Unser Spiel „Candy Maniacs“ ist fast fertig!

Vor ca. 2 1/2 Jahren kam uns die Idee, dass wir ein Spiel fürs iPad bzw. iPhone entwickeln könnten. Es fing alles damit an, dass Kai gerne einen Ankeralarm fürs iPad kaufen wollte. Doch keine App, die er im Store fand, entsprach seinen Ansprüchen. Und so setzte er sich kurzentschlossen hin und programmierte seinen eigenen Ankeralarm.

Gerne hätte er diesen dann auch im App-Store verkauft, doch mit dem eingeschränkten Internet, das wir hier oft haben, wäre es im Kosten-Nutzen-Vergleich zu viel Aufwand gewesen, den Ankeralarm immer an das neueste iOS-Betriebssystem anzupassen. Doch da die Programmierung des Ankeralarms so gut klappte, kamen wir auf die Idee, dass wir ja auch ein Spiel programmieren könnten.

Kai hatte recht schnell eine gute Idee für ein Sortierspiel, die wir in vielen Gesprächen immer weiter ausarbeiteten bis wir schließlich bei etwas ganz anderem ankamen: Candy Maniacs!

Kai erlernte den Umgang mit der Entwicklungsumgebung „unity“ und stürzte sich danach mit Eifer in die Programmierung. Die erste Hürde war genommen, aber wir standen noch vor einem großen Problem. Wer würde die Grafiken für das Spiel entwerfen? Die Entwicklung sollte, wenn möglich, nichts außer unserer eigenen Arbeitszeit kosten. Somit war klar, dass wohl ich die Grafiken zeichnen müsste. Das war eine riesige Herausforderung für mich, da ich in der Schule in Kunst immer eine 3-4 hatte und überhaupt nicht zeichnen kann. So machte Kai mich mit dem kostenlosen Grafikprogramm „GIMP“ vertraut und ich war erstaunt, was sich damit alles bewerkstelligen ließ.

Ein halbes Jahr später, im Oktober 2016, hatten wir unser Spiel so weit fertig, dass wir zuversichtlich waren, es bald in den App-Store stellen zu können. Doch dann kam uns der Zufall in die Quere (oder vielleicht eher zu Hilfe). Wir waren zum Kaffee bei anderen Seglern eingeladen, kamen ins Gespräch und erfuhren, dass unser Segelfreund bis vor kurzem für Electronic Arts, einer der größten Computerspiel-Hersteller der Welt, gearbeitet hatte. Das konnte ja nicht wahr sein! Natürlich baten wir ihn sofort, ob er sich nicht mal unser Spiel anschauen könnte. Was er dann auch gerne tat. Er nahm sich unglaublich viel Zeit für uns und hatte am Ende so viele Verbesserungsvorschläge, dass uns der Kopf rauchte. Nachdem wir diese in Ruhe durchgegangen waren, war uns schnell klar, dass wir den kompletten Aufbau unseres Spiels ändern und nochmal sehr viel Arbeit investieren müssten, wenn wir ein runde Sache daraus machen wollten. Da wir ein riesiges Arbeitspaket vor uns sahen und wir gleichzeitig auch sehr viele Reparaturen an unserer Silence hatten, schoben wir unser Spiel erst einmal beiseite. 

Und nun „staubte“ es seit ca. 1 1/2 Jahren vor sich hin, bis wir es in dieser Hurrikan-Saison endlich wieder in Angriff nahmen. In den vergangenen Monaten arbeiteten wir fast jeden Tag ein paar Stunden an unserem „Candy Maniacs“ und nun haben wir es endlich fast fertig! Im Moment ist es zur Überprüfung bei Apple und sobald wir grünes Licht bekommen, werden wir einen Betatest starten. Und dafür bräuchten wir dann eure Hilfe! Doch dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

Ohne Computer ist man aufgeschmissen

Eigentlich sollten meine Berichte über die Fahrt nach Süden ja noch weitergehen, doch leider ging uns, als wir wieder Internet hatten, unser MacBook kaputt. Also kramten wir gleich mal unseren uralten EeePC (ein kleines Laptop) heraus, den wir seit Jahren nicht mehr benutzt hatten. Tja, das war ein großer Fehler, denn als Kai ihn einschaltete sah er gleich, dass der Bildschirm etwas kaputt war und außerdem ging die Taste „w“ nicht mehr. Das Betriebssystem war auch ziemlich veraltet und als Kai unsere Festplatte anschloss, auf der wir Sicherungskopien von vielen Daten haben, konnte er diese nicht lesen. So konnten wir mit diesem Laptop erst einmal auch nicht wirklich etwas anfangen.

