Salondecke

Nachdem wir nun neue Energie getankt hatten, konnte es mit den Projekten auf unserer To-Do-Liste weitergehen.

Schon seit mehr als einem Jahr bekam ich unsere Decke im Salon nicht mehr richtig sauber. Überall um die Fenster herum waren kleine schwarze Schimmelflecken, die sich natürlich sehr von unserer weißen Salondecke abhoben. Aber da half alles schrubben und bürsten nicht, ich bekam sie nicht mehr weg. Anscheinend hatte Lagoon bei der Herstellung unseres Bootes den Bereich um unsere Fenster nicht abgeschliffen, denn dieser war wesentlich rauer als der Rest der Decke. Und dem Schimmel schien es zu gefallen, dass er sich überall in die kleinen Poren setzen konnte. 

Wir hatten das schon eine Weile auf unserer To-Do-Liste aber noch nicht wirklich Lust gehabt dieses Projekt anzugehen. Jetzt machten wir uns endlich daran. Kai schliff zuerst alles nass mit 500er Schleifpapier ab und ich wischte hinterher, um den ganzen Schleifstaub wieder weg zu bekommen. Dann das gleiche mit 1.000er Papier. Kai schliff, ich wischte! Dann noch eine Runde mit 1.500er und wischen, danach 2.000er und wischen und schließlich die letzte Runde mit 2.500er Schleifpapier. Jetzt nochmal alles richtig gut mit Wasser abwaschen und unsere Decke strahlte und glänzte wie nie zuvor. Mit dieser Arbeit waren wir einen kompletten Tag beschäftigt. Aber die Stellen, die wir bearbeitet haben, glänzen nun sogar noch mehr als der Rest der Decke! 

Und selbst nach mehreren Wochen im heißen und feuchten Klima der Hurrikan-Saison ist noch kein einziger Schimmelfleck zu sehen. Wie toll, da haben wir mal richtig was verbessert!

Ausflug nach Rivière Pilote

Glücklicherweise nahmen uns unsere netten Nachbarn Vero & Patrice dann am Wochenende mit auf einen kleinen Ausflug, sonst hätten wir wahrscheinlich ununterbrochen am Boot weiter gewurschtelt.

In Rivière Pilote war Samstags Markttag und deshalb sollte dies unser Ausflugsziel sein. Zuerst ging es mit dem Dingi einmal quer über den Kanal von Le Marin und an einem kleinen Strand entlang bis zur Einmündung eines Flusslaufs. Dort bogen wir in den Fluss ein und folgten diesem für ca. 3 km. Hier ein kurzes Video von unserer Fahrt:

Wir kamen an einem kleinen Fischereihafen vorbei und danach sahen wir nur noch Wiesen, Weiden, Kühe und Natur bis wir nach Rivière Pilote kamen.

Dort machten wir unsere Dingis an einem Baum an der Böschung fest und kraxelten an Land. Wir spazierten in die Mitte des Ortes und schlenderten dort über den Markt. Wir kauften uns ein paar lokale Paprika (im Supermarkt gibt es immer nur die importierten, die bereits nach ein paar Tagen verfaulen) und Vero & Patrice erstanden unter anderem ein paar frische Kokosnüsse, deren Fruchtfleisch wir gleich vor Ort verzehrten.

Danach brachen wir zu einem kleinen Spaziergang in einem Park auf und kaum hatten wir den Spaziergang beendet, als sich die Schleusen öffneten und es anfing zu schütten wie aus Kübeln. Glücklicherweise fanden wir schnell einen Unterstand mit Sitzgelegenheiten, wo wir die nächsten 45 Minuten saßen. Es goss und goss und goss. Irgendwann ließ der Regen endlich etwas nach und wir gingen im leichten Nieselregen zurück zu unseren Dingis. Das Einsteigen war eine kleine Herausforderung, denn der Boden war jetzt total klitschig und schlammig, aber wir schafften es alle ohne Ausrutscher. 

Mittlerweile schien wieder die Sonne und so machten wir in dem kleinen Fischereihafen Halt, um von dort aus noch zu einem schönen Strand zu laufen. Doch kaum waren wir bei dem Strand angekommen, als der Himmel sich auch schon wieder zuzog. Wir drehten eine kurze Runde, aber ohne Sonne sieht dann doch alles etwas trist aus.

Und kaum machten wir uns auf den Rückweg zu unseren Dingis, als der nächste Wolkenbruch kam. Wir stellten uns in einem Hauseingang unter, doch es hörte einfach nicht mehr auf zu regnen. Also da könnten wir ja stehen bis zum Sankt Nimmerleinstag. Das hat keinen Sinn! Und schließlich ist es ja nur Liquid Sunshine, wie die Locals hier immer sagen ;-). Also liefen wir im strömenden Regen zu unseren Dingis und fuhren, weiterhin im strömenden Regen, zurück zu unserer Silence. 

Dort herrschte schönstes Wetter, doch wir waren so durchgefroren, dass wir uns erst einmal einen heißen Tee kochten und gemütlich ein Stück Kuchen aßen. Aber trotz des nicht so tollen Wetters war es ein schöner Ausflug gewesen!

Diverse Nähprojekte

Zur Abwechslung machten wir uns nun mal an einige Näharbeiten. Als wir unser Bimini neu imprägniert hatten, hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Imprägnierung unsere ganzen Nähte angreifen könnte. Doch leider war dies der Fall. Bereits in Antigua hatten wir das Bimini heruntergenommen und einige lose Nähte neu genäht, doch nun waren noch mehr Nähte aufgegangen. Und da es jedes Mal ein ganz schönes Stück Arbeit ist, unser Bimini herunter zu nehmen und dann wieder neu zu spannen und fest zu machen, beschlossen wir, dass wir einfach einmal alle Nähte aufmachen und neu vernähen sollten. Welch eine Arbeit! Wir waren einen ganzen Tag von morgens nach dem Frühstück bis abends zum Sonnenuntergang damit beschäftigt.

Außerdem war auch bei unserer Sprayhood eine Naht aufgegangen. Die nähten wir am nächsten Tag wieder fest. So, jetzt gibt es keine losen Fäden mehr und es sieht alles wieder gut aus.

Und da wir die Nähmaschine jetzt sowieso schon aufgebaut hatten, nähten wir aus einer alten Lieblingsbettdecke von mir noch ein paar Kissenbezüge. Ich hatte im Internet nachgeschaut, wie man Knopflöcher näht und dabei herausgefunden, dass unsere Maschine sogar über eine Knopflochautomatik verfügt. Diese wollten wir unbedingt mal ausprobieren.

Das ist ja mal eine tolle Sache! Wir mussten nur den Knopf in den entsprechenden Fuß für die Nähmaschine legen und die korrekten Einstellungen vornehmen. Dann nähte die Maschine das Knopfloch von alleine. Und auch für den Knopf musste Kai lediglich den Fuß tauschen und dann wurde auch dieser wie von Zauberhand angenäht. Da hatten wir die Maschine nun schon seit ein paar Jahren und wussten nicht, dass sie so tolle Sachen kann. Man lernt eben doch nie aus!