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Für die Überfahrt von Dominca nach Martinique war noch mehr Wind angekündigt, als am Vortag. So setzten wir unser Großsegel am Sonntag ins 2. Reff und refften auch die Genua, um für starken Wind gewappnet zu sein. Aber glücklicherweise wurde es dann gar nicht so heftig wie wir befürchtet hatten. Die Verhältnisse waren ungefähr die gleichen wie bei unserer Fahrt nach Dominica, da wir nun jedoch beide Segel mehr gerefft hatten, war immer alles im grünen Bereich.

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Dennoch waren wir froh, als wir nach sechs Stunden in St. Pierre ankamen. Dort blieben wir für eine Nacht, klarierten morgens ein und fuhren dann unter Motor weiter nach Case Pilote. Dies ist ein kleines Fischerdorf, in dem es überhaupt nichts gibt, außer dem größten Volvo-Penta-Händler in der gesamten östlichen Karibik. Dummerweise gibt es dort auch nicht wirklich Platz zum Ankern und so warfen wir zwar unseren Anker vor dem kleinen Strand, fühlten uns aber nicht richtig wohl dabei. Deshalb blieb ich an Bord, während Kai geschwind mit dem Dingi zum Volvo-Händler fuhr. Leider bekam er dann noch nicht mal alle Ersatzteile, die wir benötigen, aber daran sind wir ja mittlerweile gewöhnt.

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So segelten wir dann nach diesem kurzen Zwischenstopp weiter in Richtung Grande Anse, wo wir bei unseren bisherigen Martinique-Besuchen noch nie gewesen waren.

Irgendwie fanden wir es recht schade, dass wir überhaupt keine Mitstreiter hatten, denn an diesem Tag wollte anscheinend niemand Richtung Süden. Doch dafür sahen wir auf einmal ziemlich viele Segelboote im Süden auftauchen und auf uns zukommen. Wir zählten zuerst ca. 20 Boote, doch schnell wurden es immer mehr. Als sie näher kamen, sahen wir, dass es alles Katamarane waren, und es sich wohl um eine Regatta handeln musste, weil alle Boote mit Startnummern beklebt waren. Nachdem uns dann so etwa der 10. Katamaran passiert hatte, kamen wir uns langsam aber sicher vor, als wären wir Geisterfahrer. Es kamen immer mehr Boote auf uns zu und es nahm einfach kein Ende. Manchmal fuhren vier oder fünf Katamarane gleichzeitig an uns vorbei und wir fühlten uns wirklich, als wären wir auf die falsche Spur geraten oder auf einer Einbahnstraße unterwegs. Dieses Gefühl dauerte ca. eine Stunde an, bis auch der letzte von den insgesamt 43 Katamaranen an uns vorbeigezogen war. Welch ein Spektakel!

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Kurze Zeit später warfen wir unseren Anker vor Grande Anse d’Arlet, wo wir nun zwei Nächte bleiben wollten, um etwas auszuspannen.

Jedoch spannten wir dann heute nicht so richtig aus, weil wir auf der Landkarte sahen, dass es hier einen schönen Wanderweg in die Nachbarbucht Anse d’Arlet gibt, auf welchem auch zwei Geocaches versteckt sind. So wanderten wir also heute ein paar Stündchen und genossen einige schöne Ausblicke auf unsere Bucht und die Nachbarbucht. Wir kamen zwar ziemlich k.o. zum Boot zurück, weil es ganz schön heiß war, aber der Ausflug hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

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Weihnachtszeit mit Helga und Jürgen

Nachdem wir zusammen mit meiner Tante Helga und meinem Onkel Jürgen einen Tag Martinique mit einem Mietwagen erkundet hatten und nochmals den Canal de Beauregard erlaufen waren, machten wir uns auf die Fahrt entlang der wunderschönen Ostküste der Insel.

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Unser englischer Revierführer erwähnte nur die erste von uns besuchte Bucht und die einzige Info zu den anderen Buchten war, dass sie nur für erfahrene Riffnavigatoren machbar sind. Nach fast einem Jahr Karibiksegeln und mehreren Empfehlungen von Freunden, die das durchaus machbar fanden, titulierten wir uns einfach mal als erfahrene Riffnavigatoren und bahnten uns mit Hilfe eines französischen Revierführers den Weg in drei wunderschöne Buchten.

