Tschüß North Sound

Montag vor einer Woche entschieden wir uns, dem North Sound erst einmal auf Wiedersehen zu sagen und zurück in die Nonsuch Bay zu segeln. Wir hatten gelesen, dass Antigua weitere 10.000 Impfdosen AstraZeneca-Impfstoff erhalten hatte und wir wollten uns in dieser Impfrunde  gerne impfen lassen.

Anfang März hatte Antigua innerhalb von 10 Tagen 25% der Bevölkerung geimpft. In unseren Augen eine Meisterleistung. Aber es herrschten anscheinend teilweise chaotische Zustände. Ein Bekannter hatte uns erzählt, dass er gleich morgens um 9 Uhr in einem der Impfzentren aufgeschlagen war und bereits ein riesiger Pulk Menschen vor dem noch verschlossenen Tor der Klinik stand. Als das Tor geöffnet wurden, drängten und boxten sich die Leute ihren Weg aufs Gelände. Dort stand unser Bekannter dann 4 1/2 Stunden in der prallen Sonne bis er an der Reihe war. Er empfahl uns also Mützen und Sonnencreme, ausreichend Wasser und Essen und ein gutes Buch mitzunehmen. Das klang ja alles gar nicht toll. In Zeiten von Social Distancing rotten sich die Leute zum Impfen in einer großen Menschenmenge zusammen und dann steht man stundenlang in der prallen Sonne. Au weia!

Sollten wir das mit dem Impfen vielleicht doch lieber lassen? Es ist ja nicht so, dass wir uns aus Angst vor einer Covid-Erkrankung impfen lassen wollen. Denn so abgeschieden wie wir leben, mit unseren minimalen sozialen Kontakten, halten wir es für sehr unwahrscheinlich, dass wir uns anstecken. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte Mal eine schlimme Erkältung, Darmgrippe o.ä. hatte? Für uns ist die Gefahr von Erkrankungen wie z.B. Dengue Fieber, Chikungunya, Zika o.ä., die durch Moskitos übertragen werden, sicherlich wesentlich größer. 

Aber da wir uns von Herzen wünschen, dass die Welt irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren kann, halten wir es für sinnvoll, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Ich weiß, dass es zu diesem Thema viele gegensätzliche Meinungen gibt und dies ist einfach unsere persönliche Meinung hierzu. 

Trotz aller Unwägbarkeiten bezüglich der Impfung in Antigua, wollten wir unser Glück am Dienstag versuchen. So brachen wir vergangen Montag unsere Zelte im North Sound ab und segelten in die Nonsuch Bay, weil es dort in der Nähe ein Impfzentrum gibt. Wir setzten das Großsegel noch innerhalb der Riffe, motorten dann aber durch den doch recht engen Bird Island Channel hinaus. 

Danach setzten wir die Genua und mussten erst einmal einen großen Holeschlag in Richtung Nord-Osten segeln. Wir hatten leichten Süd-Ost-Wind und unser Ziel lag leider im Süden von uns. So waren wir für eine Strecke von ca. 10 Seemeilen Luftlinie dann etwas mehr als 3 Stunden unterwegs. Aber wir hatten es ja nicht eilig. Gegen 16 Uhr kamen wir in der Nonsuch Bay an und richteten uns noch am Abend alle Sachen zusammen, die wir auf unseren Impftrip mitnehmen wollten.

Rucksack, 2l Wasser, Mützen, Regenschirm (als Sonnenschutz), gute Schuhe, unsere Masken, Reisepässe, Bücher, Geldbeutel, Handy, einen Apfel und zwei belegte Brote. Das sollte uns gut über die Runden bringen! 

Jetzt nicht allzu spät ins Bett, damit wir am nächsten Tag fit sind für unsere Impfung. Und wie es uns da erging, erzähle ich im nächsten Beitrag.

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