Chikungunya erreicht epidemische Ausmaße

Mittlerweile stehe ich nicht mehr alleine da. So gut wie jeder auf Grenada hat Chikungunya.

Während ich das Boot nun seit mehr als 2,5 Wochen nicht mehr verlassen habe, war Kai ab und an mal an Land, um Wäsche zu waschen oder Lebensmittel zu besorgen. Egal mit wem er sprach, entweder kämpfte derjenige noch mit den Nachwirkungen von Chikungunya oder er hatte es bereits hinter sich oder er kannte mehrere Leute, die es gerade haben. Angeblich hat Chikungunya nun auf Grenada epidemische Ausmaße erreicht.

Bei mir kam dann zu allem Elend auch noch eine allergische Reaktion auf Paracetamol dazu. Nach drei Tagen fing urplötzlich mein Gesicht an zu schwellen und ich hatte wieder einen heftigen Ausschlag am ganzen Körper. Also musste ich das Paracetamol absetzen und kämpfte dann nicht nur gegen Chikungunya, sondern auch noch gegen diese Allergie.

Mittlerweile geht es mir seit ein paar Tagen wieder besser, aber ich habe immer noch geschwollene Füße und meine Hände schmerzen morgens so sehr, dass ich keinerlei schwere Dinge hochheben kann (und mit schwer meine ich z.B. ein dickes Buch). Bitte drückt mir die Daumen, dass das bald besser wird!

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Aber nun genug gejammert. Ich wollte Euch mal noch auf dem Laufenden halten, was wir sonst so alles in den letzten beiden Monaten gemacht haben.

Zuerst einmal mussten wir uns von einigen liebgewonnenen Freunden verabschieden. Elvira (unsere spanische Freundin, die auch kitet) flog im August zurück nach Spanien, weil sie in Alicante am 1.9. beim Volvo Ocean Team anfing zu arbeiten. Ihr Mann Pablo blieb uns noch einige Wochen erhalten, flog dann aber auch Mitte September zurück nach Spanien. Zuvor konnten wir jedoch noch von seiner unglaublichen Erfahrung profitieren. Pablo arbeitet für das Artemis Team beim Americas Cup. So schaute er mal all unsere Leinen durch und tauschte mit uns die Dirk, die Genua-Reffleine, die Leine vom Traveller und die Großschot. Auch sonst gab er uns noch unzählige Tipps und wir sind momentan dabei, diese in die Tat umzusetzen. Und natürlich brachte er uns auch noch bei, wie man Langusten fängt und daraus eine richtig leckere Paella de Valencia zubereitet.

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Leider gab es noch einen weiteren ganz großen Abschied. Unser schweizer Freund Franz möchte Anfang nächsten Jahres in den Pazifik und hat sich Ende August in Richtung der ABC-Inseln aufgemacht. Nachdem wir nun mehr oder weniger ein halbes Jahr zusammen mit Franz die Karibik erkundet hatten, war dies ein Abschied, der uns sehr schwer fiel. Aber so ist das Seglerleben: man lernt ständig neue nette Leute kennen und muss sich aber auch immer wieder von netten Bekanntschaften verabschieden.

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Ansonsten haben wir in den letzten Wochen eigentlich nur an unserem Boot gearbeitet. Hier mal eine Liste der Dinge, die wir bis jetzt erledigt haben:

– Kauf und Einbau eines neuen Wasserhahns im Bad
– alle Chromteile und Beschläge poliert
– aus Einzelteilen eine Lampe fürs Cockpit zusammengelötet
– automatische Bilgenpumpenschalter installiert
– Außenborder zur Inspektion gebracht
– ein Suncover fürs Cockpit genäht
– Aktivkohlefilter fürs Frischwasser eingebaut
– Bimini abgebaut und gewaschen
– Teile für einen Regensammler gekauft und installiert
– Motorraumdeckel neu abgedichtet
– Notausstiegslucke in unserem Schlafzimmer neu abgedichtet
– neuen Segelabweiser gekauft und getauscht
– im Waschbecken im Salon Silikon erneuert
– Umlenkung für Reffleinen am Baum verbessert
– Beschläge und Leinen für Spi abgebaut und gereinigt

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Außerdem kämpfen wir hier mit einem riesigen Schimmelproblem. Kai hat bereits die ganze Hundekoje entschimmelt und wir rennen beide täglich mit unserem feinen Javel-Wässerchen (Chlorbleiche) durch die Gegend und entschimmeln einfach alles: Schränke, Wände, Decken, Bilgen, Töpfe, Armbänder, Klamotten, Schuhe, Polster, Vorhänge, EPIRB, … Also ich glaube es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass hier in diesem feuchten Klima (wir haben momentan eine Luftfeuchtigkeit von 70-85%) einfach alles schimmelt! Na hoffentlich setzen wir beide demnächst nicht noch Schimmel an.

