Besuch aus Deutschland – Teil 3

Am Samstag morgen saßen wir gerade gemütlich beim Frühstück, als draußen auf dem Meer plötzlich eine rote Wolke auftauchte. Ich dachte zuerst, ich sähe eine Fata Morgana, doch dann dämmerte mir, was das war: ein Schwarm roter Ibisse! Welch ein schöner Tagesbeginn!

Nach dem Frühstück gingen wir wieder Anker auf und motorten nach Plymouth. Dort wollten wir mit Andreas die Adventure Farm besuchen, in der wir vor ein paar Wochen die vielen tollen Vögel gesehen hatten. Und auch dieses Mal war es wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Ich traute mich ganz nah an die Kolibris heran und stand am Ende mit meiner Kamera höchstens einen Meter von ihnen entfernt. Wahnsinn!

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch kurz das Courlander Monument an, von welchem wir einen schönen Ausblick auf unsere Silence hatten. Das Monument markiert den Standort der ältesten Stadt und des ältesten Forts auf Tobago aus dem Jahre 1628.

 

Danach ging es wieder zurück zu unserer Silence, wo wir abends zwei selbstgefangene Makrelen mit Reis und Gemüse zubereiteten. Und zum Abschluss des Abends spielten wir noch eine Runde Pandemie, unser absolutes Lieblings-Brettspiel!

Sonntags morgens setzten wir die Segel für den letzten Törn von Andreas’ Urlaub und segelten gemütlich vorbei an der Bon Accord Lagoon und dem Pigeon Point in die Store Bay. Dort unternahmen Kai und Andreas einen kleinen Spaziergang zum Pigeon Point und dann neigte sich auch dieser Tag schon wieder seinem Ende zu.

Besuch aus Deutschland – Teil 2

Am Donnerstag hatten wir den Mietwagen noch für einen halben Tag und fuhren mit Andreas an der Westküste entlang bis nach Castara. Allein schon diese Straße ist ein Erlebnis. Sie schlängelt sich die ganze Zeit an der Küste entlang, geht hoch und runter, wird teilweise einspurig und windet sich durch einige verschlafene Dörfer.

In Castara wanderten wir zu einem kleinen Wasserfall. Auf dem Weg sahen wir viele Fische, ein paar Geckos, einen großen Falter und einige Green Herons (kleine Reiher). Danach machten wir noch einen Abstecher zum Strand, bevor es wieder zurück nach Charlotteville ging, wo wir den Mietwagen zurück gaben.

Anschließend liefen wir zum Mittagessen zum Suckhole-Restaurant. Auch hier gibt es lokale Gerichte, aber auch Burger! Die Portionen waren gigantisch und mit viel Liebe angerichtet und Kai und ich waren froh, dass wir uns einen Burger mit Pommes, Salat, Gemüse, Avocado und Apfel teilten, denn wir waren auch so mehr als satt!

Am Freitag ging es anstatt über Land weiter zu Wasser. Wir lichteten morgens den Anker in Charlotteville und segelten ganz gemütlich in die Englishman’s Bay. Am Anfang ging es mit ca. 2 Knoten etwas sehr langsam voran, doch später frischte der Wind auf und wir konnten mit knapp 4 Knoten segeln. Und als wir Fahrt aufgenommen hatten, kamen dann auch die Delphine. Sie begleiteten uns gute 2 Stunden, sprangen vergnügt aus dem Wasser und warteten immer wieder auf uns. Die Zeit verging wie im Flug und schon lag die Englishman’s Bay vor uns. 

Dort angekommen, zogen wir unsere Schnorchelsachen an und schwammen an den Felsen entlang an den Strand. Dort gibt es eine kleine Bar, die sehr leckern Buss up Shot anbietet. Hierbei handelt es sich um ein leckeres Curry-Gericht, in diesem Fall Hühnchen-Curry mit Kichererbsen und gerupftem Roti-Brot, das man in die Soße tunkt. Wow, war das lecker!

Besuch aus Deutschland

Anfang September besuchte unser Freund Andreas uns für eine Woche. So holten wir Dienstags um 13 Uhr den Mietwagen in Charlotteville ab und fuhren einmal an der gesamten Westküste entlang (55 km in ca. 2 Stunden) bis zum Flughafen am Crown Point. Leider hatte seine Maschine etwas Verspätung und bis er durch die Immigration war, war es schon so spät, dass wir den Rückweg im Dunkeln antreten mussten und Andreas somit gar nichts von der schönen Aussicht mitbekam.

Wir hatten uns für die eine Woche ein ziemlich straffes Programm überlegt und so fuhren wir gleich Mittwochs morgens mit dem Mietwagen auf den Flagstaff Hill, um die Aussicht zu genießen. Danach ging es über Speyside weiter zu den Argyle Falls, den höchsten Wasserfällen von Tobago (54m hoch). Diese bestehen aus mehreren kleinen Kaskaden und während zuerst ein breiter Weg bis zu den Wasserfällen führt, geht es danach über einen ganz schmalen Pfad weiter bis ganz nach oben.

Der nächste Programmpunkt war die Main Ridge Forest Reserve. Diese ist das älteste Waldschutzgebiet in der westlichen Hemisphäre (1776 unter Schutz gestellt) und der zentrale Gebirgsrücken erstreckt sich über ca. 2/3 der Länge Tobagos. Es gibt unzählige Wanderwege und  wir hatten die Qual der Wahl. Wir entschieden uns für den Gilpin Trace, den wir ca. 2 Stunden erwanderten. Der Pfad war teilweise recht schmal, führte vorbei an kleinen Bächen und Wasserfällen, über Brücken und unter umgestürzten Bäumen hindurch. Wie immer war es unglaublich grün und überall zwitscherten die Vögel.

Danach gab es einen kleinen mitgebrachten Snack, bevor wir durch den restlichen Park fuhren, um auf der Ostseite wieder an die Küste zu fahren. Dort unternahmen wir, als Kontrastprogramm, einen kleinen Strandspaziergang in der Bloody Bay, erfrischten uns mit kühlen Getränken und machten uns dann auf den Rückweg nach Charlotteville.

Kurz vor Charlotteville machten wir noch einen Stop am Fort Campbelton, um von dort einen Blick auf unsere Ankerbucht zu werfen. Dann fuhren wir zurück zu unserer Silence, duschten und zogen uns um und fuhren an Land, um in einem kleinen Restaurant ein typisch karibisches Abendessen zu genießen. Das Essen war sehr lecker, der Service jedoch mal wieder ziemlich mies. Wir bekamen Essen und Getränke und dann war die Bedienung nicht mehr zu sehen bis Andreas und Kai ihre Teller leer hatten. Dann kam sie angeschlurft und stand so lange neben mir, bis auch ich endlich den letzten Bissen hinuntergeschlungen hatte und sie uns die Teller entreißen konnte. Ja, ein typisch karibisches Restaurant!