Wassermacher, Großsegel, Funkgerät und andere Defekte

In Jolly Harbour widmeten wir uns erst einmal unserem Problem mit dem Wassermacher, denn unser Wasservorrat war mittlerweile doch ziemlich zur Neige gegangen und wir sollten den Wassermacher schnellstmöglich wieder zum Laufen bringen. Kai sah alle Schläuche, Verbindungsstücke und Ventile durch, konnte aber keine undichte Stelle erkennen. Aber irgendwo musste die Luft doch reinkommen. Sollte es vielleicht an unseren Filtern liegen? Wir hatten vor ein paar Monaten unseren letzten Filter aus Martinique aufgebraucht und vor ein paar Wochen einen amerikanischen Filter eingebaut. Wir hatten schon des öfteren zwischen verschiedenen Marken gewechselt und immer gekauft, was halt gerade verfügbar war. Das war bisher nie ein Problem, aber als wir uns den Filter nun genauer anschauten, hatten wir das Gefühl, dass er etwas höher sein könnte als unsere bisherigen Filter. Sollte das das Problem sein? Oder vielleicht doch ein ziemlich verkalktes Verbindungsstück zwischen zwei Schläuchen?

Wir ergatterten bei Budget Marine den letzten Wasserfilter, den sie vorrätig hatten (puh, welch ein Glück) und kauften auch gleich noch ein neues Verbindungsstück. Kai baute beides ein und siehe da, der Wassermacher funktionierte wieder. Nun wissen wir zwar erst einmal nicht, welche von den beiden Teilen das Problem war, aber wir können unseren Tank auffüllen und der Wassermacher läuft. Ein großes Problem gelöst! Bleiben noch zwei!

Denn auch unser Funkgerät war ja kaputt und unser Großsegel musste zum Segelmacher. Da wir das Großsegel noch benötigten, um zurück in die Nonsuch Bay zu segeln, widmete sich Kai erst einmal dem Funkgerät. Er baute es auseinander, maß alle möglichen Widerstände und andere Bauteile durch, konnte das Problem aber leider nicht finden. Da war wohl irgendein Bauteil auf der Platine durchgebrannt und das Funkgeräte damit für uns leider nicht mehr zu reparieren. Nicht schön, denn ein neues Funkgerät kostete hier in Antigua €640,- Die einzige Alternative war, zu warten bis wir in St. Martin wären und es dort zu kaufen, denn da würde das gleiche Gerät nur €500,- kosten. Ja, das lohnt sich und wir haben ja immerhin noch eine Handgurke (ein Handfunkgerät), die wir erst einmal als Ersatz benutzen können. 

Außerdem fuhren wir noch nach St. John’s, um uns unseren Booster-Shot für die Covid-Impfung zu holen. Während wir uns bei den ersten beiden Impfungen mit AstraZeneca impfen ließen, entschieden wir uns diesem Mal für Pfizer. Mittags um 12 Uhr bekamen wir die Impfung und abends ging es uns beiden wunderbar. Wir freuten uns, dass es uns diese Mal nicht so aus den Latschen gehauen hatte, doch da hatten wir uns zu früh gefreut. Am nächsten Vormittag waren wir gerade unterwegs, um unsere Wäsche aus der Wäscherei abzuholen und bei Budget Marine nach Ankerkette für unsere kanadischen Freunde zu schauen, als mir fast die Beine wegsackten. Von einer Minute zur nächsten fühlte ich mich völlig k.o. und wollte nur noch nach Hause ins Bett. Also schnell die Sachen erledigt und nix wie heim. Ich legte mich ins Bett und schlief sofort ein. Auch Kai ging es mittlerweile nicht mehr so richtig gut und so legte auch er sich etwas hin. Glücklicherweise ging es uns am nächsten Tag wieder gut und wir hoffen, dass es das jetzt erst einmal war mit der Impferei.

