Musée de la Pagerie

Bei unserer Recherche nach Museen in Martinique waren wir auf das Musée de la Pagerie gestoßen. Hierbei handelt es sich um das Geburtshaus von Marie-Josephe Rose Tascher de la Pagerie. Und wer verbirgt sich hinter diesem doch sehr länglichen Namen?
Etwas bekannter ist ihr Name nach der Eheschließung mit ihrem ersten Mann Alexandre de Beauharnais: Joséphine de Beauharnais. Doch die meisten kennen sie als Kaiserin Joséphine.

Sie wuchs auf einer kleinen Zuckerrohrplantage etwas außerhalb des Ortes Trois Ilets auf und heiratete 1779 den französischen Armeeoffizier Alexandre de Beauharnais mit dem sie zwei Kinder hatte.

Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann lernte sie in Paris den General Napoleon Bonaparte kennen, den sie 1796 heiratete. Sie war sechs Jahre älter als Napoleon, für damalige Verhältnisse ein großer Altersunterschied. Leider konnte sie Napoleon keinen Thronerben schenken und deshalb wurde die Ehe 1810 wieder geschieden.  

Doch ihr Stammbaum liest sich wie ein Who’s who der Hochwohlgeborenen:

Joséphines Sohn Eugène de Beauharnais heiratete Auguste von Bayern, die Vizekönigin von Italien und wurde somit zum Vizekönig von Italien.

Seine erste Tochter Josephine wurde Königin von Schweden, seine zweite Tochter Eugénie Fürstin von Hohenzollern-Hechingen, sein Sohn Auguste Prinzgemahl von Portugal und seine dritte Tochter Amélie Kaiserin von Brasilien.

Joséphines Tochter Hortense heiratete Napoleons Bruder Louis und wurde damit Königin von Holland. Ihr gemeinsamer Sohn Napoleon wurde später Kaiser Napoleon III von Frankreich.

Und wir wollten uns nun einmal anschauen, wo die bekannte Kaiserin Joséphine aufgewachsen war. Leider stehen von der ursprünglichen Zuckerrohrplantage nicht mehr all zu viele Gebäude, weil das Hauptgebäude bereits zu Lebzeiten Joséphines einem Hurrikan zum Opfer fiel und nie mehr aufgebaut wurde. Die Familie lebte dann, aus Geldmangel, in der Sucrerie (quasi der Zuckerrohrfabrik) und lediglich das „Küchenhaus“ wurde wieder aufgebaut. Auf dem Platz der alten Mühle steht heute eine Nachbildung, daneben gibt es ein kleines Museum mit ein paar kleinen Besitztümern Joséphines und ihrem Bett.

Dies alles liegt in einem wunderschönen kleinen Park abseits der Hauptstraße mitten im Grünen. Auf der anderen Straßenseite stehen die Ruinen der Sucrerie, die von hohen Palmen, Zitronenbäumen und Bananenstauden gesäumt werden.  Ein idyllischer Ort, an dem wir gerne etwas verweilten, dem Vogelgezwitscher lauschten und uns von dem 4km langen Spaziergang hierher erholten.

Mit frischem Schwung machten wir uns dann auf nach Trois Ilets, dem nahegelegenen kleinen Dorf, in dem wir uns die Kirche anschauten, in der Joséphine getauft wurde. 

Und dann ging es wieder zurück in Richtung Anse Mitan, wo unsere Silence auf uns wartete. Auf dem Hinweg waren wir ein ganzes Stück auf der Hauptverkehrsstraße gelaufen, die sich ein paar kleine Hügel hoch und runter schlängelte. In der Septemberhitze nicht der schönste Weg und wir hatten gehörig geschwitzt. Doch auf dem Rückweg entdeckten wir glücklicherweise eine Abkürzung über einen Golfplatz. Hier lief es sich doch gleich viel angenehmer, es wehte eine leichte Brise über das Gras und wir wurden nicht mehr von unten vom heißen Asphalt angestrahlt. Dennoch waren wir ganz schön erledigt als wir so gegen 18 Uhr nach einer Wegstrecke von ca. 12km wieder zu Hause ankamen.

 

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