Promis in Green Island

Den ganzen Dezember gab es hier in Antigua richtig schön viel Wind und nach der anstrengenden Zeit auf der Werft gönnten wir uns quasi einen vierwöchigen tollen Kiteurlaub. Morgens gab es meist ein kleines Frühstück, dann ging es gegen 9:00 Uhr an den Strand. Da wir immer abwechselnd kiten, verbrachten wir oft ca. fünf Stunden beim Kiten, bevor wir ziemlich k.o. und hungrig zum Boot zurück kamen. Nach einem kleinen Mittagssnack schafften wir es meist nur noch die nötigsten Dinge am Boot in Ordnung zu halten. So bestanden unsere Tage aus essen, Kite surfen, Wäsche waschen, Boot putzen, Geschirr spülen und kochen. Und um 20 Uhr fielen wir meist todmüde ins Bett und schafften nur noch eine Episode einer Serie anzuschauen, bevor uns die Augen zufielen. Ach, welch Himmel auf Erden.

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Doch Anfang Januar hatte das „Faulenzerleben“ dann leider ein Ende. Der Wind ging völlig weg und wir nutzten die Zeit, um wieder ausgiebiger am Boot zu arbeiten. Vier Wochen Nichtstun rächen sich natürlich und so war Kai z.B. drei Tage lang nur damit beschäftigt an allen Edelstahlteilen den Rost weg zu polieren, während ich nun schon wochenlang auf Deck Rost- und Seegrasflecken entferne und alles wieder blitzeblank schrubbe.

Außerdem musste unser Dingi dringend repariert werden, da seit mehreren Wochen literweise Wasser hinein lief. Zuerst suchte Kai die undichte Stelle und als er entdeckte, dass ziemlich großräumig zwischen dem Boden und den Luftkammern die Verklebung nicht mehr hielt, klebte er kurzerhand einmal rund ums Dingi die Luftkammern neu an.  Danach war noch eine Generalüberholung unseres Dingi-Covers nötig, da dieses völlig in Fetzen hing. So verbrachte ich 2 1/2 Tage von morgens bis abends an der Nähmaschine, setzte diverse Flicken auf und nähte fast alle Nähte einmal nach. Und nun haben wir bei der Fahrt mit dem Dingi endlich wieder trockene Füße und es flattern uns nicht mehr die Stofffetzen um die Ohren.

Eigentlich hatten wir uns Ende letzten Jahres vorgenommen dieses Jahr auf ein neues Dingi zu sparen. Deshalb hatten wir auch keine Lust allzu viel Energie in die Dingi- und Dingi-Cover-Reparatur zu stecken. Doch nachdem unser Wassermacher seit einigen Tagen seine Produktion wieder langsam aber stetig nach unten fährt, sieht es so aus, als ob es mit dem neuen Dingi nichts wird. Wahrscheinlich müssen wir nun wohl doch eher für einen neuen Wassermacher sparen. Tja, ein neues Dingi wäre viel schöner gewesen, aber ein Wassermacher ist für uns nunmal quasi lebenswichtig und so lange das alte Dingi noch schwimmt, ist klar, wo die Priorität liegt 🙁

So wurschteln wir nun schon seit ca. zwei Wochen fast von morgens bis abends wieder am Boot und sehnen mehr Wind herbei, damit wir auch mal wieder kiten können. Kai spleißte neue Leinen für unsere Davids (das sind die Leinen, mit denen wir das Dinig am Heck unseres Bootes hochziehen), wir nähten Segelstoff auf eine Plastikabdeckung an der Decke einer unserer Kabinen, entschimmelten wieder einige Fächer und Schränke und Kai programmierte eifrig an seiner bereits vor Urzeiten begonnen Anker-App. Wir führten einige kleine Reparaturen aus und eines Morgens bekamen wir mal einen Riesenschreck, als unser Autopilot plötzlich nicht mehr funktionierte (wir wollten auf der Anzeige des Autopiloten nachschauen wie viel Wind es hat). Doch glücklicherweise war nur ein Kabel lose und das Problem somit nach ca. 1/2 Stunde Ursachenforschung recht schnell behoben. Ihr seht, auch wenn es keinen Wind hat, Langeweile kehrt auf der Silence nie ein.

