Aller Anfang ist schwer

Das musste ich letzte Woche mal wieder am eigenen Leib erfahren. Wir hatten sehr wenig Wind, so dass ich nicht kiten gehen konnte und deshalb beschlossen wir, dass ich auch endlich lernen sollte, mit dem Hydrofoil Board zu fahren.

Kai hatte dieses neue Hobby bereits Ende letzter Saison in Angriff genommen und seine Technik mittlerweile sehr verbessert. Also war es nun an ihm, mir Unterricht zu erteilen.

Kai montierte unseren kleinen Übungsmast (60cm) und schon konnte es los gehen. Meine Güte war ich aufgeregt! Der Mast hat unzählige spitze Ecken und scharfe Kanten und ich hatte ziemlich Angst, dass ich mir am Schienbein und an den Füßen weh machen würde. Auch schießt das Board, wenn man herunterfällt, manchmal steil aus dem Wasser und man bekommt es an den Kopf, die Schultern, die Hüfte, … Deshalb sollte jeder (nicht nur Anfänger) unbedingt einen Helm tragen!

Als erstes gab Kai mir eine Sicherheitseinweisung am Strand und zeigte mir, wie man den Wasserstart mit dem Board hinbekommt. Da der Mast aus Aluminium und daher sehr schwer ist, liegt das Board automatisch immer glatt auf der Wasseroberfläche und der Mast zeigt senkrecht nach unten. Doch so kann man (zumindest als Anfänger) nicht starten. Hierzu muss man das Board mit der Hand etwas kippen, den vorderen Fuß unter einen Haken auf dem Board klemmen, hinten mit dem Knie etwas drücken, dann den zweiten Fuß auf das Board und schnell den Kite mit einer Hand nach unten lenken, um Schwung zu bekommen. Ach herrje, wie sollte das denn gehen? Ich probierte und probierte, doch es gelang mir einfach nicht, das alles auf einmal zu bewerkstelligen.

Und wenn ich es dann doch endlich schaffte auf das Board zu kommen, dann verlor ich meist nach ein paar Metern das Gleichgewicht und es haute mich zurück ins Wasser. Ich kam mir vor wie beim Rodeo. Also alles wieder von vorne. Es war zum wahnsinnig werden!

Am Ende meiner ersten Unterrichtsstunde hatte ich mir beide Knie und einen Ellbogen aufgeschürft, weil die Oberfläche des Boards so rau ist und ich beim Start immer so wild gegendrücken musste. Also Spaß machte das nicht wirklich!

Aber aufgeben war ja auch nicht drin, und so gab es am nächsten Tag die zweite Unterrichtsstunde. Dieses Mal hatte ich mein langarmiges Schnorchelshirt angezogen und somit einen guten Ellbogenschutz. Nur leider hatte ich keine langen Hosen, die ich benutzen konnte. Und so rubbelte ich mir meine Knie noch mehr auf. Irgendwann tat es so weh, dass ich aufhören musste.

Als ich meiner Freundin Susan meine aufgeschürften Beine zeigte, schaute sie gleich, ob sie vielleicht noch ein paar Leggings für mich hat. Und siehe da, sie hatte ein Paar alte zwar etwas verlöcherte, aber besser als gar keine!

Und so konnte ich am nächsten Tag mit neuem Elan und guter „Schutzkleidung“ erneut an die Sache rangehen. Und tatsächlich klappte es beim dritten Anlauf deutlich besser und ich schaffte es einige Male, eine ganze Bahn auf dem Board zu bleiben und sogar teilweise über dem Wasser zu schweben. Welch Wahnsinnsgefühl!

Nachdem alles so gut funktionierte, montierte Kai den nächst längeren Mast (75cm) und ich bekam meine vierte Unterrichtsstunde. Und auf einmal klappte alles super. Ich kam oft aus dem Wasser heraus und foilte über längere Strecken auf dem Mast. Aber leider haute es mich auch ein paar Mal mächtig vom Board. Einmal schlug ich mit der Seite des Kopfes aufs Wasser, so dass es mir ordentlich im Genick krachte und außerdem holte ich mir einige blaue Flecken an Hüften und Oberschenkel bei unfreiwilligen Zusammenstößen mit dem Board. Am nächsten Morgen krabbelte ich aus dem Bett und mir tat alles weh. Doch da das Foilen trotz allem unglaublich viel Spaß macht, galt es die Schmerzen zu ignorieren und einfach weiterzumachen. Und nun wird es von Tag zu Tag besser und es haut mich so gut wie gar nicht mehr plötzlich runter. Kai meinte sogar, dass ich schon bereit für den höchsten Mast (90cm) sei! 

Man kann das tolle Gefühl kaum in Worte fassen, wenn sich plötzlich das Board aus dem Wasser hebt und man in ca. 70cm Höhe fast geräuschlos über die Wellen schwebt. Gigantisch!

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