Also behalfen wir uns mit unseren iPads. Man sollte meinen, dass das kein Problem sei, aber leider merkt man immer erst wie oft man etwas benutzt, wenn es nicht mehr funktioniert. So konnten wir nun abends keine Filme schauen, keine eBooks auf unsere eBook-Reader laden (glücklicherweise hatten wir beide gerade kurz vorher einige Bücher darauf geladen), keine Fotos anschauen, auf keine Daten zugreifen und auch keine Blogbeiträge schreiben. So ein Mist! Nun mussten wir zu unserer riesige Einkaufsliste auch noch ein MacBook hinzufügen. Als ob die Liste nicht schon lang genug gewesen wäre.

Wie es hier weiterging, erzähle ich euch dann nach den Segelberichten. Doch wie ihr schon erahnen könnt, haben wir mittlerweile, nach einigen nervenaufreibenden Tagen, eine funktionierende Lösung. Juhu!

Die Geschichte von meinem neuen Kiteboard…

…begann bereits vor fast zwei Jahren. Damals trafen wir am Kitestrand von Green Island auf ein paar deutsche Mädels von denen eine ein tolles nagelneues North-Kiteboard hatte. Sie schwärmte sehr davon und wollte gerne, dass ich es mal probiere, um meine Meinung dazu zu hören.

Das hätte ich lieber mal nicht getan, denn das Board gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Am liebsten hätte ich es mir auch sofort gekauft, aber wo sollte ich es herbekommen? Hier in Antigua verkauft der Kiteshop nur Crazy Fly und Shinn Boards aber leider keine von North. Also beschlossen wir zu warten bis wir wieder in Union Island sind und in der dortigen Kiteschule zu fragen, weil diese mit North Equipment ausgestattet ist. Doch als wir ein halbes Jahr später dort vorbei kamen, gab es zwar einige North Boards, nicht jedoch das von mir so heiß ersehnte „Soleil“.

Und so hielt ich einfach immer Ausschau, wenn wir irgendwo in einen Surf-Shop kamen, doch leider vergeblich! Das was ich gerne haben wollte war einfach zu speziell und hier in der Karibik nicht verfügbar.

Anfang vergangenen Jahres testete ich mal verschiedene Boards von Freunden, war jedoch von keinem so richtig begeistert. Und dann war irgendwann ein australisches Pärchen hier in Green Island. Er hatte ein North Jamie, während sie ein North Xride fuhr. Als ich erzählte, dass ich auch überlege ein North Board zu kaufen, ließen sie mich beide Boards mal probieren. Ich hatte schon sehr viele Leute vom Jamie schwärmen hören, doch mir gefiel das Xride besser. So recherchierte ich online und erfuhr, dass das Soleil prinzipiell das gleiche Board ist wie das Xride, nur ist das Soleil nunmal ein spezielles Frauenboard. Damit fühlte ich mich in meiner Meinung bezüglich des Soleil dann doch sehr bestärkt und es war endlich klar: Dieses Board möchte ich haben und kein anderes! Doch wie und wo sollte ich es kaufen? In USA bestellen und in die Karibik liefern lassen? Nein, das fiel aus, denn zum einen muss man die Frachtkosten zahlen, dann braucht man einen Agenten, um es aus dem Zoll zu bekommen und schließlich muss man noch Zoll und Mehrwertsteuer zahlen. Das hätte das Board wahrscheinlich ca. doppelt so teuer gemacht. Also hieß es abwarten bis wir irgendwann eine andere Möglichkeit haben.