Wir fuhren zuerst in die Baie des Anglais und sahen schon von weitem einen dicken Regenschauer nahen. Natürlich traf uns dieser direkt vor der Einfahrt zur Bucht, so dass wir ausharren mussten, bis er vorüber war. Denn da wir nur sehr ungenaue Seekarten hatten, waren wir auf Eyeball Navigation (sprich: man muss die Riffe sehen und dann drum herum navigieren) angewiesen, und mitten in einem fetten Regenschauer sahen wir natürlich rein gar nichts. Die Sonne zeigte uns zwar auch danach die Riffe nicht so richtig deutlich, aber doch gut genug, dass wir die Einfahrt wagten. Drinnen angekommen lagen wir mal wieder mitten in den Mangroven so ruhig wie in einem Baggersee und genossen die absolute Stille bei einem Sundowner.

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Am nächsten Tag ging es weiter zum Cul de Sac de Petite Grenade. Hier kamen wir glücklicherweise bei strahlendem Sonnenschein an und konnten die Riffe (auch aufgrund der Wellen, die sich daran brachen) sehr gut erkennen. Und das war auch gut so, denn die Einfahrt war ziemlich schmal und es gab auf beiden Seiten mehrere Riffe. Auch hier lagen wir wieder ganz alleine in einer kleinen geschützten Bucht. Wir hatten auf unserer Karte gesehen, dass es einen Wanderweg bis zum Ende der Klippen gibt und diesen erkundeten wir dann gleich mal. An einem Ausblick bei einer Parkbank legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein und schauten uns von oben noch einmal die Einfahrt an, die wir gerade erfolgreich bewältigt hatten. Diese Aussicht war einfach wunderschön. Danach ging es noch zu den Klippen, bevor wir alle wieder zu unserer Silence zurückkehrten, um einen weiteren gemütlichen Abend an Bord zu verbringen.

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Die Baie de Trésor war unser nächstes Ziel und auf diese Bucht waren wir sehr gespannt. Wir hatten im Internet Fotos von Booten gesehen, die quasi in knietiefem Wasser direkt am Strand lagen und das sah unglaublich aus. Das wollten wir natürlich auch gerne versuchen. Also ging es wieder bei Sonnenschein zwischen den Riffen hindurch in die Bucht, wo wir dann auch gleich die Stelle fanden, wo wir unser Boot mit zwei Bugleinen an einem Pfahl festmachen konnten. Danach brachten Jürgen und ich noch einen Heckanker aus, damit unser Boot vom Wind nicht seitlich auf den Strand gedrückt wird und dann war es vollbracht: wir lagen tatsächlich ca. 20m vom Strand entfernt und konnten fast zu unserem Boot laufen. Das war der Hammer! Kai, Helga und Jürgen machten dann noch einen kleinen Spaziergang zu den Klippen und abends genossen wir wieder die himmlische Stille.

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Auch am nächsten Tag ging es wieder recht früh weiter, denn wir hatten die Überfahrt nach Dominica vor uns. Zuerst konnten wir ein Stück segeln, doch dann tauchten immer mehr Fischerbojen vor uns auf und wir wussten irgendwann überhaupt nicht mehr, wohin wir ausweichen sollten, da es nur so von Bojen wimmelte. Und dann passierte es natürlich, das Unglück: wir sahen eine Boje zu spät (Boje ist auch etwas die falsche Bezeichnung; es handelte sich hierbei um durchsichtige 0,5l-Plastikflaschen) und schon hatten wir sie um das Ruder und die Schraube gewickelt. Gut, dass wir den Motor zu diesem Zeitpunkt nicht an hatten. Wir schossen sofort in den Wind und Kai hielt sich an einem Seil fest und sprang ins Wasser, um uns von der blöden Boje zu befreien. Da nach diesem Zwischenfall dann auch noch der Wind nachließ, beschlossen wir die Genua einzurollen und unter Motor weiter zu fahren. So kamen wir zeitig in Roseau an und konnten noch am gleichen Tag einklarieren. Und unterwegs sahen wir als positivie Highlights des Tages erst ein paar Delphine und danach sogar noch zwei Grintwale.

