Eine Granate schlägt ein

Der Segeltörn von St. Vincent nach St. Lucia sollte leider nicht so angenehm werden wie der Törn am Vortag.

Wir hatten mal wieder mehr Wind als angekündigt und vor allem aber auch höhere Wellen. Der Wetterbericht hatte leichten Nordschwell vorausgesagt und dieser entpuppte sich als ziemlich ungemütlich, weil er die ganze See durcheinander brachte und die Wellen sich extrem steil aufbauten.

Als wir in den Kanal hinein segelten, waren wir noch bei bester Laune. Unsere Angel sirrte und schon hatten wir wieder einen Barrakuda am Haken. Verhungern müssen wir die nächsten Tage nicht!

Doch danach wurde es ganz schön ruppig. Ständig kamen Wellen über und Kai bekam immer mal wieder eine Salzwasserdusche. Da wir wieder recht hoch am Wind fuhren, musste Kai nochmal unseren Achterliekstrecker (eine Leine, die den hinteren Teil der Genua spannt) fester zurren und „hing“ gerade Mitschiffs an der Genua, als plötzlich ein Kanonenschlag unser Schiff erschütterte. Es klang, als wären wir von einer Granate getroffen worden. Kai hing kurz in der Luft, unser Stuhl im Cockpit fiel um und schlitterte über den Boden, in den Schränken klirrte das Geschirr, mein Handy stürzte vom Navigationstisch bis hinunter in unseren Backbord-Rumpf (Kompliment an Apple, es hat keinen einzigen Kratzer), im Steuerbord-Rumpf rutschten alle möglichen Gegenstände durch die Gegend. Es sah wirklich aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen!

Das war kein angenehmes Segeln und wir waren beide sehr froh, als wir die beiden Pitons von St. Lucia auftauchen sahen und wussten, dass wir es bald durch den Kanal geschafft haben. Dann surrte unsere Angel nochmal und wir sahen eine wunderschöne Dorade an unserem Haken. Doch leider waren wir mit fast 8 Knoten etwas zu schnell unterwegs und ganz knapp bevor wir sie an Bord holen konnten, riss sie sich los. Na ja, nicht so schlimm, wir hatten ja bereits genügend Fisch für die nächsten Tage.

Hinter St. Lucia war die Welt wieder in Ordnung und wir segelten fast an der ganzen Küste entlang bis in die Rodney Bay. Dort gab es zum Sundowner einen leckeren Fischtatar und wir konnten uns etwas von dem anstrengenden Segeltörn erholen. Zum Abendessen gab es dann Fischfilets mit Zitronen-Kapern-Sauce auf Salzkartoffeln. Der eigene Fang schmeckt halt einfach fantastisch!

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