Nebenwirkungen der ersten AstraZeneca-Impfung

Wie ich bereits geschildert hatte, hatten wir unsere Impfung so gegen 10 Uhr morgens erhalten. Bis 16 Uhr fühlte ich mich pudelwohl, doch dann fingen bei mir die Nebenwirkungen an. Ich war etwas k.o. und der Arm tat mir um die Einstichstelle weh. Es fühlte sich an wie ein blauer Fleck.

Gegen 18 Uhr fühlte ich mich, als ob ich eine Erkältung bekomme. Ich war schlapp und hatte gar nicht richtig Hunger. Kai fühlte sich immer noch recht gut und hatte Hunger. So kochten wir also und aßen zu Abend. Beim Geschirrspülen dachte ich, dass mir gleich die Knie nachgeben und ich zusammenbreche. Ich war heilfroh, als ich so gegen 20 Uhr im Bett lag. Wir schauten einen Film und so gegen 21 Uhr bekam ich Fieber und Schmerzen in den Oberschenkeln und der Hüfte. Gegen 22 Uhr hatte ich leichten Schüttelfrost und mir ging es gar nicht gut. So nahm ich dann doch eine 500mg-Tablette Paracetamol, die glücklicherweise recht schnell anschlug, und gegen 22:30 Uhr schlief ich ein.

Kai ging es mittlerweile auch nicht mehr so richtig gut. Er war total schlapp und klagte, dass sein Oberarm um die Einstichstelle und sein Knöchel weh täten. Aber er nahm keine Tablette und schlief auch so ein.

Nachts um 2 Uhr wachte ich auf, mein Fieber und auch die Gliederschmerzen waren fast weg, aber ich hatte tierisch Sodbrennen. Ich Dummerle hatte schon ewig keine Tabletten mehr genommen und nicht daran gedacht, dass ich mittlerweile von säurehaltigen Lebensmitteln Sodbrennen bekomme. Da hatte ich nun den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. So setze ich mich in unseren Salon und las bis ich so müde war, dass mir im Sitzen die Augen zufielen und ich gegen 4:30 Uhr einschlief. Um 6 Uhr wachte ich auf, weil mein Nacken total verkrampft war, aber das Sodbrennen war weg. Super, dann kann ich ja wieder ins Bett!

Das war leider ein Trugschluss. Kaum lag ich, schon ging das Sodbrennen wieder los. So nahm ich zwei Kalziumtabletten und ca. eine halbe Stunde später schlief ich friedlich ein.

So gegen 9 Uhr wachte ich wieder auf, fühlte mich aber immer noch, als ob mich ein Bus überrollt hätte. Auch Kai ging es nicht so richtig gut. Sein Arm tat ihm noch weh und der Lymphknoten in der Achselhöhle war geschwollen. Ich wäre am liebsten einfach im Bett geblieben, aber da Kai Hunger hatte, überredete er mich, etwas zu frühstücken. Wer mich kennt, der weiß, dass ich grundsätzlich keinen Hunger habe, wenn es mir nicht gut geht und so schaffte ich mit Müh und Not ein halbes Rosinenbrötchen. Aber ich hatte unglaublichen Durst und so trank ich eine Tasse Tee nach der anderen.

Wir hatten nicht wirklich schönes Wetter. Es zog ein Schauer nach dem anderen vorbei. Genau der richtige Tag, um sich einfach wieder ins Bett zu legen. Und so machten wir es dann auch. Wir lasen den ganzen Vormittag und standen erst zum Mittagessen wieder auf. Bei mir war der Hunger immer noch nicht so richtig vorhanden und so aß ich einfach nur etwas Obst, während Kai Obst und Haferflocken aß. Und wir tranken beide Tee, Tee und Tee! 

Danach gingen wir wieder ins Bett und standen erst zum Abendessen wieder auf. Da hatte auch ich endlich wieder Hunger und wir fühlten uns beide nicht mehr ganz so erschlagen. Allerdings tauchte bei mir ein anderes Problem auf. Als wir vor der Polyclinic warteten, hatten mich einige Ameisen in die Füße gebissen und diese Ameisenbisse fingen jetzt furchtbar an zu jucken. Ich kühlte sie mit Fenistil und als das nichts half mit kalten Getränkedosen.

