Rundwanderweg zur Anse Trabaud

Nach all den Arbeiten am Boot fanden wir, dass wir uns mal einen kompletten Tag Pause verdient hatten. Schon seit einiger Zeit wollten wir gerne eine größere Wanderung zu einem Strand machen, an dem wir vorher noch nicht gewesen waren: der Anse Trabaud. 

Von dort führt ein Wanderweg über die Savane de Pétrifications (Savanne der Versteinerungen) an mehreren Stränden vorbei zurück nach Ste. Anne. Ein schöner Rundweg von ca. 17km.

So gingen wir gleich nach dem Frühstück los. Wir waren gut ausgerüstet mit 3l Wasser, einem Baguette, Käse, Salami und Tomaten. Zumindest dachten wir, wir seien gut ausgerüstet, da sollten wir uns aber irren.

Der Weg führte zuerst ins Landesinnere, zwischen schönen grünen Zuckerrohrfeldern hindurch. Es sah malerisch aus, aber zwischen dem Zuckerrohr wehte überhaupt kein Wind und die Sonne brutzelte uns direkt von oben auf den Kopf. Welch eine infernalische Hitze!

Als wir nach ca. 6km an der Anse Trabaud ankamen, hatten wir bereits 2l unserer Wasservorräte aufgebraucht und gerade mal etwas mehr als ein Drittel der Strecke bewältigt. Au weia! Zur Abkühlung zogen wir erst einmal unsere Schuhe aus und stellten uns am Strand ins Wasser. Danach machten wir Mittagspause unter einer schönen schattigen Palme und dann konnte es weiter gehen.

 

Wir liefen direkt am wunderbar leeren Sandstrand entlang, bogen um eine Kurve und trafen auf einige Fischer, die gerade beim Seine-Net-Fischen waren. Sie hatten eine Unzahl von Fischen gefangen und füllten mehrere Boote mit dem leckeren Fang. Wow, das hätten wir nicht gedacht, dass es hier noch so viele Fische gibt! Schade, dass wir keine Kühltasche dabei hatten, sonst hätten wir ihnen gleich ein paar abgekauft.

Dann änderte sich die Landschaft und der Strand mit seinen grünen Büschen und Bäumen ging über in eine etwas kargere Landschaft mit dunklem Sand, Dünen, Kakteen und Gras: die Savanne der Petrifikationen. Sie hat ihren Namen von versteinertem Holz, das hier früher überall zu finden war. Heute gibt es davon leider nichts mehr zu sehen, weil die Einheimischen alles eingesammelt und weggeschleift haben. Schade! Aber auch so war es hier sehr schön.

Die Savanne endet an einer kleinen Brücke, an der wir vor ein paar Jahren, von der anderen Seite kommend, schon einmal waren. Schon damals stand diese schöne kleine Brücke mitten im Wasser und war nur über ein paar sehr glitschige Steine zu erreichen. Welcher Scherzkeks hat sich denn das ausgedacht? Da das Wasser aber an den meisten Stellen nicht sehr tief war, zog ich lieber gleich meine Schuhe aus und lief im Wasser neben den Steinen rüber zur Brücke. Und auf der anderen Seite das gleiche Spiel: lieber gleich im seichten Wasser laufen, als von den Steinen ins Wasser zu fallen.

Und danach ging es weiter mit Stränden und Stränden. Kein Mensch weit und breit an der Grand Anse des Salines! Ist das nicht herrlich?

Doch an der Petit Anse des Salines sah es etwas anders aus. Dort waren mittlerweile wieder die Restaurants geöffnet und auch ein paar Souvenirgeschäfte waren offen. Unser Glück, denn unser Wasser war fast leer, wir schwitzten und ich hatte eine knallrote Birne. Wir stürzten uns in einem Restaurant auf die Stühle, sanken stöhnend darauf nieder und bestellten für jeden von uns erst einmal eine große Flasche kaltes Wasser mit Zitrone! Das schmeckte herrlich und langsam nahm mein Kopf auch wieder eine normale Farbe an. 

