Besuch der früheren Eigentümer unserer Silence

Vor einigen Wochen bekamen wir eine e-mail von Michel & Sophie, den Vorbesitzern unseres Boots, mit denen wir noch immer in Kontakt stehen. Sie hatten eine Kreuzfahrt in der Karibik gebucht und schickten uns die Übersicht, der von ihnen zu besuchenden Inseln.

Wunderbarerweise stand auch Antigua auf dem Programm und so vereinbarten wir, dass sie am Montag, 8. Januar, ihrer „Eider 1“, so der frühere Name von Silence, einen Besuch abstatten würden. Doch leider sollte sich das etwas schwieriger erweisen als gedacht. Wir hatten die letzten Wochen meist ziemlich viel Wind (über 20 Knoten) und so wollten wir nicht mit dem Boot nach St. Johns kommen, weil wir dann gegen den Wind und die Wellen wieder zurück in die Nonsuch Bay müssten, was eine Quälerei für uns und das Boot gewesen wäre.

Also planten wir, dass sie mit dem Taxi zum Nonsuch Bay Resort kämen, wir sie dort mit dem Dingi abholen würden und auf dem gleichen Weg könnten sie am Nachmittag zurück zu ihrem Kreuzfahrtschiff. Doch da die beiden laut Programm erst um 10 Uhr ankommen und um 15 Uhr bereits wieder zurück am Schiff sein sollten, wäre das wohl zeitlich ein wenig knapp geworden. Deshalb wollten wir uns dann doch lieber in St. Johns treffen.

So organisierten wir einen Mietwagen und, um diesen voll auszunutzen, planten wir gleich noch ein paar andere Erledigungen mit ein. Am Sonntag hatten wir dann ein ziemlich straffes Programm ausgearbeitet, das wie folgt aussah:

7:30 Uhr mit dem Dingi ins Nonsuch Bay Resort fahren
7:45 Uhr Übernahme des Mietwagens
8:30 Uhr Gasflaschen zum Befüllen in der Gasfabrik abgeben
9:00 Uhr Termin beim Souvenirshop Zemi, bei dem ich Schmuck und Drahtfiguren verkaufe
10:00 Uhr Treffen mit Michel & Sophie
10:15 Uhr Fahrt nach Shirley Heights und English Harbour, wo wir auch gleich noch unsere Cruising Permit verlängern wollten
12:30 Uhr Mittagessen in English Harbour
13:45 Uhr Fahrt zurück nach St. Johns
14:15 Uhr Verabschiedung von Sophie & Michel
14:30 Uhr Gasflaschen in der Gasfabrik abholen
15:00 Uhr Obst- und Gemüse-Markt
15:15 Uhr Supermarkt
16:00 Uhr Rückfahrt ins Nonsuch Bay Resort
17:00 Uhr Rückgabe des Mietwagens

So der Plan. Aber wie es ja immer so mit Plänen ist: erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Die Planänderungen begannen schon am Vortag, als uns ein anderer Segler fragte, wie man denn hier am besten in die Stadt käme. So machten wir mit ihm aus, dass wir ihn morgens mitnehmen könnten zum Supermarkt, er dann aber eigenständig zurück kommen müsse. Da die Rückfahrt am besten mit dem Bus nach Willikies funktioniert, vereinbarten wir mit ihm, dass wir morgens um 7:20 Uhr mit zwei Dingis zum Fischersteg in Willikies fahren, er sein Dingi dort lässt und wir ihn dann mit ins Nonsuch Bay Resort nehmen.

Gesagt getan. Das klappte hervorragend. Auch waren wir fast zur geplanten Uhrzeit an der Gasfabrik und lediglich 5 Minuten zu spät bei Zemi. Doch dann lief die Geschichte langsam aus dem Ruder. Bei Zemi kamen immer wieder Kunden, Telefonate und alles mögliche dazwischen, so dass es ewig dauerte bis ich meine neuen Sachen übergeben und die Bezahlung für die verkauften Dinge erhalten hatte. Um 9:45 Uhr entdeckten wir auf unserem Handy eine Nachricht, dass Sophie & Michel bereits um 8:30 Uhr angekommen waren und sich früher mit uns treffen wollten. So schickte ich Kai los, um die beiden abzuholen. Welch große Wiedersehensfreude, schließlich hatten wir uns seit 4 1/2 Jahren nicht gesehen!