Und diese bot sich, als unsere Freunde Lise & Johan mit ihrem Boot für die letzte Hurrikan-Saison in die USA fuhren. So suchte ich im Internet nach Shops in USA, die noch ein Soleil im Bestand hatten und fand auch einige. Es war zwar etwas teurer als in Deutschland, aber was soll’s. Wir fragten Lise & Johan nach einer Adresse, zu der wir das Board schicken könnten und als wir diese hatten, bestellten wir es gleich in einem der Shops. Wir zahlten per Kreditkarte und bekamen umgehend eine Bestätigungs-e-mail. Ach, wie habe ich mich gefreut! Doch ich freute mich zu früh, denn am nächsten Tag kam eine e-mail des Shops, dass sie leider auf der Internetseite einen falschen Bestand hatten und das Board nicht mehr vorrätig sei. Selbstverständlich würde man mir den Betrag auf der Kreditkarte erstatten. Tja, da waren dann schon mal €10,- an Gebühren und Währungsdifferenzen weg und ich hatte immer noch kein Soleil.

Damit uns das gleiche nicht nochmal passiert, schickte Kai an drei andere Shops eine e-mail und fragte an, ob es korrekt sei, dass sie noch ein Soleil im Bestand hätten? Von allen drei kam die Antwort, dass sie das Board selbstverständlich hätten und so „kauften“ wir es bei dem Shop, der am schnellsten geantwortet hatte. Ihr werdet es nicht glauben, aber am nächsten Tag bekamen wir eine e-mail, dass es ihnen furchtbar leid täte, aber der Bestand war wohl doch nicht korrekt und das Board sei nicht mehr vorrätig. Sie boten mir zwar an, dass ich für den gleichen Preis das neue North Soleil Board von 2018 bekommen könne, doch dieses sollte erst in ein paar Wochen bei ihnen eintreffen. Diese Gefahr wollte ich nicht eingehen, denn bis dahin wären unsere Freunde eventuell schon wieder auf dem Rückweg in die Karibik.

Also versuchten wir unser Glück noch bei den beiden anderen Shops in USA. Doch auch dort hieß es beide Male urplötzlich nach der Bestellung, dass das Board doch nicht verfügbar sei. Die Amis spinnen ja wohl! Ich war stinksauer, denn so etwas war mir in Deutschland noch nie passiert!

Doch was nun? Wie sollte ich jetzt an mein neues Kiteboard kommen? Uns fiel nur eine Lösung ein: wir bestellen es in Deutschland und lassen es nach Martinique liefern. Das hatten wir ja auch schon mal mit einem Kite gemacht, nur mussten wir damals so lange warten, weil er ewig im Zoll fest hing. Das wollten wir nicht nochmal riskieren und deshalb recherchierte ich eine andere Möglichkeit. Wir hatten schon von einigen deutschen Seglern gehört, dass sie Mitglied in einem Verein namens Trans Ocean sind. Dieser hat weltweit Stützpunkte, an denen einem Personen, die mit dem jeweiligen Land vertraut sind, weiterhelfen oder Services zur Verfügung stellen. Und einer der Services ist zum Beispiel, dass sie ihre Adresse zur Verfügung stellen, damit man Pakete dorthin liefern kann. Na, das ist doch super. Das können wir bestimmt des öfteren mal gebrauchen und so füllte ich gleich einen Mitgliedsantrag aus und schickte diesen an Trans Ocean.

Nachdem ich die Mitgliedschaft bestätigt bekommen hatte, schrieb ich an den Stützpunktleiter von Martinique, dass ich gerne ein Kiteboard an seine Adresse schicken lassen würde und ob er dieses dann, natürlich gegen Erstattung jeglicher Gebühren und Auslagen, für mich annehmen könne. Daraufhin antwortete er mir, dass er gerne Briefe und ähnliches annehme, ein Paket müsse ich jedoch selbst bei der Post abholen, aber wir dürften gerne seine Adresse benutzen. Nee, das war ja nicht das, was wir wollten, denn dann müssten wir ja wieder wochenlang in Martinique auf unser Paket warten.

Aber bevor ich mit ihm dann weiter hin und her e-mailte, prüfte ich erst einmal, ob das Board in Deutschland mittlerweile überhaupt noch verfügbar ist, denn inzwischen waren ja wieder mehrere Wochen ins Land gegangen. Und während es vor ein paar Wochen noch in zwei Shops jeweils ein Board gab, war es jetzt nur noch ein einziges! Ich bekam Panik und beschloss, dass ich das Board jetzt einfach nach Martinique bestellen würde und wie wir das dann alles mit der Abholung machen würden, konnten wir ja in Ruhe klären.

