Das Märchen von Kai und seinem Hydrofoil

Es war einmal ein kleiner Kai, der wollte sich gerne ein anderes Hydrofoil kaufen. Da ihm die neuen aber etwas zu teuer waren, suchte er nach einem schönen gebrauchten Board inkl. Foilmast. Und im vergangenen Jahr im Mai wurde er, er konnte sein Glück kaum fassen, in Antigua fündig. Eine Kiteschule bot ein gebrauchtes Levitaz-Foil an und Kai meldete sich sofort, handelte noch etwas mit dem Preis und man wurde sich einig. Das Foil war seines! Welch große Freude! Der kleine Kai strahlte über’s ganze Gesicht. Genau eine Stunde lang. Dann meldete sich der Eigentümer erneut, weil er nun noch einen weiteren Interessenten hatte, der bereit wäre den vollen Preis zu zahlen. Der kleine Kai wollte aber nicht so viel Geld ausgeben und so wurde es nichts mit dem Foil.

Da Kai aber immer noch gerne ein anderes Foil gehabt hätte, schaute er ständig bei ebay und in Kite-Foren, was dort so zum Verkauf angeboten wurde. Doch entweder war es nicht das, was er gerne haben wollte, oder die Verkäufer waren nicht bereit das Foil in die Karibik zu senden oder es war zu teuer.

So verging Monat um Monat und der arme kleine Kai kitete mit seinem alten Foil, das ihn ständig abwarf, wenn er versehentlich doch mal wieder schneller fuhr. Er war so traurig, dass er kein neues Foil fand.

Nachdem wir nach St. Martin gesegelt waren, um neue Batterien, ein neues Funkgerät und diverse andere Dinge zu kaufen, unternahm Kai nochmal einen Versuch ein gebrauchtes Foil zu finden. Und er wurde fündig. In Holland gab es einen Kitesurfer, der seinen gebrauchten Levitaz-Mast verkaufen wollte und sogar bereit war, diesen nach St. Martin zu senden. Der kleine Kai war überglücklich und der Handel wurde schnell abgeschlossen.

Weil es allerdings um einiges billiger war, das Paket mit DHL von Deutschland nach Sint Maarten zu senden, erklärte sich der Verkäufer sogar bereit das Paket in Deutschland aufzugeben und als Absender-Adresse Kais Adresse in Hockenheim anzugeben. Das lief ja alles wie geschmiert! Wir überwiesen das Geld und das Paket begann am 19. Februar seine Reise in Dorsten (wo auch immer das ist).

Relativ schnell reiste das Paket nach Bochum, doch dort wurde in der Sendungsverfolgung dann folgende Nachricht angezeigt: „Die geringfügig beschädigte Sendung wird nachverpackt.“ Au weia, das klang ja gar nicht gut. Da wandelte sich die ganze Vorfreude des kleinen Kai ganz schnell in Besorgnis um. „Was haben sie nur mit meinem schönen Foil angestellt?“ fragte sich der kleine Kai. Na ja, vielleicht war ja einfach nur die Verpackung etwas eingerissen, machte ich ihm Hoffnung. Doch zwei Tage später stand da erneut zu lesen: „Die geringfügig beschädigte Sendung wird nachverpackt.“ Oh weia! Schon wieder?! Und nochmal fünf Tage später gab es zum dritten mal die Nachricht „Die geringfügig beschädigte Sendung wird nachverpackt.“ Mittlerweile hatte sich die ganze Vorfreude des kleinen Kai in Luft aufgelöst und er war sehr, sehr besorgt.

Deshalb rief er bei DHL an und versuchte heraus zu finden, was mit seinem Paket los war, aber die Dame im Call Center konnte ihm nicht weiterhelfen. Das habe schon noch alles seine Ordnung, er müsse sich nicht sorgen. Einfach nur abwarten. Leichter gesagt als getan!

Endlich ging das Paket weiter auf die Reise und erreichte am 2. März Rodgau und am 3. März war es im internationalen Paketzentrum Frankfurt, wo es für den Auslandsversand vorbereitet wurde. Endlich tat sich wieder etwas. Das wurde ja auch mal Zeit, denn DHL hatte im Internet eine Regelzustellzeit von 10-13 Werktagen angegeben und mittlerweile waren wir bereits bei Tag 10. 