Abends schauten wir wieder einen Film, vor dem Einschlafen kühlte ich nochmal meine Ameisenbisse und in der Nacht schliefen wir wie die Bären.

Am nächsten Tag ging es uns beiden wieder besser. Ich fühlte mich noch etwas schlapp, aber Kai war schon wieder so fit, dass er sogar eine Runde kitefoilen ging. Allerdings machte Kai sein Knöchel und der geschwollene Lymphknoten noch etwas zu schaffen und die Einstichstelle fühlte sich bei ihm mittlerweile an wie ein großer blauer Fleck. Auch ich spürte die Einstichstelle, aber viel schlimmer waren die Ameisenbisse. Diese wollten einfach nicht aufhören zu jucken. Selbst kühlen half mittlerweile nicht mehr. Nach 20 Minuten juckte es wieder wie verrückt. Und da ich nicht den ganzen Tag mit einem Kältepack oder kalten Getränkedosen auf den Füßen rumsitzen wollte, nahm ich eine Antihistamin-Tablette, die mir endlich Ruhe verschaffte.

Am zweiten Tag nach der Impfung waren wir beide wieder komplett fit. Lediglich Kais Lymphknoten war noch geschwollen und die Einstichstelle tat etwas weh. Somit würde ich meinen, dass wir die Impfung recht gut überstanden haben. Wenn ich allerdings eine Empfehlung aussprechen sollte, dann würde ich sagen, schaut, dass Ihr am Tag nach der Impfung nicht arbeiten gehen müsst. Denn wir waren beide froh, dass wir den Tag einfach nur im Bett verbringen durften. Ein Freund von uns war ein paar Tage nach uns bei der Impfung und er hatte genau die gleichen Symptome wie ich.

Nach mehr als einer Woche geht es uns übrigens immer noch prima und wir spüren keinerlei Nebenwirkungen mehr! Bis jetzt haben wir auch keine Symptome einer zerebralen Venenthrombose und hoffen natürlich, dass das so bleibt. Zu diesem Thema gibt es übrigens jetzt eine Studie der University of Oxford. Diese besagt, dass bei einer Impfung mit AstraZeneca in 5 von 1.000.000 Fällen zerebrale Venenthrombosen auftraten, bei mRNA-Impfstoffen waren es 4 von 1.000.000 und bei Covid-Erkrankten 39 von 1.000.000. Für die, die es interessiert, hier der Link zu dieser Studie. Wie objektiv diese Studie ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, denn die University of Oxford war ja an der Entwicklung des AstraZeneca-Impfstoffs beteiligt…

Erste Impfung mit AstraZeneca

Am Dienstag morgen verließen wir unsere Silence um 7:30 Uhr. Wir fuhren mit dem Dingi zum Fischersteg außerhalb Willikies und von dort ging es zu Fuß weiter. Das von uns aus am nähsten gelegene Impfzentrum war die Polyclinic in Glanvilles, zu Fuß ca. eine Stunde vom Fischersteg entfernt. 

Von Willikies aus gibt es auch einen Bus, der dorthin fährt, aber seit Januar hatten wir hier in Antigua auf jegliche Busfahrt verzichtet. Die lokalen Busse sind umgebaute Minivans, in denen ca. 15 Personen transportiert werden können. Das heißt, man sitzt dort ca. 20cm von seinem Nachbarn entfernt. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn alle schön ihre Masken aufziehen würden, aber das tun die meisten Einheimischen nicht. Oft sitzt die Maske nur über dem Mund, manchmal hängt sie auch einfach am Kinn. Und auf dem Weg zum Impfen wollten wir uns nicht auf den letzten Drücker doch noch eine Covid-Infektion einfangen.

