Es gibt auch gutes Corona

Diese Geschichte muss ich euch unbedingt mal noch nachreichen.

Zu Beginn der Ausgangssperre war es komplett untersagt an den Strand zu gehen. Deshalb gingen wir an eine andere Boje, ziemlich nah hinter dem Riff, weil wir dort unseren Kite vom Boot aus starten konnten. Leider war diese Boje aber auch ein bisschen im Kitespot, so dass wir jedes Mal die Luft anhielten, wenn wieder mal ein Kiter ganz nah vor unserem Boot vorbeifuhr. Lediglich ein kleiner Fehler oder eine leichte Böe würde ausreichen und wir hätten den Kite im Rigg hängen. So manchem anderen Segler war auf diese Weise auch schon mal sein Anemometer (Windmessgerät) abhanden gekommen.

Doch nach ein paar Wochen ergab sich die Gelegenheit an eine andere Boje zu wechseln, die etwas mehr am Rande des Kitespots liegt. Das Boot, das an dieser Boje hing, fuhr weg und wir ließen sofort unser Frühstück stehen und verholten uns an diese Boje. Unsere Leinen waren provisorisch festgemacht, die Motoren liefen noch, als plötzlich ein Ruck durch unser Boot ging. Was war denn das? Nein, das konnte doch wohl nicht wahr sein! Wir hatten extra die Boje gewechselt, weil wir die ganze Zeit bangten, dass jemand seinen Kite in unser Rigg hängen könnte, und nun war es passiert. Ein Kiter hatte seinen Kite um unsere Genua und unseren Mast gewickelt! Glücklicherweise war er so weit unten eingeschlagen, dass an unserem Rigg und unseren Instrumenten nichts kaputt ging. Aber Kai musste mit dem Bootsmannsstuhl in den Mast, die Luft aus dem Kite lassen und diesen dann vorsichtig aus unserem Rigg befreien.

Wir hatten einen Bärenhunger, weil wir ja noch nicht einmal gefrühstückt hatten und außerdem waren wir ja noch nicht einmal richtig an der Boje festgemacht. Wir hatten ziemlich miese Laune, die sich aber glücklicherweise nach gelungener Entfernung des Kites besserte. Es stellte sich heraus, dass der Besitzer des Kites ein Landsmann von uns war und als kleine Entschuldigung für die ganze Aktion bekamen wir von ihm zwei Dosen Corona-Bier. Wir können das Wort Corona zwar mittlerweile nicht mehr hören, aber das Bier schmeckte sehr gut. Solches Corona nehmen wir jederzeit wieder dankend an!

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