Wenn der Wetterbericht nur mal stimmen würde

Nachdem wir gestern unseren Zahnarzttermin gut hinter uns gebracht hatten und Kais Fuß von der Apothekerin begutachtet worden war (der Arzt hatte leider ausgerechnet gestern einen Tag frei) machten wir uns auf den Weg nach Basseterre. Basseterre ist ca. 2 Stunden von Ilet Pigeon entfernt und wir freuten uns sehr auf die ruhige Ankerbucht dort.

Wenn der Wetterbericht - 1

Doch dieses Mal hatten wir etwas Pech. Nachdem wir bereits einige sehr unruhige Nächte in Ilet Pigeon verbracht hatten, weil dort zwei Tage lang der Wind in Böen von über 30 Knoten durch die Bucht fegte, erhofften wir uns von Basse Terre eine ruhige Nacht. Da hatten wir unsere Rechnung aber nicht mit einem der Locals gemacht. Denn ca. um 19:30 Uhr beschloss jemand am nahegelegenen Ufer eine kleine Disco zu starten. Wir vermuten, dass dieser nette Mensch uns an seiner neu gekauften Auto-Stereoanlage teilhaben lassen wollte und diese auf volle Pulle aufdrehte. So dröhnte eine ohrenbetäubende Tschaka-tschaka Musik auf unser Boot und uns standen die Haare zu Berge. Als wir um 22 Uhr schlafen wollten, dröhnte es draußen immer noch in voller Lautstärke und so blieb uns nichts anderes übrig, als alle Luken zu schließen und uns in der Hitze in den Schlaf zu schwitzen.

Da wir beide total fertig und müde waren, schliefen wir glücklicherweise recht schnell ein. Doch leider wachten wir auch sehr oft plötzlich wieder auf (vielleicht immer wenn ein neues Lied anfing) und erst spät in der Nacht hörte die Musik endlich auf.

Wenn der Wetterbericht - 2

So waren wir heute morgen beide ziemlich gerädert, als wir um kurz nach 7 Uhr aufstanden, um uns auf die Fahrt nach Dominica zu machen. Zuerst mussten wir den von uns stets gefürchteten Kanal zwischen Guadeloupe und Les Saintes überqueren und uns war recht Bange davor, wie viel Wind uns dort wieder erwarten würde.

Angekündigt waren für den Vormittag 12-15 Knoten, aber wir waren uns sicher, dass da auch locker mal das doppelte daraus werden kann. Und so kam es dann auch. Wir lugten mit dem Bug unseres Bootes um das Kap und krawumms, schon traf uns der Wind ungebremst. Gerade hatten wir noch 10 Knoten auf der Anzeige gehabt und auf einen Schlag waren es dann 31!

Die Wellen wurden immer steiler und der Wind ließ höchstens mal auf ca. 26 Knoten nach, bevor er erneut mit mehr als 30 Knoten blies. Aber wie gesagt, das hatten wir ja fast schon geahnt. Wie glücklich waren wir, als wir in den Windschatten von Les Saintes eintauchten und eine kleine Verschnaufpause vor uns lag . Das schlimmste hatten wir geschafft, so dachten wir zumindest.

Aber das entpuppte sich als Irrtum, denn im Kanal zwischen Les Saintes und Dominica ging es dann erst richtig rund. Die Wellen waren doppelt so hoch wie vorher und der Wind blies fast die ganze Zeit mit rund 30 Knoten (angekündigt waren für diese Uhrzeit 15 Knoten). Kai war klatschnass, weil er unzählige Wellen abbekommen hatte.

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Wie erleichtert waren wir, als wir nach vier Stunden segeln in den Windschatten von Dominica eintauchten. Wir jubelten erleichtert auf, denn der Wind ging runter auf 18 Knoten, die Wellen nahmen beträchtlich ab und unsere Silence segelte endlich sanft dahin. So kannten wir das von Dominica und wir waren uns sicher, dass der Wind bald ganz nachlassen würde und wir den Rest der Strecke motoren müssten.

Doch wir hatten uns zu früh gefreut. Denn von einer Sekunde auf die andere frischte der Wind wieder auf. Es ging von 18 auf 25 und dann auf 34 Knoten. Unsere Silence beschleunigte innerhalb von Sekunden von ca. 5,7 auf mehr als 8 Knoten und wir sausten erneut dahin. Der Wind peitschte über das Meer, holte ab und an mal kurz Luft, nur um dann erneut wie wild in unsere Segel zu fahren. Also das hatten wir hier noch nie erlebt. Da wir bei den heftigen Böen immer etwas abfallen mussten, kamen wir immer mehr von unserem Kurs ab und beschlossen irgendwann, dass dies keinen Sinn mehr macht und wir besser die Genua einholen.

So fuhren wir dann die letzten 8 Meilen zur Ankerbucht in Rosseau mit Großsegel und Motor und waren heilfroh, als wir dort ankamen. Und nun liegen wir hier, das Wasser ist flach wie auf einem See, es geht fast kein Lüftchen und wir können gar nicht glauben, dass es uns vorher da draußen so gebeutelt hatte. So macht Segeln wirklich keinen Spaß, denn es fühlt sich eher so an, wie wenn man in eine überdimensionale Waschmaschine geraten wäre!

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