So stiefelten wir also los und hatten gegen 8:45 Uhr ca. 2/3 der Strecke geschafft, als mal wieder meine Schuhe ihren Geist aufgaben. Ich hatte extra nagelneue Flip Flops angezogen, damit mir das nicht passiert. Das konnte doch nicht wahr sein! Ich versuchte erst ohne die Sohlen weiter zu laufen, was auch ging, aber nicht sehr bequem war. Und just in diesem Moment kam ein Bus vorbei. Also gut, dann fahren wir eben doch mit dem Bus. Dieser war glücklicherweise nicht sehr voll, alle trugen ihre Masken vorschriftsmäßig und alle Fenster waren offen. Sehr schön und wesentlich besser als zu Fuß zu gehen.

Der Busfahrer setzte uns direkt vor der Polyclinic ab und wir dachten zuerst, die Impfung würde gar nicht stattfinden und wir hätten den ganzen Weg unnötig gemacht. Es war weit und breit keine Menschenschlange zu sehen. So gingen wir zum Tor, wo zwei Herren vom Militär uns begrüßten und jedem von uns einen Zettel mit einer Nummer aushändigten.

Dann ging es in den „Innenhof“, wo Stühle unter einem Zeltdach aufgestellt waren. Wir wurden angewiesen hier zu warten. Außer uns waren nur ca. 20 Personen da. Eine Dame kam mit einem Formular und bat uns dieses auszufüllen und ihr unsere Ausweise auszuhändigen. Wir hatten uns zwar online registriert, aber das Formular mussten wir dennoch ausfüllen, so dass ein paar Kollegen der Dame unsere ganzen Daten nochmals erfassen können. Typisch karibisch!

Nach ungefähr einer halben Stunde wurden bereits unsere Nummern aufgerufen und wir durften in die Aula der Polyclinic. Dort waren ebenfalls Stühle aufgestellt, auf denen wir nun warten mussten. Wir bekamen unsere Ausweise zurück und einen gelben Laufzettel. Dann ging es weiter zum Screening. Hier wurden uns von einer Schwester verschiedene Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft u.ä. gestellt. Dann wurde unser Blutdruck und die Temperatur gemessen und alles in einem Buch eingetragen. Und jetzt ging es weiter zur Impfung. Wir mussten noch kurz vor einem Raum warten, bis wir hineingebeten wurden. Die Schwester fragte uns erneut nach unserem Namen, zog eine Spritze mit AstraZeneca auf, ein kurzer Pieks und das war’s. Wow, das war ja unspektakulär! Andere Impfungen hatten immer deutlich mehr weh getan.

Bevor ich weiter durfte in den Warteraum, erklärte mir die Schwester noch, dass ich nun alle 6 Stunden 2 x 500mg Paracetamol nehmen solle. Das erstaunte mich doch sehr und ich fragte, warum ich das tun soll. Das konnte sie mir leider nicht erklären, legte jedoch großen Wert darauf, dass ich weder Ibuprofen noch Aspirin, sondern auf jeden Fall Paracetamol nehmen solle. Hm, komisch!

Wir mussten unsere gelben Zettel an einer Theke abgeben und wurden in einen Warteraum gebeten, wo wir 20 Minuten sitzen bleiben sollten, um sicherzustellen, dass wir keine allergischen Reaktionen zeigen. Ich fragte Kai, ob er auch die Anweisung bekommen habe, Paracetamol zu nehmen, aber er wusste davon nichts. So sprach ich die Ärztin an, die im Warteraum ihren Dienst tat und sagte ihr, dass ich mich nur ungern mit so vielen Tabletten vollpumpen wollte. War das denn wirklich nötig? Nachdem sie erfahren hatte, dass ich nicht arbeite, meinte sie, dass es dann nicht nötig wäre das Paracetamol zu nehmen. Das sei nur vorbeugend, damit man keine allzu schlimmen Nebenwirkungen bekäme. Ich könnte einfach mal abwarten und wenn es mir nicht gut ginge immer noch Paracetamol nehmen. Es wäre allerdings tatsächlich wichtig, Paracetamol zu nehmen und nicht etwa Ibuprofen oder Aspirin, weil Paracetamol am besten anschlagen würde.

Wir bekamen unsere gelben Zettel mit den eingetragenen Daten zur Impfung und auch einen zweiten Impftermin Anfang Juli. Dann bekam noch jeder von uns einen Aufkleber und wir durften wieder nach Hause. 