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Glücklicherweise sind vor etwas mehr als einer Woche auch noch Freunde von uns hier angekommen. Rob und Jen hatten wir letztes Jahr hier in Green Island kennengelernt und mit Ihnen vertreiben wir uns momentan die Zeit bei Spiele- und Kinoabenden, beim Boule-Spielen am Strand, …

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Und heute war dann am späten Vormittag endlich mal wieder etwas mehr Wind. So schnappten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück mit frisch gebackenem Brot unseren Kite und das Surf-Board und düsten an den Strand. Doch bis wir den Kite aufgebaut hatten, war der Wind dann schon fast wieder weg. So schafften wir es nur ca. 20 Minuten zu kiten, aber immerhin durften wir als kleinen Trost noch Sir Richard Branson etwas beim Kiten zuschauen. Er kam gestern mit seinem riesigen Katamaran in die Bucht gefahren und versuchte heute auch etwas sein Glück beim Kiten. Leider startete er seinen Kite vom Boot und nicht am Strand, so dass wir ihn nicht persönlich kennenlernen durften. Aber immerhin haben wir ihm aus der Ferne zugeschaut 😉

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Und wenn ich schon beim Promitalk bin, muss ich natürlich auch noch erwähnen, dass kürzlich Andrij Schewtschenko ein paar Wochen Urlaub hier verbracht hat. Da weder Kai noch ich große Fußballfans sind, erkannten wir ihn jedoch nicht und wussten wochenlang überhaupt nicht welch prominenten Kiter wir da täglich am Strand grüßen. Erst später klärte man uns auf, dass wir da tagein tagaus mit Andrij gekitet waren und wir mussten erst einmal googeln wer das überhaupt ist (für alle die genauso ahnungslos sind wie wir: er ist ein sehr bekannter Fußballspieler aus der Ukraine, der ziemlich lange für AC Mailand gespielt hat und nun wohl Nationaltrainer des ukrainischen Teams wird). Wahrscheinlich haben wir schon unzählige bekannte Persönlichkeiten kennengelernt, sind aber leider zu unbedarft, um diese zu erkennen ;-))

Es weihnachtet…

…nicht so richtig bei uns. Aber wahrscheinlich könnt Ihr das in diesem Jahr gut nachempfinden, denn wie wir gehört haben, herrscht in Deutschland momentan auch kein tolles Winterwetter.

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Bei fast 30°C und Sonnenschein kommt man einfach nicht so richtig in Weihnachtsstimmung und das, obwohl wir uns in diesem Jahr wirklich angestrengt haben. Wir haben Weihnachtsrentiere gebastelt, unseren kleinen „Tannenbaum“ aufgestellt, Lichterketten installiert und vier verschiedene Sorten Weihnachtsplätzchen gebacken. Aber so lange wir draußen sind, vergessen wir dann doch immer wieder, dass es mit großen Schritten auf Heiligabend zugeht.

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Immerhin hat das Wetter die vergangenen zwei Tage versucht, uns etwas in Stimmung zu versetzen. Der Wind blies Tag und Nacht ziemlich stark (zwischen 40 und 55 km/h) und abends und nachts kam dann in unserem Salon bei wildem Windgerüttel, Kerzenschein und Lichterkette zumindest ein kleines bisschen gemütliche Stimmung auf.

Und ein Weihnachtsgeschenk gab es auch schon: Kai hatte kürzlich im App-Store ein schönes Computerspiel entdeckt, das vor ein paar Tagen runtergesetzt war auf €2,99. Es heißt „Ticket to ride“ und macht richtig Spaß. Als vorgestern eine Squall nach der anderen durchzog ließen wir sogar unsere tägliche Kitesession ausfallen, um einige Partien „Ticket to ride“ zu spielen. Also, wer noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk sucht, dem können wir dieses Spiel wärmstens empfehlen (gibt es übrigens auch als Brettspiel 😉

An dieser Stelle auch noch herzlichen Dank für die ganzen lieben Weihnachtsgrüße und selbstverständlich wünschen auch wir Euch ein wunderschönes harmonisches Weihnachtsfest, ganz viel leckeres Essen und erholsame Feiertage!

 

Etappenziel erreicht: die Nonsuch Bay hat uns wieder!

Hier erst einmal noch die Fotos zu unseren Blogbeiträgen zu der Fahrt von Bonaire nach Guadeloupe.