Nachdem wir endlich fertig waren mit all unseren Erledigungen, ging es für uns dann zurück in die Nonsuch Bay. Dort schlugen wir unser Großsegel ab und brachten es mit einem Mietwagen zum Segelmacher. Danach lieferte Kai mich bei unseren Freunden ab, die auf einer großen Sunreef 70 arbeiten und mich gefragt hatten, ob ich ihnen beim Putzen des Bootes helfen würde. Währenddessen fuhr Kai zur Gasfabrik und ging etwas einkaufen. Doch leider lief dieser Einkauf nicht ganz ohne Zwischenfälle ab, denn unterwegs fiel bei unserem Mietwagen der Endtopf vom Auspuff ab. Meine Güte, was haben wir denn gerade für eine Pechsträhne? Das kann doch nicht wahr sein! Da Kai den Vermieter nicht erreichte, legte er sich kurzerhand unters Auto und begutachtete den Schaden. Kein Wunder, dass der Endtopf einfach so abgefallen war, denn er war wohl schon vorher durchgerostet gewesen und einfach wieder mit einer Drahtschlinge befestigt worden. Diese Drahtschlinge hatte sich gelöst und Kai bekam sie ohne Werkzeug einfach nicht mehr fest. Glück im Unglück: das ganze war auf dem Parkplatz eines Supermarktes passiert, in dem Kai eine Zange kaufen konnte, mit der er den Draht wieder zuzog. Nun konnte die Fahrt zwar weitergehen, aber für den restlichen Tag war Schneckentempo angesagt. Bei der Heimfahrt im Dunkeln hielten wir die ganze Zeit die Luft an, denn wir mussten möglichst allen großen Schlaglöchern in den Straßen ausweichen, damit der Endtopf nicht noch einmal abfällt und von Straßenbeleuchtung hat man hier in Antigua noch nichts gehört. Wir waren heilfroh, als wir es zurück zum Dock geschafft hatten.

Und die nächsten zwei Wochen verbrachten wir wieder größtenteils mit Reparaturen am Boot. Wo nun schon mal das Segel unten war, nutzen wir die Gelegenheit, um unser völlig zerlöchertes Lazy Bag (Stoffsack, in dem das Großsegel auf dem Baum aufbewahrt wird) zu reparieren. Jeden Morgen nähten wir ein paar Stunden Flicken auf oder nähten neue Gurtbänder an. Meine Güte, das nahm überhaupt kein Ende. Und weil die Mastrutscher jetzt so gut zugänglich waren, säuberten wir mal alle und spritzten sie mit dem Wasserschlauch ab. Außerdem war auch am Sonnenschutz unserer Genua eine Naht aufgegangen und weil wir schon so eifrig am Nähen waren, nahmen wir die Genua runter und nähten diese auch gleich wieder fest. Dann musste unsere Silence noch komplett durchgeputzt werden und unsere Kitesäcke und Bords wieder an ihren ursprünglichen Aufbewahrungsort, den wir für die Gäste frei geräumt hatten. Mittags gingen wir, wenn es das Wetter zuließ, ein paar Stündchen kiten und abends fielen wir völlig erschöpft in die Koje.

Leider nahte dann auch schon der Abreisetermin, denn unser 3-monatiges Visum lief Anfang Februar aus und so fuhren wir mit unserer Silence nach Falmouth, um dort unser Großsegel wieder abzuholen und anzuschlagen. Beim Anschlagen bemerkten wir, dass auch noch eine zweite Segellatte gesprungen war, doch leider hatte der Segelmacher hier in Falmouth keine, das kommt also auch auf unsere Einkaufsliste für St. Martin. 

Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden Pascal & Bernadette, die sich auf den Weg nach Süden machten, während wir zum Ausklarieren nach Jolly Harbour segelten.

Doch leider konnten wir nicht an dem von uns gewünschten Termin abreisen, weil uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Von Norden kam ein großes Tiefdruckgebiet mit viel Regen und Wind. St. Martin hatte eine Unwetterwarnung herausgegeben, es wäre also ziemlich dämlich ausgerechnet jetzt dorthin zu segeln. Da jedoch mittlerweile unser Visum auslief, klarierten wir aus und versteckten uns dann noch ein zwei Tage in einer kleinen Bucht, bevor wir die Reise nach St. Martin antraten. 

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