Murals in Fort-de-France

Da wir schon so lange nicht mehr in der Hauptstadt gewesen waren, wollten wir uns unbedingt die ganzen in den letzten Jahren neu entstandenen Murals anschauen und auch endlich mal wieder etwas Kultur tanken.

Ersteres klappte recht gut. Obwohl im Internet nicht wirklich viele Standortangaben zu den Murals zu finden waren, konnten wir doch einige ausfindig machen.

Doch mit Kultur tanken, war leider nichts. Ich hatte im Internet genau zwei Museen in Fort-de-France ausfindig gemacht. Das eine war eine kleine Ausstellung im alten Rathaus, in dem ein französischer Schriftsteller und Politiker namens Aimé Césaire in einem Büro gewirkt hatte. Da wir den guten Herrn nicht kennen, war das für uns nicht so von Interesse. 

Das andere „Museum“ ist die Bibliothek Schoelcher. Diese wurde im Jahr 1889 in Paris zur Weltausstellung erbaut, danach zerlegt, nach Fort-de-France verschifft und dort wieder aufgebaut. Wir hatten sie vor einigen Jahren bereits besichtigt, aber sie ist so schön, dass man sie auch gerne ein zweites Mal besuchen kann. Daraus wurde aber leider nichts. Denn obwohl die Öffnungszeiten an der Pforte anzeigten, dass sie geöffnet sei, war sie geschlossen. Soviel zu Kultur tanken in der Hauptstadt.

So schlenderten wir noch kurz über den Markt und danach etwas durch die kleinen Gassen und ließen die verschiedenen Eindrücke auf uns wirken. Zum einen gibt es viele sehr zerfallene Häuser, zum anderen wunderschöne alte Architektur. Krasse Gegensätze! Aber seht am besten selbst:

Auf nach Fort-de-France

Nachdem wir abends todmüde ins Bett gefallen waren, weckte uns morgens um 4:45 Uhr ein lautes Motorengeräusch. Im Halbschlaf zog ich mir das Kissen über den Kopf, doch es half nichts, denn das Geräusch wurde immer lauter. Was um Himmels willen war denn das?

Ich schaute aus dem Fenster und sah zwei Männer, die mit Laubbläsern den Marktplatz reinigten. Um dieses Uhrzeit, die spinnen doch wohl! Aber dann fiel mir ein, dass uns das auch schon im November bei unserem Zwischenstopp hier passiert war. Ich hatte damals gedacht, die würden das vielleicht immer Samstags machen, aber nein, dieses Spektakel findet anscheinend jeden Morgen statt. Wie gut, dass wir nicht in St. Pierre wohnen und mit unserem mobilen Zuhause die Flucht ergreifen können.

Und so gingen wir morgens geschwind zum Einklarieren an Land, danach noch etwas Obst und Gemüse auf dem Markt gekauft und nichts wie schnell weg von hier.

Tatsächlich hatte es heute nur sehr wenig Wind und so mussten wir erst einmal ein ganzes Stück der Strecke unter Motor zurücklegen. Unser Ziel war die Hauptstadt Fort-de-France (FdF) und glücklicherweise blies der Wind wie immer recht kräftig aus der großen Bucht, in der FdF liegt. So konnten wir das letzte Stück unter aufkreuzen fast bis direkt nach FdF segeln.

Und hier wetterten wir dann auch die nächste Tropical Wave ab. Wir hatten zwar viel Regen, aber wir lagen sehr geschützt unterhalb des Forts und hatten somit so gut wie keine Wellen. Das war doch wesentlich angenehmer als in Dominika!

Unverhofft kommt oft

Leider hieß es dann aber doch früher als geplant Abschied zu nehmen von unseren Freunden und von Dominika.

Ursprünglich sollte die nächste Tropical Wave erst in ein paar Tagen über die Karibik ziehen, doch mit jedem neuen Wetterbericht wurde sie früher angekündigt. So wachten wir am 23. August morgens auf und sahen, dass das schlechte Wetter nun schon am übernächsten Tag käme. Am nächsten Tag gäbe es wegen der Ausläufer der tropischen Welle so gut wie keinen Wind, also müssten wir heute los, wollten wir noch vor der Welle nach Martinique segeln. Tja, unverhofft kommt oft und so riefen wir unsere Freunde an, verabschiedeten uns telefonisch von ihnen und machten unsere Silence sofort startklar. 

Um 8:20 Uhr setzten wir die Segel und machten uns auf nach St. Pierre in Martinique. Wir hatten eine Strecke von 55 Seemeilen vor uns und wollten unbedingt noch im Hellen dort ankommen, weil die Bucht immer ziemlich voll ist, es Bereiche gibt, in denen man wegen versunkener Wracks nicht ankern kann und das Ankern somit sogar schon im Hellen manchmal ein schwieriges Unterfangen ist. 

Glücklicherweise war das Wetter uns hold. Wir hatten strahlenden Sonnenschein, keinen einzigen Regenschauer und genügend Wind, dass wir gut vorwärts kamen. Einzig die riesigen Teppiche an Sargassum-Seegras bremsten uns manchmal etwas aus. Wenn sich zu viel davon in unserem Ruder ansammelt, schafft der Autopilot es nicht mehr das Schiff zu steuern. Dann müssen wir kurz in den Wind schießen um (fast) anzuhalten, damit das Seegras vom Ruder wegtreiben kann.

Um 17:45 Uhr kamen wir in St. Pierre an, fanden auf Anhieb ein schönes Ankerplätzchen und durften uns gleich danach bei einem herrlichen Sonnenuntergang von dem unerwarteten aber sehr schönen Segeltörn erholen.