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Nachdem wir einen Tag ausgespannt hatten und lediglich etwas in der Champagner Beach schnorcheln waren, ging es dann auf große Erkundungstour. Wir hatten für einen kompletten Tag einen Führer gemietet, der uns nicht nur zu den von uns gewünschten Orten fuhr, sondern auch gleichzeitig als Wanderführer zur Verfügung stand. Und das war auch dringend nötig. Unser erstes Ziel hieß Victoria Falls und uns war gesagt worden, dass man ca. 40 Min. auf ebenem Weg mit ein paar Flussüberquerungen dort hingelangt. Doch das war leicht untertrieben. Zugegeben der Weg war eben, aber die Flussüberquerungen stellten sich dann doch eher als Flussdurchquerungen heraus, bei denen man teilweise hüfttief im Wasser stand. Helga und Jürgen beschlossen, dass sie sich das nicht antun wollten und warteten in einer kleinen Buschbar auf uns, während Kai und ich mutig unsere Wanderschuhe auszogen und barfuß unserem Führer John hinterher stapften. Kai kam ohne Schuhe ganz gut zurecht, aber mir taten die kleinen spitzen Steine im Fluss ganz schön weh und recht schnell hatte John Erbarmen mit mir und lieh mir seine Badeschuhe. Er war wirklich ein sehr netter Führer, erklärte uns sehr viel und zeigte uns immer wieder wo wir den nächsten Fuß hinsetzen müssen, wenn der Fluss mal wieder mehr als hüfttief wurde. Ohne ihn hätten wir es niemals zu dem Wasserfall geschafft. Aber bei der Ankunft wurden wir für die Strapazen belohnt, denn die Victoria Falls gehören mit zu den höchsten und wasserreichsten Wasserfällen Dominicas. Zur Belohnung gab es im Anschluss einen leckeren lokalen Eintopf in Moses Rastarant, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. Es ging mitten hinein ins Landesinnere, wo sich der Emerald Pool (ein kleinerer aber sehr leicht erreichbarer Wasserfall) befindet. Schließlich wollten wir ja, dass Helga und Jürgen auch noch einen der vielen Wasserfälle Dominicas zu Gesicht bekommen. Spät abends kamen wir dann glücklich aber erschöpft wieder auf unserer Silence an und ließen den Abend bei einem kleinen Snack inklusive Sundowner ausklingen.

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Danach ging es über Portsmouth weiter auf die Saintes, eine Inselgruppe, die zu Guadeloupe gehört. Weil wir den Namen so passend fanden, wollten wir dort Weihnachten verbringen. Da bei uns bisher noch so gar keine Weihnachtsstimmung aufgekommen war, versuchten wir uns beim Sterne und Weihnachtsbäume basteln etwas in Stimmung zu bringen und auch Petrus trug noch seinen Teil dazu bei. Er schickte uns immer wieder kurze aber heftige Regenschauer und senkte die Temperatur auf kalte 25-28°C. Da fühlten wir uns doch fast schon wie zu Hause 😉

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An Abend gingen wir in einem schönen kleinen Restaurant essen, wo wir mit viel Glück den letzten freien Tisch ergattert hatten (alle anderen Restaurants waren ausgebucht). Jürgen und ich aßen Ente, Helga hatte sich für Garnelen entschieden und Kai bevorzugte Pasta mit Langusten-Soße. Das Essen war wirklich ein Traum!

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Nachdem der Ankerplatz dort leider sehr unruhig war, weil immer wieder Schwell von draußen reinkam, der unser Boot durch die Gegend schaukelte wie ein Schaukelpferd, beschlossen wir, unseren Aufenthalt hier recht kurz zu gestalten und weiter nach Guadeloupe zu segeln. Wir schafften tatsächlich die ganze Strecke unter Segeln und kamen nach 4 1/2 Stunden in Le Gosier an, wo wir zwischen der Stadt und einer kleinen Insel mit einem Leuchtturm ankerten. Dort besuchten wir einen lokalen Markt, gingen am nächsten Tag etwas schnorcheln und schauten uns den Leuchtturm aus der Nähe an.

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Die letzten Tage verbrachten wir in bzw. vor Point-à-Pitre (der größten Stadt der Insel), wo Sonntags leider alles total ausgestorben war und wir mit viel Glück ein Café fanden, in dem wir etwas zu trinken bekamen. Am Tag vor dem Abflug von Helga und Jürgen mieteten wir uns ein Auto und machten eine große Inselrundfahrt, bei der wir Wasserfälle und eine Kaffeeplantage besichtigten, einen schönen Ausblick von einem Berg genossen und dann an der gesamten Ostküste von Basse Terre entlang zurück fuhren.

