Aufgabenliste abarbeiten in Green Island

Wahrscheinlich werden jetzt einige von euch mal wieder schmunzeln und sagen: „Ach je, mussten die beiden mal wieder ein bisschen was arbeiten, statt den ganzen Tag faul rumzusitzen und abends Sundowner zu trinken.“ Aber ich hoffe, dass den treuen Lesern unseres Blogs mittlerweile klar ist, dass wir hier nicht im Dauerurlaub sind, sondern das Leben auf dem Boot zu einem großen Teil aus unliebsamen, dreckigen und nervigen Aufgaben besteht.

Und so hatten wir vor Ankunft unserer Gäste einige Dinge auf der Agenda, die noch erledigt werden sollten:

  • Unsere Dingi-Reparatur von Martinique sah ziemlich verwegen aus, weil unser Dingi eigentlich weiß lackiert ist, die neuen Alu-Teile aber nicht lackiert waren. Noch in Le Marin hatten wir uns Sprühlack gekauft, den wir hier am Green Island Strand auftrugen. Das sah gleich viel schöner aus.

  • Die Verstärkung im Segel über unseren Segellatten war an einigen Stellen aufgerieben und wir überklebten diese Stellen mit Segel-Tape. Dabei bemerkten wir, dass eine unserer Segellatten gesplittert war. Da müssen wir eine neue kaufen, aber erst einmal müssen wir die alte abschleifen und wieder einbauen, weil wir hier keine neue bekommen.

  • Unser Bimini war schon wieder undicht und wir imprägnierten es nochmal.

  • Die Griffe unserer Luken waren verschimmelt und wir säuberten diese mit Bleiche und rieben sie mit Vaseline ein.

  • Wo wir gerade beim entschimmeln waren, säuberten wir mal wieder alle Decken im Boot und den Deckel unseres Ankerkastens.
  • Die Halterung der Winschkurbel am Mast war auch völlig verdreckt und verschimmelt und musste ganz dringend mal geputzt werden.

  • Das Klettband am Bimini (Dach unseres Cockpits) zur Befestigung unserer Sprayhood (Spritz- und Regenschutz nach vorne raus) funktionierte nicht mehr und musste erneuert werden. Also ganzes Bimini runter, neues Band aufgenäht und Bimini wieder hoch und festgemacht.

  • An unserem Segelsack hatte sich ein Band gelöst. Um dieses festzunähen müssten wir das Großsegel herunter nehmen, also nähten wir es provisorisch von Hand fest.
  • Wir entfernten einige Rostflecken auf unserem Gelcoat und rieben nochmals einige Plastikteile mit Vaseline ein.

  • Da wir mit unseren Gästen auch segeln wollten, mussten wir unser Unterwasserschiff vom Bewuchs befreien.
  • Der Druck im Ausgleichsbehälter unserer Wasserpumpe stimmte nicht mehr und Kai musste diesen neu einstellen.
  • Als wiederkehrende Aufgabe mussten unsere Batterien gewartet und die Filter des Wassermachers getauscht werden.

Dann machten wir uns und unsere Silence bereit für die Ankunft der Gäste:

  • Wir räumten die gesamte Hundekoje aus, sortierten diese bei der Gelegenheit auch gleich mal aus, entschimmelten die Wände und die Decke und stauten unsere Kiteausrüstung an einen anderen Ort, damit wir hier die Kites und Boards unserer Gäste unterbringen konnten.

  • Da wir schon seit Ewigkeiten keine Gäste mehr hatten, hatte sich unser „Gäste-Rumpf“ etwas zugestaut und wir mussten alles ausräumen, umstauen und putzen.
  • Wir bauten im Gästezimmer einen neuen Rollo ein. Den gleichen hatten wir vor ein paar Monaten bei uns im Schlafzimmer eingebaut und nun nach längerem Test für gut befunden.
  • Ich stellte einen zweiwöchigen Menü-Plan für Mittag- und Abendessen auf und fertigte anhand dessen unsere Einkaufsliste an.
  • Wir stellten fest, dass die neu gekaufte Bettwäsche völlig andere Maße hatte als angegeben und nähten die Kopfkissenbezüge kleiner.

Nebenbei buken wir alle paar Tage frisches Brot, wuschen Wäsche, schnitten uns gegenseitig die Haare, putzen Nespresso-Kapseln zum Basteln und buken ein paar Weihnachtsplätzchen.

Morgens kiteten wir, mittags arbeiteten wir am Boot. Und natürlich ergaben sich dadurch auch nochmal ein paar Reparaturen an Kite-Zubehör:

  • Der Stoff an unserem alten 10qm Edge riss mal wieder und wir wollten eine neue Bahn einnähen. Doch leider funktionierte die Fadenspannung der Nähmaschine nicht mehr, so dass Kai erst einmal die Nähmaschine auseinander nehmen und reparieren musste.