Am liebsten wären wir einfach hier sitzen geblieben, aber es war bereits Nachmittag und wir hatten noch ein Stück Weg vor uns. Also hievten wir unsere erschöpften Knochen hoch und weiter ging’s mit frischem Schwung!

Glücklicherweise führte der Weg nun in einem kleinen Wäldchen vorbei an der Anse Meunier bis zur Anse Caritan. Das war wesentlich angenehmer, als in der Sonne! Aber wir waren dennoch froh, als wir wieder in Ste. Anne ankamen und dort gab es dann noch ein Eis aus dem Supermarkt, bevor wir zu unserer Silence zurückkehrten.

Eine wunderschöner Tag, eine tolle Wanderung, aber nächstes Mal auf jeden Fall mit mehr Trinkwasser!

Es hört nicht auf…

…mit den Reparaturen. Eigentlich wollten wir uns ein paar spaßigen Verschönerungsprojekten widmen, doch unsere Silence wollte, dass wir erst noch etwas weiter reparieren.

Zuerst tropfte uns, wenn es geregnet hatte, Wasser von der Decke im Salon. Der Handlauf außen am Salondach ist nach innen verschraubt und abgedichtet, doch anscheinend war die Dichtmasse abgekommen. Also Verkleidung weg, Schraube auf, neue Dichtmasse drauf und Verkleidung wieder festgeklebt. Dicht! Sehr gut!

Dann konnten wir einen unserer Stauräume am Bug nicht mehr richtig öffnen. Der Hubzylinder war kaputt. Also gleich zwei neue gekauft, weil der am Ankerkasten auch total verrostet war, und ausgetauscht. Mal sehen, wie lange das hält. In Deutschland gäbe es Hubzylinder aus Edelstahl, hier bekommen wir nur die billigen, die wahrscheinlich in zwei Jahren wieder weggerostet sind. 

Und jetzt geht es endlich an unsere Verschönerungsprojekte: wir tauschen den Duschkopf in unserem Bad gegen einen neuen. Zwar benutzen wir unsere Innendusche nie, aber anschauen mussten wir den abgeblätterten Duschkopf dennoch. Und so sieht das gleich wieder besser aus.

Außerdem hatten wir im Gästebad vor ein paar Jahren die Dusche durch einen normalen Wasserhahn ersetzt. Da aber nicht alle Gäste so abgehärtet sind wie wir und auch im „Winter“ im Freien duschen möchten, haben wir nun auch dort wieder eine Dusche eingebaut.

Dann gab es noch neue Vorhänge für die beiden Gästekabinen. Hier hingen noch die ursprünglichen Vorhänge, die doch sehr altmodisch aussahen. Ich hatte noch Stoff von Ikea mit dem wir bereits vor ein paar Jahren die Vorhänge in unserer Kabine genäht hatten. Aus diesem schnitten wir nun auch die drei Vorhänge für die Luken in den Gästekabinen. Dann kauften wir noch eine Vorhangstange für den kleinen Stauraum unter dem Bett und auch dieser bekam einen Vorhang. Das gefällt uns jetzt viel besser!

Da wir in Martinique keine neue Abdeckung für unsere Motorhebel gefunden hatten (da müsste man die gesamte Schaltung austauschen, Kosten €600,-), ließen wir uns vom Sohn unserer Nachbarn eine gebrauchte Abdeckung aus einem Second-Hand-Laden in Grenada mitbringen. Nicht wie neu, aber eindeutig eine Verbesserung!

Die Scharniere unserer Teebox waren auch ziemlich rostig und wir hätten gerne neue gekauft, gab es aber nicht! Also baute Kai sie aus, bearbeitete sie mit Sandpapier und siehe da, schon strahlen sie wieder.