Es gab natürlich viel zu erzählen, aber nebenbei mussten wir noch schnell die Abrechnung bei Zemi fertig machen, bevor es dann um 10:40 Uhr endlich zum Auto und auf die Fahrt nach English Harbour ging.

Dort besuchten wir Shirley Heights, ein altes Fort mit wunderschönem Ausblick auf English Harbour, und danach Nelsons Dockyard. Circa um 13:00 Uhr gingen wir Mittagessen und dann mussten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg machen, weil wir unsere Gasflaschen allerspätestens um 14:30 Uhr abholen sollten. Mittlerweile hatte sich herausgestellt, dass Sophie & Michel erst um 16 Uhr wieder auf dem Kreuzfahrtschiff sein mussten und auch gerne noch irgendwo an einem schönen Strand baden wollten.

Also nichts wie schnell zur Gasfabrik, damit wir danach noch Zeit für den Badestopp haben. Bei der Gasfabrik angekommen erfuhren wir, dass leider irgendeine Maschine kaputt war und die Flaschen noch nicht gefüllt werden konnten, doch wenn wir 10 Minuten warten würden, würden sie das gleich tun. Mittlerweile kennen wir ja die karibischen 10 Minuten und so beschlossen wir, dass Kai mit Sophie & Michel zu einem nahegelegenen Strand fährt, während ich auf die Gasflaschen warte. Die drei waren noch keine 5 Minuten weg, standen die Gasflaschen gefüllt vor mir. Ja, wo gibt’s denn so was! So bezahlte ich und stellte mich auf den Parkplatz, um dort auf die anderen zu warten. Um 15 Uhr schloss die Fabrik und ein paar Minuten später kam ein schöner karibischer Regenschauer angebraust. Der einzige Unterschlupf war ein großer Baum und ich stellte mich so dicht wie möglich an den Stamm, um nicht völlig durchnässt zu werden.

Um ca. 15:30 Uhr waren Kai, Sophie & Michel zurück und wir fuhren mit ihnen nach St. Johns, wo wir uns von ihnen verabschiedeten.

Danach rasten wir zum Supermarkt (der Tagesordnungspunkt Obst- und Gemüsemarkt wurde gestrichen) und kauften innerhalb von 20 Minuten unseren Bedarf für die nächsten 3-4 Wochen ein.

Dann ab ins Auto und schnell auf den Weg zurück ins Nonsuch Bay Resort. Unterwegs stoppten wir noch geschwind an einer Tankstelle, um den Mietwagen wieder aufzutanken und um Punkt 17:00 Uhr parkten wir im Resort. Puh, das war eine Punktlandung!

Nun schleiften wir unsere ganzen Einkäufe und Gasflaschen zum Dock und luden diese ins Dingi. Draußen blies es mit 25 Knoten und wir mussten gegen 1/2 Meter hohe steile Wellen ankämpfen. Au weia, ob unsere frischen Eier das überleben?

Nein, natürlich überlebten es nicht alle. 3 waren kaputt gegangen, und in meiner Kühltasche über sämtliche Einkäufe gelaufen, so dass ich noch ca. eine Stunde Spaß dabei hatte, die ganzen Sachen abzuwaschen und zu verstauen.

Um 18:45 Uhr machten wir Abendessen und um 20:30 Uhr fielen wir völlig erschöpft ins Bett. Wir waren beide völlig erledigt! Welch ein Tag! Aber trotz des ganzen Stresses war es toll, Michel & Sophie nach so langer Zeit mal wieder zu sehen!

Weihnachtsgeschenke gab es bei uns schon im November…

…oder zumindest haben wir von unserem Freund Andreas damals ziemlich viele Sachen mitgebracht bekommen. Für unsere Silence gab es ein neues Trampolin, eine Wifi-Antenne und ein paar Öl- und Dieselfilter. Kai hatte sich einen e-book-Reader, diverse Ladekabel und Rasierklingen bestellt. Und für mich hatte Santa Andreas einiges an Bastelzubehör und ein neues Kiteboard im Gepäck. Allerdings nahm das Kiteboard leider eine etwas andere Flugroute als Andreas und kam somit erst mit zweiwöchiger Verspätung und einigen nervenaufreibenden Telefonaten, e-mails und Flughafenbesuchen bei uns an. Aber die gesamte Kiteboard-Geschichte erzähle ich Euch mal noch in einem separaten Beitrag, denn auch die Bestellung verlief nicht reibungslos.

