Marie Galante

Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine nette Dame, sondern um eine kleine Insel, die zu Guadeloupe gehört. Und da uns diese schon von mehreren Seglern ans Herz gelegt worden war, machten wir auf unserer Reise nach Norden einen kleinen Umweg, um sie uns anzuschauen.

Wir lagen vor einer beschaulichen Stadt namens Saint Louis vor Anker und mieteten uns dort ein Auto, um die Insel zu erkunden.

Marie Galante02 Marie Galante04 Marie Galante03

Da der Durchmesser der Insel lediglich 15 km beträgt, schafften wir es tatsächlich, so gut wie alle Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu besichtigen. Zuerst schauten wir uns die Ruinen einer alten Zuckerrohr-Plantage an, bevor es weiterging zu einer weiteren zum Teil noch recht gut erhaltenen Plantage mit einem kleinen Museum. Teilweise erinnerte uns Marie Galante ein kleines bisschen an zu Hause. Es gab sehr viele Wiesen mit Kühen und die ganze Insel ist sehr flach. Aber es gab auch äußerst spektakuläre Klippen und da an diesem Tag recht viel Wind war, spritze die Gischt an der Ostküste mehrere Meter hoch. Wir unternahmen dort einen Spaziergang/Klettertour an den Klippen entlang und genossen die traumhafte Aussicht.

Marie Galante08 Marie Galante06 Marie Galante07 Marie Galante05 Marie Galante12 Marie Galante13 Marie Galante09 Marie Galante10 Marie Galante11

Danach fuhren wir zu einer Rum-Distillerie, die man kostenlos besichtigen kann. Doch leider wird dort nur von Februar bis Mai Zuckerrohr verarbeitet, so dass wir außer einer schönen alten Mühle nicht viel anschauen konnten. Dafür gab es aber eine tolle Rum- und Likör-Verköstigung, die wir ausgiebig in Anspruch nahmen. Danach war ich von den vielen leckeren Likörs leicht angetütelt und musste erst einmal etwas Baguette essen und Wasser trinken, um wieder navigationstauglich zu sein.

Dann ging die Fahrt weiter zu noch mehr Klippen und einem Felsbogen, bevor wir vorbei an wunderschönen leeren Sandstränden wieder zurück nach Saint Louis fuhren. Das war ein richtig schöner gemütlicher Tag auf dieser süßen beschaulichen Insel und wir waren uns einig, dass sich der Umweg auf jeden Fall gelohnt hat.

Marie Galante14 Marie Galante15 Marie Galante16

Am übernächsten Tag ging es wieder zurück nach Guadeloupe, wo wir in der Nähe von Pigeon Island ankerten. Dort füllten wir tags darauf bei Leader Price nochmals unseren gesamten Kühlschrank mit ganz viel leckerem Käse und Wurst, wuschen Wäsche und dann ging es schon weiter nach Deshaies, wo wir noch am gleichen Tag ausklarierten.

Marie Galante neu1

Und dann ging es endlich nach Antigua, zurück zum Ausgangspunkt unserer Karibikreise. Nach einem wunderschönen Segeltag erreichten wir Falmouth und gingen gleich noch zum Einklarieren nach English Harbour. Alles klappte problemlos und abends genehmigten wir uns einen leckeren Burger in der Mad Mongoose, bevor es am nächsten Tag weiter in die Nonsuch Bay ging.

Marie Galante neu2

Die Fahrt dorthin machte leider überhaupt keinen Spaß, denn wir mussten gegen 20-23 Knoten Wind anmotoren und die 3,50m hohen und sehr steilen Wellen bremsten uns ständig bis auf 2 oder 2,5 Knoten Fahrt herunter. Somit brauchten wir für die ca. 10 Seemeilen ganze drei Stunden und waren sehr erleichtert, als wir in der Ankerbucht vor Green Island ankamen.

Und dort trafen wir dann endlich wieder unsere Freunde Lise und Johan, die wir seit März nicht mehr gesehen hatten. Noch am gleichen Abend wurden wir zum Willkommensessen eingeladen und kamen uns vor wie im 5-Sterne-Restaurant. Lise ist eine ausgezeichnete Köchin und von der Tischdeko bis zum wunderbar angerichteten Essen stimmte einfach alles. Am liebsten würden wir uns jeden Tag von ihr bekochen lassen.

Marie Galante neu3

Natürlich wollten wir gestern endlich mal wieder kiten gehen und da es viel Wind hatte, bliesen wir unseren 8qm-Kite auf. Kai hatte dann ca. eine halbe Stunde Spaß, bevor leider unsere Reparatur des Ventils wieder kaputt ging und der Kite nahezu in sich zusammenfiel. Somit war unser Kitetag leider sehr schnell zu Ende und wir fuhren zurück zum Boot, um den Kite zu reparieren. Tja, und heute können wir somit auch nur den anderen beim Kiten zuschauen, denn unsere Reparatur muss noch trocknen und für unseren neuen 11qm-Kite hat es zu viel Wind. Hoffentlich können wir morgen richtig loskiten, denn wir halten es fast nicht mehr aus, nach so langem Kite-Entzug!

Marie Galante neu5 Marie Galante neu4

Wiedersehen mit Franz

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an unseren schweizer Freund Franz von Lanzarote. Wir hatten in Puerto Calero fast jeden Abend mit ihm zusammen verbracht und der Abschied fiel uns damals ziemlich schwer. Zumal Franz ursprünglich auch mit uns zusammen Richtung Karibik segeln wollte.