Nun noch einen Hebel an einer Leitung unseres Wassermachers erneuert, der total verrostet war und  unsere Silence sah wieder ein paar Jährchen jünger aus 😉

Jetzt können wir endlich mal etwas auf unserem Trampolin liegen und entspannen. Aber nein, das Trampolin hat sich gelängt und wir hängen total durch. Also ein neues Projekt: Trampolin nachspannen! Hört das denn nie auf?

Wir wurschteln und wurschteln

Seit wir in Martinique waren, hatten wir fast die ganze Zeit am Boot Sachen repariert oder gewartet. Und als wir gerade ein Licht am Ende des Tunnels sahen, erfuhren wir an Kais Geburtstag, dass unser Heizkessel zu Hause kaputt ist. Wahrlich kein schönes Geburtstagsgeschenk! So waren wir zwei aufregende Wochen lang damit beschäftigt, diesen erst reparieren und dann doch austauschen zu lassen. Mit der Zeitverschiebung von 6 Stunden war es nicht immer einfach Handwerker zu erreichen und die Dinge ins Laufen zu bringen und so standen wir ein paar Mal mitten in der Nacht auf, um mit Handwerkern zu telefonieren, Angebote einzuholen usw.. Glücklicherweise hatten wir Unterstützung von unseren Freunden Andreas und Marie und unsere Mieterin Albina koordinierte die Termine vor Ort, so dass wir alles gewuppt bekamen und unsere Mieter relativ schnell wieder warmes Wasser hatten. Ein großes Dankeschön an Euch drei für eure Hilfe!

Und als ob wir damit nicht schon beschäftigt genug gewesen wären, fing zeitgleich unser Dingi an zu lecken. Der Aluboden war an zwei Stellen durchgebrochen und musste dringend geschweißt werden. Gut, dass in Le Marin die Profis nicht weit sind und es dort sogar einen deutschen Schweißerbetrieb gibt. Somit waren innerhalb eines Vormittags die Lecks zugeschweißt und wir hatten die Stellen noch zusätzlich durch eine neue Konstruktion verstärken lassen. 

Und da ja immer drei Dinge auf einmal kommen müssen, ging dann auch noch unsere Starterbatterie kaputt. Uns stand es mal wieder Oberkante Unterlippe und es kamen verstärkt Gedanken auf, ob wir denn wirklich so weiterleben möchten. Wir hatten das Bootsleben total satt. Da rackert man sich zwei Monate lang ab, um das Boot wieder auf Vordermann zu bringen und wenn man endlich denkt, man hätte es geschafft und könnte nun etwas entspannen, fliegt einem wieder alles mögliche um die Ohren. Früher trösteten wir uns dann immer damit, dass wir nach der Hurrikan-Saison wieder schöne Inseln erkunden können und so herrlich frei sind, doch das ist uns durch Covid auch genommen. Das Reisen ist teuer und beschwerlich und so bleibt man am besten wo man gerade ist, weil man nie weiß, was einem auf der nächsten Insel an PCR-Tests, Quarantäne, Lockdowns, usw. erwartet. Also auch nicht wirklich etwas, auf das man sich freuen kann.

Doch wie schon so oft schoben wir die negativen Gedanken erst einmal beiseite und versuchten das Beste aus der Situation zu machen. Es hilft ja nichts, da müssen wir jetzt erst einmal durch!

So wurschteln wir vormittags am Boot und nachmittags machten wir zur Ablenkung Spaziergänge oder gingen mit Freunden schnorcheln. Und abends trafen wir uns ein paar Mal mit Freunden zum Domino spielen oder gingen zu einem deutschen Stammtisch.

Ein paar Mal kiteten wir sogar im Kanal, der von Ste. Anne nach Le Marin führt. Das war alles andere als toll, aber da wir schon seit zwei Monaten nicht mehr gekitet hatten, wollten wir es zumindest mal probieren. So, das ist abgehakt, müssen wir nicht mehr machen 😉