Leinensalat

Warum müssen eigentlich immer mehrere Dinge auf einmal passieren?

Vorgestern fuhren wir mit unserer Silence zum Fischerdock, wo wir ein paar Gäste ausladen wollten. Und kurz bevor wir den Anker werfen wollten, stoppte urplötzlich unser Steuerbord-Motor. Mit einem Motor lässt es sich bei langsamer Geschwindigkeit nicht sehr gut manövrieren, also nichts wie schnell Anker runter und dann können wir in Ruhe schauen, was da los ist.

Als unsere Gäste weg waren, versuchten wir den Motor nochmal anzulassen und was soll ich sagen, er schnurrte wie ein Kätzchen. Wir schalteten ihn dennoch gleich wieder aus und Kai checkte alle Schläuche und Filter, ging auch noch ins Wasser, um zu schauen, ob sich vielleicht etwas um unseren Propeller gewickelt hat. Aber er fand nichts! Somit müssen wir jetzt einfach mal hoffen, dass dies ein einmaliger Schluckauf war und der Motor wieder wie gewohnt funktioniert. Also erst mal aufatmen, aber so richtig entspannt sind wir noch nicht wieder.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zurück an unseren vorherigen Ankerplatz und beim Ankern gab es plötzlich im Backbord-Motor ganz komische Vibrationen. Obwohl unser Motor hinten im Heck sitzt, konnte ich das vorne am Bug beim Ankerkette eingraben merken. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was war denn nun los?

Kai setzte die Schnorchelmaske auf, sprang ins Wasser und sah die Ursache sofort. Eine lange Fischerleine hatte sich mehrmals um unseren Propeller gewickelt. Keine Ahnung, wo wir die aufgegabelt hatten, aber glücklicherweise war sie schnell entfernt und hatte keinen Schaden angerichtet. Aber manchmal ist doch wirklich der Wurm drin!

Erneut Silvester in Barbuda

Wie bereits im vergangenen Jahr, feierten wir auch dieses Jahr wieder Silvester in Barbuda zusammen mit zwei Gästen von uns.

Wir hatten leider etwas raue See für den Törn nach Barbuda, doch unseren Gästen machten die 2,80m hohen konfusen Wellen und die 25 Knoten Wind glücklicherweise nicht viel aus. Cheryl war wesentlich seefester als ich und hatte einen Mordsspaß. Bill beschäftigten wir mit angeln und wir hatten auch zwei richtig große Brocken am Haken, doch leider konnte sich der eine bereits beim Einholen losreißen und der andere entkam uns, als wir ihn gerade an Bord holen wollten. Schade, das wäre ein schönes Abendessen geworden. Immerhin fingen wir noch einen kleinen Makrele, der für uns alle als Vorspeise reichte.

Am Silvester-Nachmittag fuhren wir mit dem Dingi zu Enochs Bar Shack-a-Kai. Während Enoch die frischen Langusten halbierte und für den Grill vorbereitete, unternahmen wir einen kleinen Strandspaziergang. Und wie immer waren wir ganz alleine am kilometerlangen Strand.

Als wir zurück kamen, waren die Langusten fertig und wir konnten im Sonnenuntergang unser leckeres Silvestermenu genießen.

Da es nun noch ein paar Stunden hin war bis zum Beginn des neuen Jahres, fuhren wir zurück auf unsere Silence, aßen unser Dessert und köpften schon mal etwas vorzeitig die Flasche Champagner. Um 22 Uhr waren wir alle so müde, dass wir ins Bett fielen und uns den Wecker auf 23:50 Uhr stellten, in der Hoffnung, dass der Barbuda Ocean Club, vor dem wir geankert hatten, uns mit einem schönen Feuerwerk beglücken würde.

Unsere Hoffnung erfüllte sich: wir saßen quasi in der ersten Reihe, als vorne am Strand zu Beginn des neuen Jahres ein wunderschönes Feuerwerk erstrahlte!

Und hier noch ein paar Impressionen unseres Törns (Video):

Britische Weihnachten

Dieses Jahr fand für uns Weihnachten am 25. Dezember statt, denn da feiern die Briten und die Amerikaner traditionell Weihnachten. Und so waren wir am 25.12. bei unseren britischen Freunden Rosie & Peter zum Dinner eingeladen. Unsere anderen britischen Freunde Tim & Gayle waren ebenfalls eingeladen und so begannen wir alle den Abend mit ein paar Drinks. Während die Männer sich an Bier hielten, gab es für uns Mädels French 75, ein leckerer Cocktail mit Champagner, Gin, Zitronensaft und Zucker.

Gayle hatte uns alle Kronen gebastelt, auf denen sie unsere Kite-Spezialitäten hervorhob. Kai war Mr. Foil Speedster und ich Miss High Jumper. Total lustig!

Beim Abendessen gab es reichlich Auswahl: Thunfisch-Filets, Schweinesteak, Hühnchenschenkel, Bratkartoffeln und Rosenkohl. Und der Nachtisch war der absolute Hammer: Rosie hatte extra für uns Mincemeat (kleine gefüllte Teigtörtchen) mit Brandy-Butter gemacht, weil wir das noch nie gegessen hatten. Und Gayle hatte Millionaire’s shortbread mitgebracht. Oh weia, waren wir alle satt!

Dann gab es noch eine andere britische Tradition, die wir nicht kannten: Christmas crackers! Ich dachte, das sei etwas zum Essen, aber in Wirklichkeit war es eher eine Art Knallbonbon. Man musste an beiden Seiten ziehen, um es zu öffnen, es gab einen kleinen Knall und drinnen befand sich ein Witz und ein kleines Geschenk. Die Witze waren teilweise etwas flach, aber es war dennoch total lustig.

Wir finden es einfach immer wieder schön, wenn wir die Traditionen eines anderen Landes kennenlernen dürfen. Welch ein tolles Weihnachtsfest!