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Und am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Da Helga und Jürgen es etwas einfacher fanden mit ihren Koffern im Hafen von Bord zu gehen, spendierten sie uns und unserer Silence einen Tag in der Marina. Dies war am 30.12., also ganz genau ein Jahr nach unserer Abfahrt von Lanzarote. Somit hatten wir es tatsächlich geschafft, genau ein Jahr lang nur zu ankern und in keinem Hafen zu liegen! Da wir hier unserer lieben Silence endlich mal wieder eine Komplettreinigung mit Süßwasser gönnen konnten, blieben wir noch einen weiteren Tag in der Marina und genossen auch selbst die lauwarme ausgedehnte Dusche mit Süßwasser. Hach, ist das schön, wenn man sich einfach unter das laufende Wasser stellen und ausgiebig duschen kann 🙂

Silvester verbrachten wir somit auch noch in der Marina Bas du Fort. Da in der Marina nicht wirklich der Bär tanzte, beschlossen wir, nach Point-á-Pitre zu laufen, um uns dort ins Silvestergetümmel zu stürzen. Tja, das war ein guter Gedanke, doch leider ist die Stadt nicht nur sonntags ausgestorben, sondern auch zu Silvester waren die Straßen und Plätze gähnend leer. Da wir gesehen hatten, dass ein Kreuzfahrtschiff im Frachthafen lag (es war sogar die Aida) spazierten wir dort hin, in der Hoffnung, dass man den Kreuzfahrern doch bestimmt ein schönes Feuerwerk und etwas Spektakel bieten wird. Doch auch da hatten wir uns getäuscht: die Kreuzfahrer feierten an Bord und wir standen einsam und verlassen vor dem großen Schiff und durften lediglich der Musik und Party lauschen. Das war eines der traurigsten Silvester, die wir bisher gefeiert haben und wir haben Euch alle ganz schrecklich vermisst. So schön es ist, an Silvester nur mit kurzen Hosen und T-Shirt bekleidet zu sein, so traurig ist es auch, wenn man es nicht mit Freunden bei einer schönen Party feiern kann.

So stießen wir dann doch nur bei einem Cocktail in einer Bar in der Marina auf das neue Jahr an und gingen danach ins Bett!

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Karibische Urlaubsgefühle

Das Wichtigste vorweg: leider ist unser alter Provider bankrott gegangen. Daher ist unsere Domain sy-silence.de zurzeit so gut wie nicht mehr erreichbar. Bis auf weiteres findet Ihr unseren Blog unter folgender Adresse: s554728226.online.de/blog

Nachdem wir unsere ersten Besucher in der Karibik am Flughafen von Fort-de-France abgeholt hatten, gab es für uns erst einmal eine vorzeitige Bescherung.

Jochen, Claudia & Jolanda hatten eine ganze Reisetasche voll „Geschenke“ für uns dabei. Wir mussten ja schließlich ausnutzen, dass wir endlich mal wieder Dinge übers Internet nach Hause bestellen konnten und somit hatten wir uns einen neuen Kite inkl. Bar, einen Inverter, eine Stromzange, einen Solar-Laderegler, einige Medikamente, Ersatzteile für die Toilette, Kontaktlinsen, Regenjacken und jede Menge andere Dinge für unsere Silence und auch für uns gekauft. Das war wie Weihnachten und Geburtstag zusammen 😉

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Nach einem Großeinkauf bei Leader Price (wir kauften gefühlt den ganzen Laden leer) waren wir sicher, dass wir in den nächsten 2 1/2 Wochen nicht verhungern würden und die Reise gegen Süden sorgenfrei antreten können. Denn Jochen & Claudia hatten sich gewünscht, ein Wiedersehen mit den Tobago Cays zu feiern.

Unseren ersten Zwischenstopp machten wir auf St. Lucia, wo Kai und ich in der Marigot Bay eine schöne Wanderung unternahmen. Der Beginn war zwar sehr steil, denn teilweise mussten wir uns an Tauen den Weg hochziehen, doch diese Anstrengung hatte sich gelohnt, denn die Aussicht auf die Bucht war wunderschön. Und am Ende durften wir die letzten paar Meter mit einer süßen kleinen Bergbahn wieder nach unten fahren.

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Am übernächsten Tag ging es weiter nach Canouan, wo wir eigentlich nur eine Nacht bleiben wollten, um am nächsten Tag auf die Tobago Cays zu fahren. Doch leider hatten Jochen & Claudia uns nicht nur unsere ganzen Bestellungen mitgebracht, sondern auch einen leckeren Ring Lyoner und eine waschechte deutsche Grippe. Kai hatte es von uns allen am schlimmsten erwischt: er lag mit 39,6 °C Fieber flach und war drei Tage lang ausgeknockt. Aber auch dem Rest der Crew ging es nicht wirklich gut. Jochen und ich waren die ersten, die nach ca. 1 1/2 Tagen wieder auf den Beinen waren und die anderen mit Tee und Saft versorgen konnten. Nee, Eure deutschen Grippen dürft Ihr in Zukunft für Euch behalten; die haben wir bisher nicht wirklich vermisst ;-))

