Grenada Episode 3 – Spice Island

Grenada wird von seinen Bewohnern auch liebevoll Spice Island also Gewürzinsel genannt. Wenn ihr bereits Episode 1 unserer Grenada-Tour gelesen habt, ist euch sicherlich klar, warum das so ist. Doch auf unserer heutigen Tour sollten wir nochmals einen erstaunlichen Überblick über die Früchte, Kräuter und Gewürze bekommen, die auf Grenada wachsen.

Da wir den Mietwagen bereits um 14 Uhr zurückgeben mussten, war unser einziger Programmpunkt für diesen Tag „De La Grenade Industries“, eine Fabrik, die unter anderem leckere Marmeladen, Sirup, scharfe Soßen u.v.m. aus lokalen Erzeugnissen herstellt.

Zuerst verschafften wir uns im Hauptgebäude mit Blick auf die Fabrikation einen Überblick über die Produktpalette. Natürlich durfte auch hier eine Verköstigung nicht fehlen und so probierten wir zuerst Muskatnuss-, Guaven- und Pfeffer-Marmeladen und -Jellies. Danach gingen wir über zu den Barbeque- und Gewürzsoßen, von denen es einige ganz schön in sich hatten. Dann bekamen wir zwei verschiedene Säfte zum Probieren, von denen einer grausliger schmeckte als der andere. Uns wurde versichert, dass beide sehr gesund seien und das glaubten wir aufs Wort, aber dennoch waren wir uns alle drei einig, dass es uns ziemlich schlecht gehen müsste, bevor wir diese nochmals freiwillig trinken würden. Als krönenden Abschluss und wohl als Versöhnung gab es dann noch Pancakes mit sehr leckerem Muskatnuss-Sirup, von dem wir uns gleich zwei Flaschen auf Vorrat kauften. Und natürlich deckten wir uns auch nochmal mit ein paar Gläsern des leckeren Muskatnuss-Jellies ein, das wir schon seit Jahren lieben.

Im Besuch der Fabrik mit eingeschlossen ist ein Rundgang durch den Nutmeg Garden, wo viele der für die Produktion benötigten Kräuter und Gewürze angebaut werden. Die Köchin persönlich führte uns durch den Garten und zupfte unzählige Blätter und Pflanzen ab, zerrieb diese zwischen den Händen und ließ uns raten, was wir da rochen. Es gab Lorbeer, Nelken, Zitronengras, Vanille, Zimt, Minze, Eisenkraut und so vieles mehr, dass ich den Überblick verlor. Sie schnitt Wurzeln ab und zeigte uns frischen Ingwer und Kurkuma, deute auf Avocados, Muskatnüsse, Mangos, Cashews, Sternfrüchte, Ananas, Orangen, Papayas, Sauersack, …

Außerdem gab es zur Zierde wunderschöne Blumen wie z.B. Birds of Paradise und und und. Wir waren völlig überwältigt von der Vielfalt dieses kleinen Gartens und der Kenntnis unserer Führerin. Nach mehr als einer Stunde kehrten wir mit duftenden Händen und ein paar kleinen Mangos für den sofortigen Verzehr zu unserem Auto zurück. Welch ein krönender Abschluss unser Inseltour!

 

Grenada Episode 2 – Natur pur

Während wir auf unserer ersten Tour den Schwerpunkt auf die ess- und trinkbaren Produkte Grenadas legten, wollten wir uns auf der nächsten Tour mehr der Natur widmen.

So starteten wir unsere zweite Inseltour mit einem Abstecher zum hoch über St. George’s gelegenen Fort Matthew, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und unsere Ankerbucht hat.

Danach ging es weiter zu den Annandale Waterfalls, die sehr leicht über einen geteerten Weg erreichbar und somit aber auch ziemlich touristisch sind. So schossen wir hier nur schnell ein paar Fotos, bevor wir direkt weiter fuhren zum Grand Etang. Vom Besucherzentrum aus hat man einen schönen Ausblick auf diesen alten Kratersee. Doch auch hier war gerade ganz schön was los, weil morgens ein Kreuzfahrtschiff in St. George’s angekommen war. So ließen wir Andreas geschwind alleine den Ausblick genießen und fuhren dann gleich weiter zu den Seven Sisters Waterfalls.