Natürlich gab es auch noch ein paar richtige Geschenke. So hatte Andreas uns einiges an Schokolade und weihnachtlichen Süßigkeiten eingepackt. Kais Mama beschenkte uns ebenfalls mit leckerer Schokolade, vielen verschiedenen Packungen Paradiescreme und mit einigen anderen Lebensmitteln wie z.B. Bratensoße und Semmelknödeln, die es hier in der Karibik nicht zu kaufen gibt. Marie hatte für Kai und mich neue Geldbeutel mitgegeben, mir ein Ersatzteil für meinen Tupperware-Mixbecher besorgt und mir eine Haarbürste und ein paar Haarklämmerchen geschenkt, die ich hier seit 2 Jahren vergeblich gesucht habe. Außerdem gab es von ihr noch einen Solar-Taschenrechner und ein paar neue Spannbettlaken. Wenn das mal keine reiche Bescherung war! Wir freuten uns wie die kleinen Kinder!

Das neue Trampolin für unsere Silence haben wir vor zwei Wochen installiert und das war auch allerhöchste Eisenbahn. Nachdem Kai bereits seit 1 1/2 Jahren immer mal wieder Stellen repariert hatte, an denen das Netz gerissen war, brach ich dann beim Anlegen an der Boje hier in der Nonsuch Bay sogar mit einem Fuß komplett durch. Ach waren wir froh, dass wir das neue Trampolin bereits in petto hatten 😉

Aber am meisten habe ich mich natürlich über mein neues Kiteboard gefreut. Mein vorheriges war mittlerweile doch sehr in die Jahre gekommen, denn wir hatten es vor drei Jahren gebraucht gekauft und es hatte nun 9 Jahre auf dem Buckel. Nicht nur, dass das neue Board viel schöner aussieht, es hat natürlich auch ein paar tolle technische Features über die ich mich jeden Tag aufs Neue freue!

So sind wir also momentan mal wieder in Antigua und kiten fast jeden Tag bis zum Umfallen, weil es so schön viel Wind hat. Doch nebenbei haben wir auch noch jede Menge Weihnachtsguzl gebacken und alle unsere Freunde hier zum 3. Advent zu Kaffee und Plätzchen eingeladen. 3 Tage lang waren wir mit Backen von Hildabrötchen, Vanillekipferl, Spritzgebäck, Kokosmakronen, Schokoladenbrot und Buttergebäck beschäftigt, um die 7 Gäste satt zu bekommen. Doch glücklicherweise blieben dann auch noch ein paar Weihnachtsplätzchen für uns übrig. Doch lediglich zwei Hildabrötchen haben den heiligen Abend erlebt. Alle anderen hatten wir schon vorher weggeputzt!

Grenada Episode 4 – Underwater Sculpture Park

Nach diesen vielen Landausflügen wollten wir nun aber auch mal etwas auf bzw. im Wasser unternehmen. Und so machten wir uns mit dem Dingi auf zum Underwater Sculpture Park.

Dieser liegt am Molinere Point, einer ca. 2 1/2 Seemeilen von unserem Ankerplatz entfernten Landspitze. Der Park wurde 2006 von einem britischen Bildhauer entworfen und war damals der erste Park dieser Art weltweit. Er umfasst 800 Quadratmeter und mehr als 65 Betonfiguren, die in Summe ca. 15 Tonnen wiegen. Es gibt mehrere verschiedene Tafeln, einzelne Figuren und einen Ring von Kindern, die sich an den Händen halten, zu sehen.

 

Wir schnorchelten so lange, bis wir alles erkundet hatten und es uns langsam kalt wurde. So schwammen wir noch zu dem kleinen Sandstrand in der Bucht, um uns dort wieder aufzuwärmen, bevor wir mit dem Dingi zurück zu unserer Silence fuhren.