Doch leider hatte er noch einige Reparaturen am Boot zu vollenden und auch der bestellte Spibaum war noch nicht geliefert worden, so dass er uns nur traurig vom Steg aus nachwinken konnte, als wir damals unsere Atlantik-Überquerung starteten.

Als der Tag der Abfahrt für ihn einige Wochen später endlich gekommen war, hatte er wieder Pech. Kaum war er aus der Box gefahren, streikte der Vorwärtsgang und er schaffte es mit Mühe und Not wieder anzulegen, ohne größeren Schaden an seinem oder an einem der anderen Boote anzurichten. Irgendwann war dann auch dies repariert (nachdem das Ersatzteil aus Madrid angekommen war) und er konnte erneut starten.

Er war schon halbwegs an den Kanaren vorbei, als er Probleme am Ruderschaft bekam. Also hieß es für ihn wieder umkehren und er fuhr nach Gran Canaria, um dies reparieren zu lassen. Tja, wir dachten ja schon, wir wären vom Pech verfolgt, aber was sollte der arme Franz da erst sagen.

Am 21. Februar segelte er erneut los und am vergangenen Freitag kam er dann endlich hier in Antigua an. Somit segelten wir gestern von der Nonsuch Bay nach Falmouth Harbour, um Franz zu begrüßen und unser lange ersehntes Wiedersehen gebührend zu feiern.

Zuerst gab es eine Flasche Sekt (vielen Dank an die Sponsoren Henning & Katrin!), die Franz aus Lanzarote mitgebracht hatte und danach gingen wir in die Mad Mongoose, um mal wieder einen unserer Lieblings-Burger zu essen ;-).

Sektflasche Kai und Franz stoßen an Abendessen Franz Mad Mongoose

Heute Abend werden wir zusammen mit Franz ein neues Restaurant ausprobieren, bevor wir morgen schon wieder Abschied nehmen müssen, weil wir nach Guadeloupe segeln, um uns mit Freunden zu treffen, die gerade ihren Urlaub dort verbringen. Doch nun trennt uns ja glücklicherweise kein Ozean mehr, so dass wir sicher sehr bald ein erneutes Wiedersehen feiern können.

Uns fällt der Abschied von Antigua unglaublich schwer. Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir locker noch ein paar Monate hätten bleiben können. Doch die Hurricane-Saison (sie beginnt Anfang Juni) rückt mit großen Schritten näher und bis dahin gibt es noch so viele schöne Inseln zu erkunden!

Ein paradiesischer Geburtstag

Eines der Dinge, die ich mir in den vorherigen Jahren immer zu meinem Geburtstag gewünscht hatte, war dieses Jahr glücklicherweise ausreichend vorhanden: Sonnenschein! Nachdem ich letztes Jahr meinen Geburtstag bei Kälte und Regen feiern musste, hätte das Wetter dieses Jahr nicht besser sein können.

Der Tag begann mit einem leckeren Frühstück mit Spiegelei und Speck und danach wollten wir eigentlich Kiten gehen. Doch statt der vorhergesagten 15-18 Knoten Wind, waren es dann leider nur ca. 12-13 Knoten, so dass wir beschlossen, statt dessen unseren kleinen Kite auszupacken, den wir von zu Hause mitgebracht hatten! Wir fuhren schnell zum Boot von Johan und Lise, unseren neuen Freunden aus Schweden, die an Bord einer selbstgebauten Ketsch leben (ja, sie haben tatsächlich das ganze Boot selbst gebaut) und luden sie zum Abendessen ein. Danach ging es mit unserem Dingi an den Strand, um den kleinen Kite starten zu lassen. Hierfür war der Wind genau richtig und es machte unheimlich Spaß. Johan kam dann auch noch dazu und wir ließen den Drachen steigen und erzählten den ganzen Nachmittag.

Dann ging es zurück zu unserem Boot, um das Abendessen vorzubereiten. Ich hatte mir eine Gemüselasagne gewünscht und dazu gab es einen gemischten Salat. Als Nachtisch hatten wir Nutella-Crepes mit Bananen. Hmmm, war das lecker! Es war ein richtig schöner Abend und Lise und Johan brachten mir sogar ein Geschenk mit: einen Soft-Schäkel, den Lise selbst gemacht hatte. Ich habe mich riesig gefreut, denn sie hatten ihn extra schön eingepackt und wer mich kennt, weiß ja, wie gerne ich Geschenke auspacke 😉

Aber über die vielen Glückwünsche, sei es per e-mail, sms oder auch hier auf unserem Blog, habe ich mich auch sehr gefreut! Es ist so schön, dass ihr an mich gedacht habt!

Frühstück Geburtstag kleiner Kite Andrea Geburtstag kleiner Kite Geburtstag Lasagne Geburtstag Abendessen Geburtstag Crepes Geburtstag

Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass Kai seit gestern Upwind fahren kann und nun ganz lässig in der Nähe unseres Bootes im türkisfarbenen Wasser mit den Profis kitet. Darum beneide ich ihn natürlich schon ein bisschen, denn ich ende immer noch jedes Mal ganz unten in der Nonsuch-Bay und muss dann mit dem Dingi wieder zu unserem Boot zurück gebracht werden. Aber immerhin hatte ich gestern auch zwei Runs, bei denen ich Upwind gefahren bin und ich habe mich immer ziemlich lange auf dem Board gehalten. Es geht also voran, nur in etwas kleineren Schritten als bei Kai.

Kai Upwind1 Kai Upwind2 Kai Upwind3