Wir hatten die Polyclinic um 9 Uhr erreicht und um 10:30 Uhr machten wir uns schon wieder auf den Heimweg. Das lief ja wie am Schnürchen!

Und da euch sicherlich interessiert wie es uns nach der Impfung so ging, erzähle ich Euch das morgen!

Tschüß North Sound

Montag vor einer Woche entschieden wir uns, dem North Sound erst einmal auf Wiedersehen zu sagen und zurück in die Nonsuch Bay zu segeln. Wir hatten gelesen, dass Antigua weitere 10.000 Impfdosen AstraZeneca-Impfstoff erhalten hatte und wir wollten uns in dieser Impfrunde  gerne impfen lassen.

Anfang März hatte Antigua innerhalb von 10 Tagen 25% der Bevölkerung geimpft. In unseren Augen eine Meisterleistung. Aber es herrschten anscheinend teilweise chaotische Zustände. Ein Bekannter hatte uns erzählt, dass er gleich morgens um 9 Uhr in einem der Impfzentren aufgeschlagen war und bereits ein riesiger Pulk Menschen vor dem noch verschlossenen Tor der Klinik stand. Als das Tor geöffnet wurden, drängten und boxten sich die Leute ihren Weg aufs Gelände. Dort stand unser Bekannter dann 4 1/2 Stunden in der prallen Sonne bis er an der Reihe war. Er empfahl uns also Mützen und Sonnencreme, ausreichend Wasser und Essen und ein gutes Buch mitzunehmen. Das klang ja alles gar nicht toll. In Zeiten von Social Distancing rotten sich die Leute zum Impfen in einer großen Menschenmenge zusammen und dann steht man stundenlang in der prallen Sonne. Au weia!

Sollten wir das mit dem Impfen vielleicht doch lieber lassen? Es ist ja nicht so, dass wir uns aus Angst vor einer Covid-Erkrankung impfen lassen wollen. Denn so abgeschieden wie wir leben, mit unseren minimalen sozialen Kontakten, halten wir es für sehr unwahrscheinlich, dass wir uns anstecken. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte Mal eine schlimme Erkältung, Darmgrippe o.ä. hatte? Für uns ist die Gefahr von Erkrankungen wie z.B. Dengue Fieber, Chikungunya, Zika o.ä., die durch Moskitos übertragen werden, sicherlich wesentlich größer. 

Aber da wir uns von Herzen wünschen, dass die Welt irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren kann, halten wir es für sinnvoll, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Ich weiß, dass es zu diesem Thema viele gegensätzliche Meinungen gibt und dies ist einfach unsere persönliche Meinung hierzu. 

Trotz aller Unwägbarkeiten bezüglich der Impfung in Antigua, wollten wir unser Glück am Dienstag versuchen. So brachen wir vergangen Montag unsere Zelte im North Sound ab und segelten in die Nonsuch Bay, weil es dort in der Nähe ein Impfzentrum gibt. Wir setzten das Großsegel noch innerhalb der Riffe, motorten dann aber durch den doch recht engen Bird Island Channel hinaus. 

Danach setzten wir die Genua und mussten erst einmal einen großen Holeschlag in Richtung Nord-Osten segeln. Wir hatten leichten Süd-Ost-Wind und unser Ziel lag leider im Süden von uns. So waren wir für eine Strecke von ca. 10 Seemeilen Luftlinie dann etwas mehr als 3 Stunden unterwegs. Aber wir hatten es ja nicht eilig. Gegen 16 Uhr kamen wir in der Nonsuch Bay an und richteten uns noch am Abend alle Sachen zusammen, die wir auf unseren Impftrip mitnehmen wollten.

Rucksack, 2l Wasser, Mützen, Regenschirm (als Sonnenschutz), gute Schuhe, unsere Masken, Reisepässe, Bücher, Geldbeutel, Handy, einen Apfel und zwei belegte Brote. Das sollte uns gut über die Runden bringen! 

Jetzt nicht allzu spät ins Bett, damit wir am nächsten Tag fit sind für unsere Impfung. Und wie es uns da erging, erzähle ich im nächsten Beitrag.