. In beigen gedrehten Hülsenfrüchten sind jeweils ca. 10 kleine rote Samen eingeschlossen. Diese glänzen als ob sie lackiert wären. Einfach fantastisch was die Natur hervorbringt. In Martinique werden diese Samen übrigens „graines d’eglise“ (Kirchensamen) genannt, weil früher daraus Rosenkränze hergestellt wurden.

Aber auch der Flammenbaum hat nicht nur fantastische Blüten, sonder auch sehr schöne Samen, die gut zum Basteln von Schmuck geeignet sind.

Palmen liefern ebenfalls schöne Samen, die man jedoch leider erst mühevoll bearbeiten muss. Zuerst muss die rote Hülle weg, dann die gelbe etwas strohige Hülle. Nun hat man den Samen freigelegt, der aber zuerst noch abgeschliffen werden muss. Hierzu verwendete ich einen Dremel mit grobem Schleifpapier, danach feineres Schleifpapier und am Ende polierte ich ihn noch. Puh, geschafft! Jetzt sehen die Samen auch toll aus.

Etwas einfacher sind wiederum die Cabalonga-Samen, die aussehen wie kleine graue Kieselsteine. Und auch die Tamarind-Samen kann man einfach auflesen und verwenden.

Aber nun mussten erst einmal Löcher in die Samen gebohrt werden und dann mussten noch ein paar Ideen her, was ich mit diesen Samen basteln könnte. Eine Anregung für die Samen des Flammenbaums fand ich im Buch von Veronique. Und so bastelte ich erst einmal daraus ein paar Ohrringe.

Und dann kamen mir noch ein paar Ideen für die Samen des Korallenbaums:

Mal sehen was mir für die anderen Samen noch so einfallen wird. Ich werde berichten.