Mitten in den Lockdown – Teil 2

Mittlerweile hatten wir heraus gefunden, dass der Lockdown ab Mittwoch gilt, d.h. wir mussten alle anderen Prio1 Dinge am Dienstag erledigt bekommen.

Um 9 Uhr öffnete das Matratzengeschäft hier in Le Marin. Am Vorabend hatten wir im Internet recherchiert, welches Modell wir benötigen und konnten somit gleich danach fragen. Aber natürlich hatten sie das gewünschte Modell in unserer Größe nicht vorrätig. Normalerweise können sie es innerhalb von 10 Tagen produzieren, aber aufgrund des Lockdowns nehmen sie zurzeit keine Bestellungen an. Okay, Thema Matratze abgehakt, das wird wohl nichts!

Nebenan in mein Lieblingsgeschäft Domia (ungefähr wie die Haushaltsabteilung bei Ikea). Dort in Windeseile einen neuen Cockpitstuhl, zwei neue Klobürsten, zwei Kissen, Bettwäschen und einen Wäscheeimer gekauft. 

Nun bloß keine Zeit verlieren. Mit all diesen Einkäufen geht es direkt zum ersten Bootszubehörladen, gleich um die Ecke. Leider hat dieser so gut wie nichts von den dringenden Dingen auf unserer Liste, aber wir bekommen etwas Angelzeug.

Nach Hause, um die Einkäufe abzuladen. Dann gleich los ins „Industriegebiet“ Artimer zu Clippers Ship, wo wir vor einigen Jahren unsere Ankerkette gekauft hatten. Sie hatten glücklicherweise die gleiche Ankerkette in 70m Länge verfügbar, können sie aber heute nicht mehr liefern und somit auch die alte Kette nicht zurücknehmen. Und ab morgen sind sie im Lockdown. Okay, dann müssen wir die Kette selbst mit unserem Dingi transportieren. Um 15 Uhr können wir wieder kommen, dann steht sie bereit. 

Nun zum Baumarkt, danach zum Chinesenladen, wo wir die Markierungen für unsere Ankerkette bekommen. Jetzt zu einem weiteren Handy-Reparaturladen. Er hat die Batterie und kann sie für €59,- tauschen. Wow, ganz schön teuer, zumal uns das Handy vor zwei Jahren gebraucht nur €120,- gekostet hatte und wir den Akku gerade im November getauscht hatten. Aber wo sollen wir hier ein neues gebrauchtes Handy zu dem Preis bekommen. Also lassen wir es schweren Herzens reparieren. Wir können es um 14 Uhr wieder abholen.

Jetzt mit dem Dingi zur alten Marina in Le Marin, um dort bei Caraibe Marine und Mechanique Plaisance auf weitere Ersatzteiljagd zu gehen. Ach Mist, beide haben gerade Mittagspause. Das ist ein großer Vorteil auf den englischen Inseln: die Öffnungszeiten sind durchgehend, oft von 8-18 Uhr. Hier machen die Geschäfte erst um 9 Uhr auf, schließen dafür schon wieder um 17 Uhr und haben auch noch Mittagspause. 

Also erst einmal nach Hause zum Mittagessen. Wir haben immer noch Mangos von Antigua, dazu ein Kefir und eine Banane und weiter geht’s.

Bei Caraibe Marine bekommen wir die zwei Hubzylinder und erfahren, dass sie zwar während des Lockdowns auch schließen müssen, aber ihr Rigger ist trotzdem da. D.h. wir können das mit dem Rigg auch noch an einem der folgenden Tage klären. Sehr gut! Ein Problem weniger, das wir heute lösen müssen.

Bei Mechanique Plaisance haben wir nicht so viel Glück. Wir bräuchten neue Gashebel und eine neue Abdeckung für die Hebel. Diese haben sie nicht, sie verkaufen nur die ganze Steuerung eines Drittherstellers und diese kostet €620,-! Nee, das können wir uns jetzt nicht auch noch leisten. Da werden wir erst einmal eine andere Lösung finden müssen.

Wir haben noch kurz Zeit bis wir unsere Ankerkette abholen können. Noch schnell rüber zur neuen Marina und dort bei Akwaba etwas Angelbedarf gekauft. Danach noch zu Tilikum, um nach einem kleinen 220V zu 110V Transformator zu fragen, aber er hat einen Kunden und nach 25 Minuten geben wir auf.

Es ist kurz vor 15 Uhr. Wir holen unser Handy ab und erfahren, dass der alte Akku wahrscheinlich noch voll funktionstüchtig war. Allerdings war dieser nicht festgeklebt und konnte sich im Handy bewegen und dadurch hat sich das Display gelöst. Er hat jetzt dennoch den neuen Akku eingebaut, korrekt verklebt und auch das Display neu verklebt. Super, da hatte der Dödel, der uns in Antigua den neuen Akku eingebaut hatte, diesen einfach nicht korrekt eingebaut. Vielen Dank!

Um 15 Uhr holen wir unsere neue Ankerkette und fahren sie mit dem Dingi zu unserer Silence. Letztes Mal hatten wir die neue Ankerkette geliefert bekommen. So hatten wir uns damals an einer Boje festgemacht, die alte Ankerkette aus dem Ankerkasten direkt ins Boot des Lieferanten gelassen, den Ankerkasten schnell geputzt und die neue Ankerkette in den Ankerkasten verstaut. Das geht dieses Mal nicht, weil wir ja die alte Kette nicht zurückgeben können.

Also räumen wir das Schapp neben dem Ankerkasten aus und stauen die neue Kette dort hinein. Glücklicherweise haben wir ja auch neue Markierungen bekommen, so dass wir beim Verstauen gleich alle 10m eine farbliche Markierung anbringen können. Da wir an unserer Ankerwinsch kein (ohnehin anfälliges) Zählwerk haben, wissen wir auf diese Art und Weise wie viel Kette wir beim Ankern ins Wasser lassen.

Um ca. 17:30 Uhr sind wir fertig, mit der Arbeit und den Nerven! Ich habe mir beim Verstauen einmal kräftig die Hand angeschlagen und ich werde wohl einige blaue Flecken am Fuß bekommen, weil ich die Kette zum Hinunterlassen in den Ankerkasten über den Fußrücken laufen lassen musste. Kai hat sich den Kopf angeschlagen und ist einmal fast vom Dingi ins Wasser gefallen, als er durch ein paar Wellen das Gleichgewicht verlor.

Wir duschen und essen zu Abend. Meine Hände zittern beim Abendessen, ich bin völlig platt!

Ein paar Dinge, wie z.B. die neue Matratze, die Motorhebel und ein paar andere Kleinigkeiten haben wir leider nicht bekommen. Und die Lebensmitteleinkäufe und die Teile fürs Rigg müssen wir noch erledigen.

2 Gedanken zu „Mitten in den Lockdown – Teil 2

    • Hello Thierry,

      I think this is a misunderstanding: we do not consider it dangerous here at all (which is why we are still here), but do find the lockdown quite annoying. Especially because we arrived only a couple of days ahead of it 🙁

      Kind regards,
      Kai

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