Hierbei handelt es sich, wie der Name schon erahnen lässt, um sieben Wasserfälle, von denen wir jedoch nur die ersten beiden anschauen wollten, weil die anderen fünf nur über eine lange und anstrengende Wanderung erreichbar sind. Hier wurden wir dann auch prompt die Touristen los und wanderten fast alleine zu den Wasserfällen und zurück. Der Weg war anfangs sehr breit, verengte sich aber zunehmend, führte irgendwann viele Treppenstufen nach unten, bis er plötzlich vor einer Furt endete. Hm, ob wir da wohl trockenen Fußes hinüberkommen? Einer schaffte es, die anderen beiden leider nicht! Doch da wir mit einer schönen Aussicht belohnt wurden, war das nicht so schlimm. Nach ca. 1 1/2 Stunden waren wir zurück am Besucherzentrum und wir konnten uns auf der Weiterfahrt mit dem Auto etwas ausruhen.

Unser Weg führte uns durch’s Hinterland Grenadas über eine der schönsten Straßen der Inseln. Diese führt direkt durch das Belvidere Estate, die größte Muskatnuss-Farm Grenadas. Meilenlang wanderte diese Straße durch herrliche grüne Landschaft und tatsächlich sahen wir überall Muskatnuss-Bäume, aber auch Orangen- und Kakaobäume.

Als wir endlich wieder auf der Hauptstraße ankamen war es bereits früher Nachmittag und es plagte uns der Hunger. So fuhren wir auf Empfehlung einer Bekannten zur Petite Anse, wo ein wunderschönes kleines Hotel direkt am Strand steht. Dort bekamen wir auf der Terrasse mit Blick auf die vorgelagerten Inseln einen leckeren Imbiss serviert und genossen den tollen Ausblick und das Meeresrauschen. Am liebsten wären wir hier ewig sitzen geblieben!

Doch wir hatten ja noch mehr auf dem Programm stehen. Und so machten wir nach dem Essen einen kurzen Spaziergang zum Strand bevor es weiterging zum nordwestlichsten Punkt der Insel, einer Ortschaft namens Sauteurs. Der Name stammt aus dem französischen und bedeutet Springer und die Stadt heißt so, weil sich hier im Jahre 1651 die letzten karibischen Ureinwohner von einer 40 Meter hohen Klippe ins Wasser stürzten, um der Herrschaft der französischen Eroberer zu „entkommen“. Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, der auch noch einen Jahrhunderte alten Friedhof beherbergt.

Am späten Nachmittag mussten wir uns dann wieder auf den Rückweg machen. Im letzten Sonnenlicht fuhren wir durch Gouyave, ein wunderschönes Fischerdorf an der Westküste, und kamen im Dunkeln in St. George’s an. Hier verstrickten wir uns etwas im Einbahnstraßengeflecht der kleinen Gässchen und vor allem Kai war sehr froh, als er uns endlich sicher ans andere Ende der Stadt gebracht hatte.

Grenada Episode 1 – eine kulinarische Inseltour

Mit unserem Besucher Andreas gingen wir in Grenada für 2 1/2 Tage mit dem Mietwagen auf Inseltour. Für den ersten Tag hatten wir ein straffes Programm zusammengestellt, welches uns vom Süden bis hoch in den Nordosten der Insel führte.

Morgens starteten wir in der Hauptstadt St. George’s und fuhren entlang der Küste nach Grenville, der zweitgrößten Stadt der Insel. Dort besichtigten wir die herrlich nostalgische Nutmeg Processing Station, in der die von den Farmern angelieferten Muskatnüsse getrocknet, sortiert und teilweise auch geschält werden. In der ganzen Fabrik gibt es lediglich eine einzige Maschine, der Rest ist Handarbeit. Leider fand an unserem Besuchstag keine Produktion statt, aber ein sehr engagierter Führer erklärte uns ausführlich die ganzen Arbeitsschritte.