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Hätte ich diesen Blogbeitrag Anfang der Woche geschrieben, dann wäre er stimmungsmäßig sicherlich völlig anders ausgefallen als jetzt. Deshalb bin ich froh, dass ich Euch etwas habe warten lassen, sonst hättet Ihr gedacht, dass wir hier überhaupt keinen Spaß mehr haben 😉

Nach der Ankunft in Guadeloupe haben wir unsere Tage hauptsächlich mit Einkaufen, Wäsche waschen und kleinen Bootsreparaturen verbracht. Wir dichteten z.B. unsere Notausstiegsluke ab, ersetzten einen Verschluss an unserem Lazy Bag und reparierten ein paar Kleinigkeiten. Nachdem wir dann noch fünf Maschinen Wäsche gewaschen und den halben Leader Price leergekauft hatten (insgesamt schafften wir drei komplett volle Einkaufswagen an Vorräten zu unserer Silence) erlaubten wir uns auch mal einen halben Tag Freizeit und gingen in Pigeon Island schnorcheln.

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Leider entdeckten wir eines Abends beim Verstauen der Konserven, dass in unserem Stauraum unter der Eckbank, eine ziemlich große Wasserlache stand, die bereits mehrere Konserven hatte rosten lassen. Auch im Stauraum nebenan stand Wasser und wir konnten uns überhaupt nicht erklären wo das herkam. Also räumten wir beide Stauräume komplett aus, trockneten und entschimmelten alle Dinge, die dort gelagert waren und machten uns auf Ursachenforschung. Es dauerte einige Zeit, bis wir herausfanden, dass sich an der Kühlung für unseren Kühlschrank so viel Kondenswasser sammelt, dass es stetig tropft, sich dort eine schöne Wasserlache bildet und diese dann irgendwann fröhlich unter unserer gesamten Eckbank herumläuft. Da müssen wir wohl dringend etwas unternehmen. Aber da wir auf die Schnelle keine Lösung fanden, lösten wir das Problem erst einmal mit einer Windel, die wir momentan alle paar Tage tauschen müssen. Übrigens an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Claudia & Jochen: super, dass Ihr damals ein Paket zu viel gekauft hattet und uns den tollen Tipp gegeben habt, wie man diese zweckentfremden kann 😉

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Nachdem wir dann alle Vorräte wieder verstaut hatten, ging es weiter nach Deshaies, wo wir noch unsere leeren französischen Gasflaschen gegen volle tauschten. Deshaies ist ein schönes kleines Touristenörtchen aber zum Ankern ist es einfach furchtbar. Deshalb wurden dort letztes Jahr Bojen installiert, die sogar kostenlos sind. Also gingen wir an eine dieser Bojen und verbrachten dort eine schöne ruhige Nacht. Am nächsten Tag war dann leider höllisch viel Wind und es schoss eine heftige Böe nach der anderen über unser Boot. Und was passierte natürlich?! Das gleiche, was uns auf den BVI’s auch schon passiert war: eine unserer Luke klappte bei einer Böe nach hinten, schlug aufs Deck und die Scheibe hatte einen Sprung. Kai reparierte diese gleich notdürftig, wir schlossen dann natürlich alle Luken und saßen bei wildem Windgetose im heißen Boot. Zu Hause vor dem Kamin fühlt sich so ein kleiner Sturm eigentlich recht schön an, doch ich kann Euch sagen, auf einem Boot ist man irgendwann total genervt. Der Wind zerrt ständig am Bimini und Lazy Bag, die Leinen an der Boje ächzen, das Boot ruckt heftig in den Leinen ein und man ist nach ein paar Stunden fix und fertig. Dann freut man sich nur noch auf die Nacht, wenn der Wind normalerweise nachlässt, doch da ging es natürlich weiter. Der Wind pfiff und blies teilweise wie verrückt, so dass wir unsere Luke schlossen, um den Lärm nicht mehr zu hören. Dann wiederum ließ der Wind manchmal ganz nach, so dass nun unsere Leinen überhaupt nicht mehr gespannt waren, die Boje zwischen unseren Rümpfen war und dort fröhlich anklopfte. Blong, Klong, Rawums, … So kann man natürlich auch überhaupt nicht schlafen.

Für den nächsten Tag war recht viel Wind angekündigt, es herrschten also Bedingungen, an denen wir uns normalerweise nicht nach Antigua aufgemacht hätten. Da ich aber auf keinen Fall nochmals solch einen Tag und solch eine Nacht verbringen wollte, überredete ich Kai, dass wir trotzdem lossegeln.

