Zurück in der Zivilisation

Wir segeln von Barbuda zurück nach Antigua. Es ist ein wunderschöner Segeltörn bei bestem Wetter und unterwegs fangen wir noch einen schönen Fisch!

Doch kaum zurück in Antigua, geht uns die „Zivilisation“ auch schon wieder auf die Nerven.
Gleich am Nachmittag fahren wir mit dem Dingi zur Bootstankstelle, um dort zwei Kanister Diesel und Benzin aufzufüllen. Doch bereits als wir am Dock anlegen, kommt der Eigentümer auf uns zu und fährt uns an „If you want to get fuel you need to come way before 4pm!“ (Wenn ihr Sprit wollt, müsst ihr deutlich vor 16 Uhr kommen!). Wir schauen ihn erstaunt an, denn wir wussten nicht, dass er um 16 Uhr schließt. Ansonsten hätten wir es natürlich nie gewagt um 15:50 Uhr hier aufzuschlagen, denn wir wissen ja mittlerweile, dass so etwas in der Karibik gar nicht geht! Aber da nirgendwo an der Tankstelle Öffnungszeiten stehen, ist es schwer zu wissen wann sie geöffnet haben. Na ja, egal, wir sind ja tiefenentspannt, entschuldigen uns und sagen ihm, dass wir gerne am nächsten Tag nochmal kommen.

Also fahren wir weiter zu Budget Marine (dem Schiffszubehörladen). Dieser schließt normal um 16:30 Uhr, da sollten wir also noch in Ruhe unsere benötigten Dinge kaufen können. Im Geschäft müssen wir erst einmal unsere Masken aufsetzten, die Temperatur messen und unsere Hände desinfizieren. Eigentlich ist die Pflicht hierzu in Antigua aufgehoben, aber die Geschäfte können entscheiden es trotzdem noch weiter zu verlangen. Welch ein Unfug!

So, endlich können wir unseren Einkauf beginnen. Doch als wir gerade das erste Ding auf unserer Liste gefunden haben, geht plötzlich das Licht aus. Alle Mitarbeiter sind verschwunden und die Kasse ist geschlossen. Hm, anscheinend wird hier in der Nebensaison früher geschlossen. Hätte man uns ja vielleicht beim Reinkommen mal sagen können, dann hätten wir uns entweder beeilt oder gleich entschieden am nächsten Tag nochmal zu kommen. So fühlen wir uns ganz schön unsanft rausgeschmissen.

Auf dem Rückweg fahren wir noch schnell beim Zoll und der Einwanderungsbehörde vorbei. Wir planen demnächst auszuklarieren und somit frage ich den Beamten vom Zoll höflich, ob sie denn auch über Karneval geöffnet haben. Er schaut mich nur grimmig an und antwortet „Every day from 8 to 4 (Jeden Tag von 8 bis 4).“ Okay, hätte man jetzt auch etwas höflicher sagen können, aber immerhin ist es gut, dass sie nicht geschlossen haben. Aber was ist denn nur los mit den Menschen? Wäre es nicht schön, wenn zur Abwechslung einfach mal alle nett zueinander wären?

Zurück am Boot haben wir mittlerweile etwas mehr Wind und hinter uns liegt ein anderes Boot, dessen Eigentümer anscheinend nicht weiß, wie man sein Großfall wegbindet. Die ganze Zeit schlägt es im Wind an den Mast und macht „klong, klong, klong,…“ Wie kann der Eigner des Bootes das die ganze Zeit aushalten? Uns stört es bereits nach wenigen Minuten.

Später ankert noch ein neues Boot direkt hinter uns. Sie haben zwei Kinder an Bord, die die ganze Zeit schreien, quietschen und heulen und als endlich Stille herrscht, machen die Eltern Musik an. Und das schön laut und schön grässlich. Ja, geht’s noch? So langsam aber sicher sind wir doch ganz schön genervt.

Und als dann noch ein paar Jetskis anfangen um unser Boot herum zu fahren, wünschen wir uns einfach nur sehnlichst zurück nach Barbuda. Was hatten wir in der Low Bay eine herrliche Ruhe. Warum nur müssen andere Menschen immer nur Ärger und einen Höllenlärm machen. Was ist denn los mit unserer Welt?

Ein Gedanke zu „Zurück in der Zivilisation

  1. Liebe Andrea, Ihr Lieben,
    schön, immer wieder von Euch zu hören.
    Bald seid Ihr schon 10 Jahre unterwegs…..echt gigantisch.
    Tja, was ursprünglich mit Treffen auf IR-Veranstaltungen (Du bei Bilfinger, ich bei Hochtief) begann…..mittlerweile sind wir – Du schon lange nicht mehr und ich seit 2017 – nicht mehr in diesem Felde tätig.
    Spannend wo das Leben uns so hinführt.
    Andrea, über WhatsApp oder dergleichen bist Du nicht aktiv, oder?
    Sonnigen Gruß aus Düsseldorf
    Ulrike

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