Mit Spannung erwartete der kleine Kai sein Paket in Sint Maarten und sagte der Dame vom dortigen DHL-Stützpunkt schon mal Bescheid, dass sie ihn sofort anrufen soll, wenn das Paket angekommen ist. Er war so aufgeregt, denn im Hinterkopf schlummerten immer noch die drei Meldungen bezüglich der geringfügig beschädigten Sendung, die nachverpackt worden war. Das Foil würde doch hoffentlich bald heil in Sint Maarten ankommen. Ach, welche Anspannung! Kaum war er morgens aufgewacht, schaute er auch schon auf die Sendungsverfolgung und mittags und abends und überhaupt den ganzen Tag schaute er immer mal wieder nach.

Doch leider verlor sich am 3. März jegliche Spur des Foils. Kai rief am 10. März mal wieder bei DHL an und fragte, wo sein Paket denn nun bleibt. Die nette Dame im Call Center sagte ihm, da müsse er sich nun einfach noch etwas gedulden, es hätte ja mittlerweile Frankfurt verlassen. Und so wartete der kleine Kai einen Tag um den anderen. Immer wieder schaute er auf die Sendungsverfolgung, aber es tat sich nichts mehr. 

So versuchte er schließlich einen Nachforschungsauftrag bei DHL zu stellen, doch das war nicht möglich. Er bekam die Auskunft, es wäre noch alles im grünen Bereich. 

Und am 16.3. tat sich dann endlich wieder etwas. Das Foil war in Malta angekommen! Hmmm, warum denn Malta? Was genau macht es denn da? Wer etwas Geographie-Kentnisse besitzt, weiß vielleicht, dass Malta eine Insel im Mittelmeer ist, Sint Maarten jedoch in der Karibik liegt. Ja okay, beide Inseln beginnen mit „Ma“ aber das sind auch schon alle Gemeinsamkeiten. 

So rief der kleine Kai erneut bei DHL an und fragte, was sein Paket denn in Malta mache. Die Call-Center-Mitarbeiterin war ganz stolz und meinte „Ja, das ist jetzt dort im Paketzentrum und wird Ihnen zugestellt!“ Äh nee, wird es nicht“, sagte da der kleine Kai, „denn ich sitze ja in Sint Maarten und nicht in Malta.“ Ups, da war DHL ein kleiner Fehler unterlaufen! Aber das kann ja mal vorkommen, dass man Malta mit Sint Maarten verwechselt. Aber das ist alles kein Problem. Das Paket wird jetzt nach Deutschland zurück gesendet und Kai kann es dann dort wieder in Empfang nehmen! Der kleine Kai dachte zuerst er hätte sich verhört und sagte: „Nein, nein, ich will nicht, dass es zurück nach Deutschland geht, denn dort bin ich ja nicht. Ich will das Paket immer noch in Sint Maarten haben.“ Doch die diesmal nicht ganz so freundliche Call-Center-Mitarbeiterin sagte Kai, das sei nicht möglich. Das Paket kann nicht von Malta nach Sint Maarten geschickt werden. Es muss erst einmal zurück nach Deutschland zum Absender. „Aber nein“, rief der kleine Kai entsetzt, „ich kann es doch dort gar nicht entgegen nehmen, weil ich nicht zu Hause bin. Bitte unternehmen Sie einen erneuten Zustellversuch, dieses Mal nach Sint Maarten.“ Die Call-Center-Dame wurde ungehalten: „Also wir können ja nicht jedem Kunden jeden beliebigen gewünschten Service zur Verfügung stellen. Das Paket geht zurück an den Absender und basta! Und die Kosten für die Rücksendung muss der Absender übrigens auch tragen!“ Da platzte dem kleinen Kai dann aber doch der Kragen: „Was meinen Sie denn mit jeglichem gewünschten Service?“ rief er. „Ich will doch immer noch das, was ich von Anfang an wollte, nämlich, dass Sie mein Paket nach Sint Maarten schicken. Ich frage doch überhaupt nicht nach einem besonderen Service, ich will doch einfach nur, dass Sie ihre Arbeit machen. Und wenn Sie zu doof sind, das Paket auf die richtige Insel zu schicken, soll ich auch noch dafür zahlen. Ja geht’s noch?!“ Die Dame wurde nun doch etwas kleinlauter, konnte aber an der Sache doch nichts ändern und das Paket musste seine Rückreise nach Frankfurt antreten. Wäre da noch ein Fünkchen Vorfreude auf das neue gebrauchte Foil übrig gewesen, wäre sie spätestens jetzt in Schutt und Asche gelegen.