  • Zwei Tage lang hatten wir so viel Wind, dass Kai mit seinem Surfboard rausging. Leider brach ihm hierbei eine alte Reparatur auf, die er erneut aufschliff und dabei feststellte, dass das Board nun komplett durchgebrochen war. Das gibt was größeres, muss also erst einmal vertagt werden.
  • Dann tat sich auf einmal ein Riss in unserem Foilboard auf, den Kai aber glücklicherweise nach zweimaligem Anlauf reparieren konnte.

Und als ob wir mit all diesen Dingen nicht schon ausreichend beschäftigt gewesen wären, bekamen wir von den Stadtwerken Hockenheim die Kündigung unseres Gasvertrags, mussten Tarife recherchieren und Schreiben an unsere Mieter verschicken.
Außerdem war die Nachtschaltung unserer neuen Heizung falsch eingestellt und musste geändert werden und die Abnahme unseres im Oktober neu eingebauten Brenners war noch nicht erfolgt. Auch hier sollte ein Termin vereibart werden. 

Und weil das immer noch nicht genug war, hatten wir noch Probleme mit unserer neuen Ankerkette. Als wir im November in Martinique Anker auf gegangen waren, entdeckten wir, dass unsere 3 Monate alte Ankerkette an einigen Stellen völlig blank war. Die Galvanisierung war abgekommen und die Kette fing bereits an zu rosten. Das konnte doch nicht wahr sein! Ich reklamierte dies und schickte ein paar Fotos an das Geschäft, in dem wir die Kette gekauft hatten. Daraufhin wollten sie von uns ein Foto, auf dem man bestimmte Markierungen erkennen kann, welche wir aber nirgends auf der Kette fanden. Das war ein ganz schönes Hin und Her bis wir endlich den richtigen Teil der Kette fotografiert hatten. 

So waren unsere Tage also restlos ausgefüllt und ich fand leider überhaupt keine Zeit mich Dingen wie basteln, Blog schreiben oder ähnlichen schönen Freizeitaktivitäten zu widmen.

Abends hauten wir uns entweder einfach nur vor die Glotze oder wir trafen uns mit Freunden. Französische Freunde von uns waren mit ihrem Boot schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Antigua gewesen und besuchten uns nun hier. Wir kennen Bernadette & Pascal bereits seit fast 8 Jahren, waren mit ihnen schon oft in Union Island gekitet und hatten manchen tollen Spieleabend mit den beiden verbracht. Doch erst jetzt lernten wir viele Details über das bisherige Leben der beiden. Ich sage euch, das sind vielleicht mal zwei Abenteurer. Was die beiden in ihrem mehr als dreißigjährigem Leben auf dem Wasser so alles erlebt haben, ist fantastisch. Aber davon erzähle ich euch dann in unserem nächsten Beitrag.

Wieder einmal zurück in Green Island

Am nächsten Tag ging es weiter nach Green Island. Auch hier hatten wir wieder etwas Pech mit dem Wetter. Es war ein etwas regnerischer Tag und genau in der Ausfahrt aus den Riffen des North Sounds erwischte uns ein kleiner Regenschauer. Na ja, war nicht so schlimm, wir hatten einen Track auf dem iPad, dem wir nachfahren konnten und trotz Regen sahen wir die Riffe noch halbwegs.

Der Rest des Segeltörns war wettermäßig okay bis wir zwischen den Riffen hindurch in die Nonsuch Bay hineinfahren wollten. Genau hier traf uns der zweite Schauer. Wir hatten zwar wieder einen Track, dem wir hätten nachfahren können, aber dieses Mal sahen wir aufgrund der Wolken und des Regens überhaupt nichts. So drehten wir vor der Einfahrt nochmal eine Ehrenrunde und warteten bis der Schauer vorbeigezogen war. Und dann ging es „nach Hause“ zu unserem Ankerplatz hinter Green Island.

Schön wieder hier zu sein und wir freuten uns schon mächtig aufs Kiten, weil wir ja seit unserem Aufbruch nach Martinique fast nicht mehr gekitet hatten.

Wir hatten ordentlich Wind und konnten die ersten beiden Tage mit unseren Twintips so richtig Spaß haben. Doch leider gab jeden Tag ein anderer Teil unserer Ausrüstung den Geist auf, so dass wir die Hälfte des Tages mit Reparaturen verbringen durften. Zuerst ging uns ein Chicken Loop an einer unserer Bars kaputt (der Teil mit dem man beim Kiten die Bar am Trapez einhakt) und so zog Kai einen neuen Schlauch auf. Am nächsten Tag ging die Naht einer alten Reparatur an unserem 8qm-Kite auf und wir mussten diese nachnähen. Am wiederum nächsten Tag löste sich die Anti-Rutsch-Auflage auf unserem Foil-Board und Kai musste diese mit Sikaflex neu verkleben. Da auch die Ummantelung an einer unserer Ozone-Bars etwas los gekommen war, klebte er diese auch gleich noch an.

Am nächsten Tag gingen wir wieder mit unserem Kite-Equipment an den Strand. Ich fuhr mit unserem größten Kite und dem Twintip aufs Wasser, während Kai mit dem gerade reparierten kleinen 8qm-Kite foilen wollte. Daraus wurde aber nichts, da der Kite Luft verlor. Wir fanden ein kleines Loch in der Bladder (ein Schlauch im Innern des Kites), welches wir reparierten. Danach pumpten wir die Bladder auf. Sah gut aus!

