Visa-Verlängerung in Antigua

Unser 3-monatiges Visum für Antigua war bereits am 4. Februar abgelaufen. Eigentlich sollte man sich zwei Wochen vor Ablauf des Visums bei der Immigrationsbehörde melden und einen Termin zur Verlängerung vereinbaren.

Wir hatten uns somit ab Mitte Januar immer wieder die Einreisebestimmungen der anderen Inseln angeschaut, um zu sehen, welche Optionen wir außer einer Visa-Verlängerung sonst noch hätten. Denn die Verlängerung des Visums war in Antigua schon immer ein Riesenaufwand, der mit allerlei Papierkrieg und Kosten verbunden war. Bisher waren folgende Unterlagen eingefordert worden:

  • Reisepässe
  • Einklarierungsunterlagen
  • Bootspapiere
  • Passbilder
  • ausgefülltes Formular zur Verlängerung
  • Brief des Kapitäns mit Begründung, warum man seinen Aufenthalt verlängern will
  • Bankauskunft
  • Geburtsurkunden
  • Heiratsurkunde
  • Gesundheitszertifikat
  • Cruising Permit

Bei Bekannten von uns lief das Visum ein paar Tage vor uns aus und sie besorgten die ganzen Unterlagen. Für das Gesundheitszertifikat mussten sie einen Termin beim Arzt vereinbaren und es kostete US$200,- pro Person. Danach verlängerten sie ihre Cruising Permit (die Erlaubnis in Antigua von Bucht zu Bucht zu segeln) und dann benötigten sie einen Mietwagen, um zur Einwanderungsbehörde zu fahren, die leider nicht mit dem Bus oder Schiff erreichbar ist. Dort saßen sie drei Stunden bis alle Unterlagen gesichtet waren und sie zahlten EC$300 pro Person (ca. €100) für ihr neues Visum. Allerdings mussten sie mit Schrecken feststellen, dass ihnen dieses nicht wie früher immer für 3 Monate, sondern nur für 2 Monate ausgestellt worden war (der Preis war jedoch der für 3 Monate). Beschweren half nichts. Es hieß das sei jetzt so!

Und somit waren sie nach einem ganzen Tag Aufwand um ca. €570,- ärmer und hatten ein Visum, das nur zwei Monate lang gültig war, bevor das Spiel von neuem losgehen würde.

Das fanden wir doch reichlich viel Aufwand und Kosten und deshalb schauten wir immer mal wieder, ob wir nicht vielleicht statt dessen nach Guadeloupe oder Sint Maarten segeln könnten. Doch Guadeloupe schied aus, weil die Insel vor kurzem erneut ihre Grenzen geschlossen hatte. Sint Maarten war noch offen und wäre eine Alternative gewesen.

Doch es sollte anders kommen. Als ich Ende Januar wieder die Einreisebedingungen der anderen Inseln checkte, stieß ich zufällig auf eine Umfrage eines Yacht Brokers in Antigua. Dieser Broker war Mitorganisator einer Rally, mit der im November 50 Boote von USA nach Antigua gesegelt waren. Und offensichtlich wollte ein großer Teil dieser Boote gerne noch eine Weile in Antigua bleiben und stand nun vor dem gleichen Problem wie wir. Der Yacht-Broker wollte abklären, um wieviele Boote es sich handeln würde, die im Februar ihr Visum verlängern müssten, um zu sehen wie groß der Ansturm auf die Immigrationsbehörde sein würde. Diese Liste nutzen sie als Grundlage für Gespräche mit der Regierung, um den Verlängerungsprozess zu vereinfachen. Na, da trugen wir uns doch gleich mal in die Liste ein. Und nun hieß es bangen und abwarten. Das entscheidende Gespräche fand erst nach dem Auslaufen unserer Visa statt aber uns wurde versprochen, dass wir keine Strafen o.ä. für die Überschreitung unseres alten Visums zu zahlen hätten.

Vergangenen Montag erfuhren wir dann, dass der neue Prozess implementiert sei und wir in English Harbour einen Termin vereinbaren können. Gleich am Dienstag (16.2.) schickten wir eine Anfrage per e-mail und bekamen ein paar Stunden später eine Antwort: unser Termin war am nächsten Morgen um 11:30 Uhr. Oh wow, damit hatten wir nicht gerechnet.

Wir ließen alles stehen und liegen, denn somit sollten wir ja noch am gleichen Tag nach English Harbour bzw. die Nachbarbucht Falmouth segeln, damit am nächsten Morgen nichts mehr schief gehen konnte.

Kai säuberte die Leinen, mit denen wir an der Boje festgemacht hatten, wir nahmen den Außenborder vom Dingi an die Reling, klarten noch ein paar Dinge auf und los ging‘s. Es blies schon seit zwei Wochen mit zwischen 20-25 Knoten (ca. 40-50 km/h) und uns war etwas mulmig zumute. Der Törn nach Falmouth würde mit Rückenwind sein, also kein Problem. Aber um aus der Nonsuch Bay heraus zu kommen, mussten wir über ein ca. 5-6m tiefes Flach, an dem bei solchem Wetter riesige Wellen brechen. Freiwillig wären wir an solch einem Tag nicht da raus, aber nun konnten wir es nicht ändern. Und es war tatsächlich ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt. Die Wellen waren ca. 4 m hoch und ziemlich steil. Wir nahmen sie genau von vorne, fuhren auf der Welle hoch und dann ging es mit einem Kribbeln im Bauch hinunter ins Wellental, wo auch schon die nächste Welle anrückte und uns wieder hoch hob. Doch nach 10 Minuten hatten wir es geschafft, waren in tieferem Wasser und konnten gemütlich mit Wind von hinten in zwei Stunden nach Falmouth segeln, wo wir um 17 Uhr unseren Anker warfen.

Wie es dann mit unserer Visa-Verlängerung weiterging erzähle ich Euch im nächsten Beitrag.

Ein Gedanke zu „Visa-Verlängerung in Antigua

  1. Du machst es aber ganz schön spannend , freu mich auf die Fortsetzung!!!
    Unglaublich wie kompliziert das mit dem Visum ist und dann noch soooo teuer. Das muss richtig frustrierend sein. Man hat als Gegenwert nur einen blöden Wisch in der Hand, nichts, an was man sich erfreuen kann…..Nö, Nö, das wär alles nichts für mich

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