Zuerst bereuten wir unseren Entschluss ziemlich, weil der Wind hinter Guadeloupe teilweise von 19 auf 34 Knoten hoch ging und wie wild drehte und unser Autopilot mit diesen Bedingungen nicht zurecht kam. So steuerte ich die erste Stunde selbst und verfluchte meine Entscheidung. Doch glücklicherweise ging der Wind irgendwann auf ca. 19 bis 28 Knoten runter und wir segelten mit Groß im 1. Reff und halb gereffter Genau mit fast 9 Knoten in Richtung Antigua. Je näher wir kamen, umso besser wurde es mit dem Wind und am Ende segelten wir total entspannt in die Bucht von Falmouth. Wir hatten die knapp 43 Seemeilen in 5 1/2 Stunden geschafft und waren so früh da, dass wir sogar noch einklarieren und ein paar Dinge erledigen konnten.

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Doch natürlich konnte der Tag nicht ohne „Rückschlag“ zu Ende gehen. Seit unserer Abfahrt in Bonaire hatten wir uns bereits auf unsere Lieblingskneipe in Antigua gefreut. Wir sahen schon die Mad Mongoose Burger vor uns auf den Tellern liegen, umgeben von leckeren knackigen Pommes und viel Ketchup und Mayo. Jeden Abend sprachen wir davon, dass wir es uns nach der harten Arbeit auf der Werft mehr als verdient haben, endlich mal wieder essen zu gehen. Und was war? Die Mad Mongoose hat geschlossen! Die Türen sind verriegelt, die Inneneinrichtung ist verschwunden und sogar das Schild ist weg. Wir standen beide da und konnten unseren Augen nicht trauen. Hat sich denn nun die ganze Welt gegen uns verschworen?

Also kauften wir im kleinen Supermarkt Hackfleisch und Burgerbrötchen und machten abends für jeden zwei schöne fette Burger. Nur leider fehlten halt die Pommes.

Da für den nächsten Morgen recht wenig Wind angekündigt war, beschlossen wir gleich weiter in die Nonsuch Bay zu segeln. Kai kaufte noch schnell ein paar Ersatzteile im Schiffszubehörladen (der am Vortag, als wir dort um 17 Uhr ankamen, leider schon geschlossen hatte) und dann konnte es losgehen. Wir fuhren zuerst nach English Harbour, um dort an der Bootstankstelle unsere fast leeren Dieseltanks aufzufüllen und bemalten dabei unser ganzes schönes weißes Boot mit schwarzen Streifen vom Tankschlauch. Jetzt wusste ich auch wieder, warum wir, seit wir in der Karibik angekommen waren, unsere Tanks immer mit Kanistern vollgetankt hatten.

Danach fuhren wir aus der Bucht, gingen in den Wind und Kai zog das Großsegel hoch. Besser gesagt, er wollte es hochziehen, denn nach ein paar Metern ging es nicht mehr weiter und wir sahen, dass sich unser Großfall um eine Rolle ganz weit oben in unserem Mast herumgewickelt hatte. Also holten wir das Segel wieder runter, brüllten unseren Frust in den Wind und beschlossen nun einfach die zwei Stunden in die Nonsuch Bay zu motoren.

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Hätte ich meinen Blogbeitrag nach diesen Tagen geschrieben, so hätte ich Euch gefragt, ob Ihr irgendjemanden kennt, der gerne eine Lagoon 380 kaufen möchte. Wir hatten so die Schnauze voll davon, dass nun sogar ständig Dinge kaputt gehen (die Scheiben der beiden Luken), die wir doch gerade erst vor nicht einmal zwei Jahren in Lanzarote neu gemacht hatten. Wir waren fix und fertig von der Überfahrt nach Bonaire, vom Einkaufen, vom wenigen Schlaf, … Wir konnten und wollten einfach nicht mehr.

Doch heute sieht die Welt wieder ganz anders aus. Die Sonne strahlt, es hat super Wind und wir sind bereits den dritten Tag gekitet. Nach mehr als vier Monaten ohne Kitesurfen hatten wir etwas Startschwierigkeiten, aber heute klappte dann alles umso besser. Es ist wohl doch wie Fahrradfahren: wenn man es einmal kann, verlernt man es nicht so schnell wieder. Heute waren wir zuerst mit dem Kiteboard und danach mit dem Surfboard unterwegs und hatten so viel Spaß, dass wir für die Strapazen der vergangenen Monate schon wieder halbwegs entschädigt sind.

Wir liegen zwar auch hier an einer Boje, doch der Wind bläst die ganze Zeit einigermaßen konstant, so dass wir nachts schlafen wie die Babys. Die letzten Tage sind wir jeweils um 21 Uhr zu Bett und erst um kurz vor 7 Uhr wieder aufgewacht. Einfach traumhaft! Also unsere Silence verkaufen wir auf keinen Fall!