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Nachdem wir alle wieder wohlauf waren, ging es dann endlich weiter auf die Tobago Cays, wo wir drei Tage mit schnorcheln, faulenzen und gemütlichen Spaziergängen verbrachten. Und als absolutes Highlight luden uns Jochen & Claudia an einem Abend zu einem Barbecue am Strand ein. Die Boat Boys haben dort ein paar schöne Picknicktische aufgestellt und bieten wirklich ausgezeichnetes Essen. Für jeden gab es eine halbe Languste, Reis, Gemüse, Platanen und Kartoffeln. Und als Nachtisch bekamen wir einen riesigen Obstteller mit karibischen Früchten. Das war das beste Barbecue, das wir jemals hatten.

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Auf dem Rückweg machten wir unseren ersten Zwischenstopp in Bequia. Nach einem ausgedehnten Strandtag und einem kleinen Spaziergang gingen wir abends in unsere kleine Roti-Bar, damit unsere drei Besucher auch dieses karibische Gericht kennenlernen durften.

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Für den nächsten Tag hatten wir eine Nachtetappe geplant und kamen am frühen Morgen wieder in St. Lucia, dieses Mal jedoch in der Rodney Bay, an. Kai und ich fuhren gleich um 8:00 Uhr zum Einklarieren und baten unsere Gäste derweil das Frühstück vorzubereiten. Als wir das letzte Mal auf St. Lucia waren, hatten wir in ca. 30 Minuten einklariert, doch das sollte dieses Mal nicht so einfach sein. Wir gingen zum Zoll und wurden dort gefragt, ob wir denn schon im Gesundheitsbüro gewesen wären. Wir schauten den Zollbeamten mit großen Augen an und er erklärte uns, dass dies seit neuestem Vorschrift sei (natürlich, auch hier bricht die große Panik wegen Ebola aus). Also gingen wir zu einer netten Dame, die uns gleich mal mehrere Formulare in die Hand drückte. Da ging uns doch schon das Herz auf, denn nichts lieben wir so sehr wie Formulare ausfüllen. Und als wir dann noch erfuhren, dass jeder unserer Gäste sein Formular eigenhändig auszufüllen und zu unterschreiben hat, war die Freude unsererseits riesengroß. Also fuhren wir mit dem Dingi zurück ans Boot, das vor Anker draußen in der Bucht lag. Wir waren ganz schön froh, dass wir nun unseren schönen schnellen 15PS-Motor haben, denn mit unserem alten Außenborder hätten wir dafür schon eine halbe Ewigkeit gebraucht. Nachdem Kai ein zweiseitiges Formular für den Skipper und wir alle ein kleines Formular ausgefüllt hatten, ging es zurück zum Gesundheitsbüro. Dort bekamen wir ein schönes gestempeltes Formular mit dem wir dann zum Zoll geschickt wurden. Uns ist zwar bis heute nicht klar, wie Formulare-Ausfüllen einer Ebola-Epidemie vorbeugen soll, aber die Beamten in St. Lucia werden es wohl wissen. Ich erspare Euch die Details des restlichen Einklarierungs-Prozederes und sage nur, dass wir insgesamt drei (!) Stunden beschäftigt und halb verhungert waren. Eines ist klar: nie wieder zum Einklarieren in die Rodney Bay!

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Am übernächsten Tag ging es dann auch schon wieder zurück nach Martinique, wo Jochen, Claudia & Jolanda noch ein paar schöne Strandtage genossen, während Kai und ich eine kleine Wanderung an der Küste unternahmen. Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen, denn die drei mussten zurück ins kalte, nasse Deutschland.

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Doch bereits wenige Tage später rückte nach eifrigem Wäsche waschen, aufklaren und Besorgungen machen, schon unser nächster Besuch an. Meine Tante und mein Onkel werden uns über Weihnachten bis nach Guadeloupe begleiten und momentan machen wir die Ostküste Martiniques gemeinsam unsicher. Doch davon mehr in unserem nächsten Blog-Beitrag.

Jetzt wünschen wir Euch allen erst einmal sehr stressfreie Vorweihnachtstage und dann ein wunderschönes Weihnachtsfest mit geruhsamen Feiertagen. Und falls wir vorher nichts mehr von uns hören lassen, rutscht gut in ein erfolgreiches, gesundes und erlebnisreiches neues Jahr 2015!

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