Hatte das Paket für die Reise nach Malta fast zwei Wochen benötigt, so war es erstaunlicherweise nach 4 Tagen, nämlich am 21. März wieder zurück in Frankfurt. Und da setzte sich anscheinend wieder irgendein DHL-Mitarbeiter mit seinem Hintern drauf und rührte sich nicht mehr. Am 28. März war es immer noch in Frankfurt und der kleine Kai gab so langsam aber sicher jegliche Hoffnung auf, dass er sein Foil irgendwann in diesem Jahr noch in Händen halten wird. Mehr als 5 Wochen waren nun vergangen und das Paket hatte es noch nicht einmal zurück an die Heimatadresse geschafft, die ja nur ca. 100km von Frankfurt entfernt liegt. Ach, wie ist das alles traurig.

Am 29. März bekam dann Kai endlich Nachricht, dass das Paket zur Abholung in Hockenheim bereit liegt. Er schrieb seiner Mutter eine Vollmacht und am 30. März durfte sie Rücksendegebühren von €20,- zahlen und das Paket endlich abholen. So hat Kais Foil zwar eine kleine Reise durch Europa gemacht, ist aber nach 5 1/2 wöchiger Reise seinem Ziel noch keinen Schritt näher gekommen.

Der kleine Kai sitzt jetzt hier ganz traurig in der Karibik, während sein Foil, das er so gerne ausprobieren würde, rund 7.150 km entfernt in Hockenheim liegt. Und nun stellt sich erneut die Frage: wie bekommt er das Foil in die Karibik?

Soll er nochmal sein Glück mit DHL versuchen? Aus Mangel an anderen Möglichkeiten, wird ihm wohl nichts anderes übrig bleiben, denn Fedex verlangt schlappe €800,- für den Versand hierher. Wenn euch eine andere Lösung einfällt, sagt Bescheid!

Und die Moral von der Geschicht: schick niemals Dinge aus Europa mit DHL in die Karibk nicht!

SY Valhalla

Unsere französischen Freunde Bernadette & Pascal luden uns in Green Island zu mehreren Kino-Abenden ein, bei denen sie uns Filme über ihre Zeit in Patagonien und ihre anderen Abenteuer zeigten. Uns blieb die Spucke weg, als wir sahen was die beiden schon alles erlebt haben.

Nachdem Pascal in den 1990er Jahren seinen 20m langen Stahl-Schoner Valhalla in 3jähriger Arbeit selbst gebaut hatte, waren er und Bernadette zu großen Segelabenteuern aufgebrochen. Zuerst zog es die beiden in die Karibik, wo sie etwas die Inseln hoch und runter segelten. 

Durch Zufall traf Pascal im Jahr 1994 in Martinique einen Bekannten, der gerade mit Isabelle Autissier unterwegs war. Isabelle war bereits damals eine weltbekannte Seglerin. Sie war die erste Frau, die einhändig um die Welt gesegelt war und nun war sie gerade unterwegs um einen anderen Rekord zu brechen: sie wollte um das Kap der guten Hoffnung von New York nach San Francisco segeln und dabei den Weltrekord für diese Strecke brechen. Sie plante diesen Trip mit drei Bekannten zu machen, doch leider fiel einer der drei aus und sie suchte Ersatz. Und hier kam Pascal ins Spiel. Natürlich zögerte er nicht lange und sagte zu und so ließ er Bernadette und seine Valhalla in Martinique und segelte mit Isabelle und den anderen beiden Seglern nach New York. Dort passten sie ein gutes Wetterfenster ab und los ging’s. Teilweise segelten die vier mit rund 30 Knoten Geschwindigkeit, teilweise ging es fast nicht mehr vorwärts, weil Flaute herrschte. Und am Ende schafften sie die Strecke in 62 Tagen, 5 Stunden und 55 Minuten, womit sie den alten Rekord um zwei Wochen brachen! Eine stolze Leistung und unser Freund Pascal war bei diesem Abenteuer dabei. Wahnsinn!

Aber auch die folgenden Abenteuer Bernadettes & Pascals beeindruckten uns sehr. Mit ihrer Valhalla waren sie mehr als 10 Jahre in Patagonien unterwegs. Sie bekamen einen Sohn und segelten mit dem kleinen Gaston mehrfach nach Süd-Georgien und auch zur Antarktis. Sie fuhren mit Valhalla an riesigen Eisbergen vorbei und brachen mit ihr sogar durchs Packeis. Insgesamt rundeten sie bei ihren diversen Segeltörns mehr als 50 (!) Mal Kap Horn. Mir blieb nur noch der Mund offen stehen bei diesen Erzählungen. Nicht ein einziges Mal würde ich diesen Trip machen wollen, aber solche Erfahrungen auf Film mitzuerleben war unglaublich! 

