Wir segeln bis zum Ende des Regenbogens

Am 4. Dezember traten wir unsere weitere Reise nach Norden an. Morgens um 9 Uhr ging es los von Union Island nach St. Vincent. Es war ein schöner Ostwind mit ca. 15 Knoten angekündigt und wir sahen einem recht entspannten Segeltag entgegen. Doch leider gab es anstatt Ostwind einen Ost-Nord-Ost-Wind, so dass wir unseren Kurs nur ganz dicht am Wind mit Ach und Krach halten konnten. Außerdem war schöner blauer Himmel vorhergesagt, wir sahen aber überall um uns herum Schauer vorbei ziehen. Dann fiel auf einmal noch eines unserer Navigationsinstrumente aus. Na super!

Als wir gerade ganz schön mieser Laune waren, surrte plötzlich unsere Angel los. Das war ja endlich mal was Positives und Kai stürzte gleich hin, um unseren Fang einzuholen. Am Anfang ging es recht schwer, doch plötzlich konnte er die Leine ganz einfach einholen. Aber wir sahen eindeutig, dass noch etwas am Haken hing. Komisch! Als Kai dann die ganze Leine eingeholt hatten, schwante uns was passiert war: wir hatten einen wunderschönen Rainbow Runner gefangen, den uns dann jedoch irgendein gefräßiges Monster einfach so abgebissen hatte. Lediglich den Kopf hatte es uns gelassen. So eine Gemeinheit! Heute ging doch echt wieder alles schief!

Wir warfen die Angel wieder rein und kurze Zeit später surrte es wieder. Hoffentlich hatten wir jetzt mehr Glück. Jawoll, dieses Mal bekamen wir unseren Fang vollständig an Bord. Es war ein schöner Barrakuda. Meine Freude war groß, aber Kai war etwas enttäuscht. Während ich sehr gerne Barrakuda esse, ist Kai davon nicht so begeistert. So beschlossen wir, die Angel nochmal auszuwerfen, um vielleicht noch einen Fisch für Kai zu fangen.

Langsam wurde das Wetter etwas besser, urplötzlich funktionierte unser Navigationsinstrument wieder, ohne dass wir irgendwas gemacht hätten und der Wind drehte etwas, so dass wir auch unseren Kurs fahren konnten. Der Tag wendete sich eindeutig zum Besseren.

Und als dann auch noch eine wunderschöne Dorade anbiss, war die gesamte Besatzung der Silence wieder glücklich.

Am späten Nachmittag näherten wir uns St. Vincent und gerade als wir auf die angepeilte Ankerbucht zufuhren, kam ein kleiner Regenschauer aus den Bergen und wir sahen einen wunderschönen Regenbogen. Wir hielten direkt auf das eine Ende des Regenbogens zu; ob dort hinten wohl ein toller Schatz auf uns wartet? Einen Schatz fanden wir zwar nicht, dafür aber eine schöne kleine Bucht mit einem schwarzen Sandstrand und wunderbar grüner Vegetation. Wie romantisch!

Doch die Romantik wurde gleich gestört von einem der in St. Vincent leider so typischen Boat Boys. Aber diese Anekdote erzähle ich im nächsten Blog. 

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