Reparatur unseres Lecks

Zurück in der Tyrell Bay machten wir uns an die Reparatur unseres Lecks im Heck. Wir hatten beschlossen, dass wir nicht wieder auf die Werft gehen, denn das würde uns erneut US$250 kosten und unser Boot beim Rein- und Rauskranen unnötig strapazieren.

So mussten wir uns überlegen, wie wir es schaffen, unser Heck so weit aus dem Wasser zu bekommen, dass wir das Leck reparieren können. Zuerst einmal schafften wir unseren Zweitanker inklusive Kette und Leinen, und alle sonstigen Gegenstände aus dem Motorraum und stauten diese in einer der Bugskisten. Doch uns war klar, dass dies noch nicht reichte. Und so musste Kai noch alle seine Ersatzteile, Werkzeuge u.ä. unter dem Bett der Gästekabine ausräumen und diese nach vorne in die Bugskabine schaffen. Jawoll, das war’s, unser Heck war aus dem Wasser!

Jetzt hatten wir noch das Problem, dass es hier in der Bucht durch den Wind oder vorbeifahrende Boote und Dingis immer Wellen hat und diese regelmäßig hinten am Heck hochschwappen. Wir mussten irgendwohin, wo keine Wellen sind.

Was wäre da besser geeignet, als der Hurrikan-Zufluchtsort in den Mangroven. Dort waren wir ja in den vergangenen Jahren schon zwei mal gewesen, als Stürme über Carriacou hinweg zogen und so wussten wir, dass man dort so ruhig liegt wie auf einem kleinen See.

Also Anker auf und nichts wie rein in die Mangroven. Gut, dass unser Boot so wenig Tiefgang hat und wir in eines der hinteren Becken fahren konnten. Dort lagen wir auf glattem Wasser komplett geschützt und die Reparaturarbeiten konnten beginnen.

 

Zuerst mussten wir unseren Bumper entfernen, um das eigentliche Leck zu finden. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass sich an einer kleinen Stelle quasi die Unterseite unseres Bootes von der Oberseite gelöst hatte. Doch in Wirklichkeit hatten wir einen ziemlich langen Riss fast über die ganze Breite des Rumpfes. Und dieser Riss war nicht neu, sondern musste da schon ziemlich lange gewesen sein. Denn beim Ausräumen des Motorraums hatten wir festgestellt, dass jemand von innen an eine Stelle im Motorraum Sikaflex geschmiert hatte. Super! Das ist ungefähr so, als ob Dein Dach leckt und Du dann von innen ein Stück Holz darunter nagelst. 

So schliff Kai die „modrigen“ Stellen um den Riss mit unserem Dremel ab und spülte danach alles gut mit Süßwasser. Dies ließen wir dann über Nacht trocknen, bevor Kai ans Reparieren ging. Er strich eine Lage Epoxy drüber, ließ dies etwas antrocknen und danach verfüllte er den Riss mit Epoxyspachtel. Zuletzt kam nochmal eine Lage Epoxy drüber und dann ließen wir wieder alles über Nacht trocknen. Am nächsten Tag klebten wir den Bumper wieder mit 3M an und ein paar Stunden später konnten wir glücklicherweise wieder raus aus den Mangroven. Denn so schön ruhig wir hier auch lagen, so wurden wir abends fast wieder bei lebendigem Leib von den Moskitos zerfleischt!

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