Einer der Höhepunkt unserer Kino-Abende war eine britische Serie aus dem Jahr 2007, genannt „Serious Ocean“. Der Fernsehsender BBC drehte an Bord Valhallas eine Art Live-Dokumentation über 8 Jugendliche, die für mehrere Wochen auf Valhalla wohnen und quer durch die vorgelagerten Inseln Chiles segeln, um Pinguine, Robben, Albatrosse und andere Tiere zu erforschen. Die Jugendlichen nahmen an einer Studie zur Erforschung des Gletschers Chloe teil, dem südlichst gelegenen Gletschers außerhalb der Antarktis. Und diese ganzen Orte erkundeten sie zusammen mit Valhalla und Pascal als Kapitän. 

Als Höhepunkt der Reise ging es einmal um Kap Horn. In der Serie wurde hierzu berichtet, dass man extra ein geeignetes Wetterfenster abwartete, um Kap Horn zu umrunden. In Wirklichkeit wartete man wohl eher ein extra schlechtes Wetterfenster ab, damit die Aufnahmen etwas spektakulärer werden. Doch das Wetter war dann so spektakulär, dass die vorgesehenen Filmaufnahmen nicht, wie ursprünglich geplant, aus einem Helikopter aufgenommen werden konnten. Dieser konnte aufgrund des vielen Windes nicht starten und so wurde Valhalla von einem anderen Segelboot begleitet. Die Kamerafrau ließ sich im Mast dieses Bootes festbinden und machte von dort atemberaubende Aufnahmen. Niemals hätte ich an Bord eines dieser beiden Boote sein wollen, denn alleine beim Anschauen des Films wurde ich seekrank. Teilweise verschwand Valhalla inklusive Mast und Segeln hinter ca. 15m hohen Wellen und Pascal erzählte uns, dass der Wind am Ende mit rund 70 Knoten blies. Einfach nur irre!

Wir sind so beeindruckt von diesen beiden bescheidenen netten Menschen und so dankbar, dass sie diese wunderbaren Abenteuer mit uns geteilt haben!

Hier zum Abschluss noch ein kleiner Film mit ein paar Impressionen.

Schmuck aus Samen

Unsere Nachbarin Veronique hatte mir ein Buch geliehen, das mit Fotos und Beschreibungen zeigte, wie man aus Samen Schmuck basteln kann. Das weckte natürlich gleich mein Interesse und so sammelten wir immer mal wieder Samenkörner. 

Am schönsten fand ich die Samen des Korallenbaums. In beigen gedrehten Hülsenfrüchten sind jeweils ca. 10 kleine rote Samen eingeschlossen. Diese glänzen als ob sie lackiert wären. Einfach fantastisch was die Natur hervorbringt. In Martinique werden diese Samen übrigens „graines d’eglise“ (Kirchensamen) genannt, weil früher daraus Rosenkränze hergestellt wurden.

Aber auch der Flammenbaum hat nicht nur fantastische Blüten, sonder auch sehr schöne Samen, die gut zum Basteln von Schmuck geeignet sind.

Palmen liefern ebenfalls schöne Samen, die man jedoch leider erst mühevoll bearbeiten muss. Zuerst muss die rote Hülle weg, dann die gelbe etwas strohige Hülle. Nun hat man den Samen freigelegt, der aber zuerst noch abgeschliffen werden muss. Hierzu verwendete ich einen Dremel mit grobem Schleifpapier, danach feineres Schleifpapier und am Ende polierte ich ihn noch. Puh, geschafft! Jetzt sehen die Samen auch toll aus.

Etwas einfacher sind wiederum die Cabalonga-Samen, die aussehen wie kleine graue Kieselsteine. Und auch die Tamarind-Samen kann man einfach auflesen und verwenden.

Aber nun mussten erst einmal Löcher in die Samen gebohrt werden und dann mussten noch ein paar Ideen her, was ich mit diesen Samen basteln könnte. Eine Anregung für die Samen des Flammenbaums fand ich im Buch von Veronique. Und so bastelte ich erst einmal daraus ein paar Ohrringe.

Und dann kamen mir noch ein paar Ideen für die Samen des Korallenbaums:

Mal sehen was mir für die anderen Samen noch so einfallen wird. Ich werde berichten.