War es aber nicht, denn am nächsten Tag stellten wir fest, dass der Kite immer noch Luft verlor. Also die ganze Bladder nochmal raus und tatsächlich entdeckten wir nochmal zweit ganz kleine Löcher. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Früher sagten wir immer, dass normalerweise immer drei Dinge auf einmal kommen. Das waren nun schön fünf und wir fanden, dass es jetzt auch mal wieder gut ist!

Denn wir hatten auch noch ein paar andere Dinge zu tun, außer jeden Tag Kitematerial zu reparieren. Für Weihnachten und Neujahr hatten sich Gäste angekündigt und wir hatten eine lange Liste von Aufgaben, die wir noch vorher erledigen wollten. Also eigentlich überhaupt keine Zeit für die ganzen Kitereparaturen!

Fort in der Deep Bay und schnorcheln bei Maiden Island

Es tut mir leid, dass wir so lange nicht mehr gebloggt haben und sich einige von euch schon Sorgen um uns gemacht haben. Also erst einmal vorweg: es geht uns gut, wir waren nur unglaublich beschäftigt und haben so viel erlebt, dass wir keine Zeit zum bloggen fanden.

Doch ich werde versuchen euch wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Nach dem Einklarieren in Jolly Harbour kümmerten wir uns erst einmal um unser kaputtes Großfall, das uns ja auf der Fahrt nach Antigua teilweise gerissen war. Wir schauten beim lokalen Schiffszubehörladen nach einer neuen Leine, aber sie hatten nur eine in viel schlechterer Qualität, die dafür aber irre teuer war. So kontaktierten wir ein paar Freunde in Martinique, die dort schauten, ob sie eine passende Leine für uns finden, die sie uns mitbringen könnten. Ebenfalls Fehlanzeige! Und so beschlossen wir schweren Herzens unsere Leine dann doch erst einmal etwas besser zu reparieren, damit wir wieder segeln können. Kai setzte einen Takeling über das aufgerissene Cover, dann ging er in den Mast um das Fall loszumachen. Wenn wir unser Segel in ein Reff setzen würden (bei viel Wind das Segel verkleinern und nicht voll setzen), würde  die reparierte Stelle im Mast verschwinden. Wir wollten diese aber gerne im Blick haben, falls die Reparatur aufgehen sollte. Deshalb drehten wir die Leine um und knoteten das andere Ende im Mast fest. So, jetzt können wir wieder einigermaßen vernünftig segeln.

Danach ließen wir noch eine Gasflasche füllen, tankten unsere Dieseltanks wieder voll und waren bereit zum Aufbruch. 

Zuerst fuhren wir weiter in die Deep Bay. Ich wollte unbedingt mal wieder dorthin, weil wir noch nie auf dem dortigen Fort waren und ich mittlerweile von einigen Leuten gehört hatte, dass das recht schön sei und eine tolle Aussicht biete.

So machten wir uns nachmittags an den etwas steilen Aufstieg zum ehemaligen Fort. Von diesem ist zwar nicht sehr viel übrig, aber die Aussicht war in der Tat recht schön. Wir liefen den Hügel noch auf der anderen Seite runter bis wir fast wieder am Meer waren, wo sich die Wellen zwischen dem Land und einer kleinen vorgelagerten Insel brachen. Schön hier!

Doch die Nacht war leider nicht so schön, denn es lief plötzlich Schwell aus Nordost in die Bucht, der unsere Silence heftig wackeln ließ und uns die halbe Nacht wach hielt.

Also am nächsten Morgen die Motoren an, um Anker auf zu gehen, doch aus dem einen Motorauslass kommt kein Kühlwasser. Da muss wohl etwas verstopft sein. So öffneten wir den Wasserfilter und ich pumpte mit unserer Kitepumpe von oben Luft in den Filter, während Kai unter Wasser schaute, ob etwas ausgeschwemmt wird. Und tatsächlich war wohl irgendwo im Zulauf mal wieder irgendwelches Zeug gewachsen, was wir auf diesem Weg heraus bekamen. 

Danach ging es dann endlich Anker auf und wir segelten in den North Sound. Unterwegs traf uns ein riesiger Regenschauer, der uns mit mehr als 30 Knoten einmal heftig durchschüttelte und uns klatschnass regnete. Super!

Wir waren sehr froh, als wir hinter Maiden Island unseren Anker im wunderbar flachen und ruhigen Wasser auf den Boden lassen konnten. Und dort nahm der Tag dann doch noch einen schönen Abschluss, denn wir schnorchelten eine Runde um das künstlich angelegte Riff. Vor mehr als 10 Jahren waren hier „Betontöpfe“ auf den Boden gesetzt worden, in und auf denen sich mittlerweile viele Korallen und Fische angesiedelt haben. Das sieht aus wie in ein kleines Unterwasser-Aquarium.