Industriehafen St. John’s

Nach so vielen schönen Stränden und malerischen Buchten gab es letzte Woche etwas Kontrastprogramm.

Schon unzählige Male waren wir mit dem Bus oder dem Mietwagen in der Hauptstadt St. John‘s gewesen, aber noch nie zuvor waren wir mit unserer Silence dorthin gefahren.

Da die Bucht fast auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel lag, planten wir dort einen Zwischenstopp. Aber so richtig lag sie dann doch wieder nicht auf unserem Weg, denn die Einfahrt zog sich wie Kaugummi. Wir hatten ordentlich Gegenwind und kamen somit unter Motor nur mit 4,5 Knoten Fahrt voran. Die Einfahrt in die Bucht betrug jedoch mehr als zwei Meilen und so tuckerten wir fast eine halbe Stunde lang auf St. John‘s zu. 

Langweilig wurde uns dabei nicht, denn es gab jede Menge Unterhaltungsprogramm. Zuerst wurde eine große Barke direkt an uns vorbei aus der Bucht hinaus geschleppt, dann wurde links im Containerhafen ein Schiff entladen und rechts von uns wurde der Kanal ausgebaggert. Ja, so stellt man sich einen Industriehafen vor. Lediglich dort, wo für gewöhnlich ein Kreuzfahrtschiff neben dem nächsten liegt, herrschte gähnende Leere. Auch fast alle Geschäfte haben geschlossen, die sonst so lebhaften Häuser und Innenhöfe liegen wie im Dornröschenschlaf vor uns.  

Wir ankern rechts vom Kanal, lassen unser Dingi zu Wasser und ab geht‘s zum Einkaufen in die Stadt.

Auf dem Markt ergattern wir jede Menge frisches Obst und Gemüse. Und neben dem Busterminal hat ein neuer Supermarkt eröffnet, in dem wir einige unserer Vorräte wieder auffüllen können.

Es gibt sogar selbstgemachtes lokales Eis und wir kaufen einen 500g Becher Schokoeis, welches wir unter einem schönen blühenden Busch in der völlig ausgestorbenen Einkaufsmeile verspeisen (Vielen Dank an Florian für diese Spende!). Wow, das macht satt. Mittagessen fällt heute für uns aus 😉

Zurück an Bord verstauen wir die Vorräte und beschließen, gleich noch eine Bucht weiter zu fahren. Hatten wir vorher noch überlegt, ob wir hier vielleicht über Nacht bleiben, ist uns nun klar, dass wir das nicht tun. Neben uns dröhnt der Autolärm von der Straße, hinter uns wird immer noch gebaggert und irgendwo sitzt wohl jemand in einem Container und schlägt mit einer Eisenstange an dessen Wand. Zumindest klingt es für uns so. Nein, hier bleiben wir nicht. Anker auf und weiter in die Dickenson Bay!

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