 

Nach einem schnellen Mittagessen in einer kleinen Bar, wo Andreas seinen ersten Roti aß, ging es weiter zur Grenada Chocolate Factory. Diese liegt auf einer kleinen Nebenstraße mitten in den Bergen und hier ging es dann auch schon wesentlich moderner zu. Es gab eine Maschine, die die Kakaobohnen röstet, dann wurden sie in einer anderen Maschinen zu verschieden großen Stücken zerhackt, bevor einige der Stücke in der nächsten Maschine zermahlen wurden. Im nächsten Arbeitsgang wurde das Kakaopulver weiterverarbeitet zu Kakaobutter. Und schließlich wurde an der letzten Maschine mein absolutes Lieblingslebensmittel hergestellt: Schokolade! Es gibt diese in einer salzigen Ausführung und in einer mit kleinen Kakaostückchen und natürlich gibt es sie auch mit unterschiedlichem Kakaogehalt: 60%, 70%, 80% und 100%! Wir kosteten uns einmal durch das ganze Sortiment, doch mein Favorit ist und bleibt die Nib-a-licious mit ihren leckeren Kakaostückchen.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand das Belmont Estate auf dem Programm. Dies ist eine große Kakaoplantage, die mittlerweile auch eine eigene Schokoladenfabrik hat. Und selbstverständlich probierten wir auch hier einmal das zwar deutlich kleinere aber auch sehr leckere Sortiment.

Schokolade hatten wir nun genug gekostet, daher sollte es jetzt an die flüssigeren Produkte der Insel gehen. Und so fuhren wir zur River Antoine Rum Distillery, der ältesten noch voll funktionstüchtigen Destillerie der östlichen Karibik. Und hier fühlten wir uns wieder zurückversetzt in ein anderes Jahrhundert. Die Maschine, die das Zuckerrohr zerquetscht, wird von einem großen Wasserrad angetrieben und auf- und abgeladen wird per Hand. Danach fließt der Saft in Betonbecken (früher waren dies Holzfässer, doch leider gibt es auf der Insel mittlerweile niemanden mehr, der diese herstellen kann) und gärt dort, bevor er in Kesseln über Holzfeuer destilliert wird. Die Flaschen werden per Hand abgefüllt und mit der einzigen modernen Maschine der gesamten Fabrik verschlossen. Selbstverständlich gab es auch hier am Ende der Führung eine Kostprobe und wir starteten mit dem stärksten Rum, den wir je getrunken hatten. 75 prozentiger Alkohol lief uns die Kehle hinunter und brannte danach ganz schön im Hals. Wir waren uns alle einig, dass der Schokolikör, der aus dem Rum hergestellt wird, uns am besten schmeckt, obwohl es auch dieser noch ganz schön in sich hat.

Am frühen Nachmittag traten wir den Rückweg an, der uns am Lake Antoine, einem alten Kratersee, vorbei führte. Auf dem Weg gab es an einem Straßenstand noch schnell frisches Kokosnusswasser, bevor es weiter in Richtung St. George’s ging.

Doch das Programm sollte hier noch nicht zu Ende sein. Denn was wäre eine kulinarische Reise ohne ein schönes deftiges Abendessen?! Und so gönnten wir uns in Aziz‘ pakistanischem Restaurant noch einen riesigen Burger mit leichtem Zimtgeschmack und Süßkartoffel-Pommes.

Wer glaubt, dass wir nun völlig satt und erschöpft ins Bett fielen, der irrt sich. Denn neben Aziz gibt es eine kleine Hausbrauerei, die jeden Dienstag zur Jam Session einlädt. Und so ließen wir den Abend dort bei einem frischen kühl gezapften Bierchen ausklingen und lauschten den Darbietungen der verschiedenen Musiker.