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Aber bei all der Arbeit hatten wir glücklicherweise auch ab und an noch Zeit einigen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. So waren wir Anfang September mit Pablo in Roger’s Bar auf Hogg Island. Hier treffen sich Segler und sonstige Wasserratten immer sonntags zum Barbecue und Sundowner. Auch waren wir schon einige Male in der Phare Bleu Marina. Dort gibt es eine sehr schöne Bar mit leckeren Cocktails und dienstags ist immer Pizza-Abend: Buy one, get one free! Da wollen wir heute abend noch hin, damit ich endlich mal wieder vom Boot komme!

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Pablo und unser Freund Mike nahmen bei einem HobyCat Race teil. Wir waren lediglich zum Anfeuern dort, aber anscheinend hat dies geholfen, denn immerhin belegten Pablo und Mike die Plätze 2 und 3. Das hatte uns so Lust auf HobbyCat segeln gemacht, dass wir uns eigentlich in der Phare Bleu auch mal einen ausleihen wollten. Aber leider hat uns meine Krankheit da einen Strich durch die Rechnung gemacht 🙁

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Außerdem hat Kai zusammen mit Pablo auch noch ein bißchen gekitet. Es hatte recht wenig Wind, so dass die beiden mit Pablos 14 qm Kite unterwegs waren. Im Vergleich zu unseren Kites flog das Teil extrem langsam. Als zusätzliche Schwierigkeit gab es noch eine kurze Welle, die beim nach links fahren genau gegenan stand. Trotz dieser widrigen Umstände hatten die beiden einigen Spass, v.a. da wir ja schon „ewig“ nicht mehr gekitet sind.

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Inzwischen freuen wir uns doch sehr auf das Ende der Hurrikansaison und den Beginn der Segel- und Kitesaison 2015!

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9 Gedanken zu „Chikungunya erreicht epidemische Ausmaße

  1. Na, dann wünschen wir Dir, Andrea,gute Genesung und Euch zusammen viel Vergnügen bei Euren nächsten gemeinsamen Aktivitäten (vielleicht mal wieder angeln ?).
    Viele Grüße

    Christine und Andi

    • Hallo Andi,
      nach meinem Ergebnis mit dem Kugelfisch bin ich mit angeln in der Bucht etwas vorsichtig geworden 😉 Und leider bewegen wir uns momentan sehr wenig von der Stelle. Aber das ändert sich hoffentlich bald und dann wird auch wieder die Angel ausgepackt. Drück die Daumen, dass dann auch diese Seegrasteppiche verschwunden sind, denn bei unseren letzten Versuchen hätte ich jeweils zum Abendessen eine große Schüssel Seegras-Salat machen können 😉
      LG Andrea

  2. Hallo Andrea,

    ich wünsche Dir auch gute Besserung und wenig Schimmel. Bei uns geht es heute hier sehr turbulent zu, denn wir ziehen tatsächlich ins Werk Wiesloch um. Das Grauen wird wahr, obwohl wir bis zum Schluss gehofft hatten…

    LG und viel Spaß
    Christin

    • Hi Christin,
      ich hätte nicht gedacht, dass das tatsächlich irgendwann passiert. Das war ja schon zu meinen Zeiten im Gespräch und ich hatte mir damals immer gewünscht, dass es wahr wird. Dann hätte ich statt 40 min. Fahrzeit nur noch 10 min. Fahrzeit gehabt. Doch für Dich ist es jetzt wohl leider umgekehrt. Das ist für Dich natürlich total blöd! Hoffentlich habt ihr dort zumindest schöne Büros. Ziehen die ganzen Leute aus der PMA auch mit um?
      LG Andrea

      • Nein, nur die HV zieht um und die Büros sind aus den 80er Jahren und unrenoviert und meines ist auch noch wesentlich kleiner als mein altes. Keiner der Heidelberger ist darüber happy. Wir dachten eigentlich alle, dass die Kollegen aus dem FEZ umziehen und wir ins FEZ. So kann man sich täuschen… Deine alte Abteilung zieht etwas später um, wir waren gleich die nächsten nach dem Vorstand.

        • Nun – wir in Wiesloch beisen nicht 🙂 und es gibt auch hier schöne Büros ….

          Liebe Andrea, Dir weiterhin gute Besserung!!!

          Grüße
          Tanja

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