Gesagt, getan, ich schickte die Bestellung ab und war überglücklich! Doch mein Glück währte wieder nicht lange, denn am nächsten Tag kam mal wieder eine dieser tollen e-mails, die mir dieses Mal zwar bestätigte, dass das Board verfügbar sei, leider könne es jedoch nicht nach Martinique geschickt werden, weil DHL nur Pakete bis zu 1,20m ins Ausland versendet. Somit könne nur ein Versand innerhalb Deutschlands erfolgen. Ich konnte es nicht fassen: wieder war ich so nah dran und wieder wurde mir das Board im letzten Moment aus den Fingern gerissen! Mir liefen die Tränen übers Gesicht, weil ich so unglaublich enttäuscht war!

Für mich war das Projekt „neues Kiteboard“ damit gestorben! Ich hatte keine Lust mehr und beschloss einfach bis in alle Ewigkeit mit meinem mittlerweile 9 Jahre alten Holzbrett zu fahren.

Doch Kai konnte es nicht ertragen mich so traurig zu sehen und sagte er würde mir dieses Kiteboard besorgen, und wenn es ihm den letzten Nerv raube. Wenn er gewusst hätte, wie sich das bewahrheiten sollte, hätte er in diesem Moment wahrscheinlich auch lieber aufgegeben.

Doch es gab noch einen letzten Weg: unser Freund Andreas musste es bei seinem Besuch aus Deutschland mitbringen. Eigentlich wollten wir ihm das nicht zumuten, weil wir wussten, dass er bei der Anreise ein paar Mal umsteigen muss, aber uns fiel einfach keine andere Möglichkeit mehr ein.

So bestellten wir das Board zu Kais Mutter und während der Bestellung fiel uns auf, dass wir auch noch Fußschlaufen dafür bestellen müssen, weil das Board ohne jegliches Equipment geliefert wird. So suchte ich also im Shop nach North-Fußschlaufen, doch ich fand nur Fußschlaufen, die entweder zu groß waren oder in einer unmöglichen Farbe, die leider überhaupt nicht zu meinem neuen Board passte. So bestellte ich also erst einmal das Board, um dann in Ruhe an anderer Stelle nach Fußschlaufen zu suchen. Stellt Euch vor, die Bestätigungs-email kam und kurze Zeit später bekamen wir auch eine e-mail, dass das Board versendet sei. Ich konnte es fast nicht glauben. Sollte es dieses Mal wirklich klappen?

Glücklicherweise fand ich dann auch in einem anderen Shop Fußschlaufen, die blau und in meiner Größe verfügbar waren und bestellte diese ebenfalls zu Kais Mutter. Na, erratet ihr was dann passierte? Ja genau, am nächsten Tag kam die obligatorische e-mail, dass ein Fehler im Bestand war und es diese Fußschlaufen leider nicht mehr gäbe. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte, so skurril kam mir die Situation vor. Das konnte doch einfach nicht sein! Also suchte ich weiter und hatte Glück im Unglück: North hatte gerade die nagelneuen Fußschlaufen für das Jahr 2018 rausgebracht und diese gab es in einem wunderschönen blau und natürlich auch in meiner Größe. Sie waren zwar doppelt so teuer wie die anderen, aber das war mir mittlerweile so was von egal. So bestellten wir diese und ließen sie ebenfalls zu Kais Mutter liefern, wo Andreas dann kurz vor seinem Abflug alle Sachen für uns abholen wollte. Und wenige Tage später bekamen wir von Kais Mutti die tolle Nachricht, dass sowohl Board als auch Fußschlaufen wohlbehalten bei ihr angekommen waren.

Wenn ihr denkt, dass damit dann alles gut war und ich mein neues Kiteboard ohne weitere Zwischenfälle ein paar Wochen später in Händen halten sollte, dann irrt Ihr Euch gewaltig. Denn jetzt ging der Wahnsinn erst richtig los. Aber das erzähle ich Euch an einem anderen Tag, im zweiten Teil der Geschichte!