Unser übliches Programm in Martinique

In Martinique war wie immer Großeinkauf angesagt. Zum einen galt es unsere ganzen Lebensmittelvorräte aufzufrischen, zum anderen benötigten wir auch wieder einige Ersatzteile für unsere Silence. Unsere Gästetoilette roch bereits seit einiger Zeit nicht mehr so richtig toll und so beschlossen wir alle Schläuche auszutauschen. Wir kauften also neue Schläuche und Kai machte sich sogleich an die Arbeit. Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein richtiger Scheiß-Job! Er entfernte die ganzen alten Schläuche (nach einem Blick in die Schläuche wunderte es uns nicht mehr, dass diese so gestunken hatten) und reinigte die Ventile und die Handpumpe zum Entleeren des Tanks. Es brauchte ihn einen ganzen Tag, um das alles zu bewältigen und am nächsten Tag putzte ich dann einmal komplett durch, um auch noch den letzten unangenehmen Geruch zu beseitigen.

Außerdem benötigten wir einige neue Halterungen für unser Trampolin, einen Block für unser Dingi, Gummileinen für die Mastrutscher, einen neuen Inverter (da unser alter ja in Union Island abgeraucht war), Kabel für den neuen Inverter, Silikon, ein Bootswaschmittel und vieles mehr. Damit waren wir mehrere Tage beschäftigt. Alleine für den Kauf des Inverters gingen wir in vier verschiedene Geschäfte, um zu schauen was es alles gibt. Die Auswahl war nicht zu schlecht, aber die Preisunterschiede waren eklatant: es gab alle möglichen Geräte zwischen €250,- und €1.100,-  und so recherchierte Kai dann erst einmal im Internet, welcher Inverter der sinnvollste für uns wäre. Nachdem wir uns entschieden hatten, kauften wir ihn und Kai baute ihn mitsamt der neuen Verkabelung in einer ganztägigen Aktion auch sogleich ein, damit wir endlich wieder unsere 220 Volt-Geräte benutzen konnten.

Wir waren total happy und kneteten abends gerade den Teig für eine leckere Lauchquiche, als einer der Knethaken an unserem Handrührgerät abbrach. Es war mal wieder typisch: kaum war ein Problem beseitigt, da taucht auch schon das nächste auf. Was nun? Unser Handrührgerät lief schon seit einiger Zeit etwas unrund und dies war wahrscheinlich auch der Grund, warum der Knethaken abgebrochen war. Also wäre es wohl am Besten ein neues Gerät zu kaufen, zumal wir die zugehörigen Knethaken hier sowieso nirgends bekämen. Doch da ich für mein altes Krupps-Gerät ganz viele Zubehörteile (wie z.B. Pürierstab und Mixer) habe, wollte ich gerne wieder ein Handrührgerät von Krupps, damit ich diese Teile weiter verwenden kann. Aber das war hier natürlich nicht zu bekommen. Also kauften wir bei Leader Price ein ganz günstiges Gerät, damit wir auf die Schnelle einen Ersatz haben. Ich kann gar nicht in Worte fassen, welch ein Schrott dies gegenüber meinem vorherigen knapp 40 Jahre alten Gerät ist, das mir meine Tante vor Jahrzehnten geschenkt hatte. Also wenn irgendjemand noch ein altes Krupps-Handrührgerät besitzt, das er nicht mehr benötigt, dann würde ich dieses liebend gerne kaufen, denn ich habe mittlerweile im Internet gelesen, dass auch die neuen Krupps-Geräte nichts mehr taugen! Gibt es denn heutzutage überhaupt keine qualitativ hochwertigen Dinge mehr zu kaufen? Wir sind doch wirklich eine furchtbare Wegwerf-Gesellschaft geworden!

Nachdem dieses Problem also auch erst einmal so halbwegs gelöst war, konnten wir uns endlich an den Einkauf der Lebensmittel machen. Drei Mal verbrachten wir einen Vormittag bei Leader Price und verließen diesen jeweils mit einem bis oben hin gefüllten Einkaufswagen voll Konserven, Küchentücher, Toilettenpapier, Mehl, Zucker, Milch, Limo, u.v.m. für die nächsten 3 Monate. Meine Nachmittage verbrachte ich damit, die Einkäufe zu verstauen, was leider auch nicht ganz reibungslos funktionierte. Beim Umsortieren der Konserven entdeckte ich, dass ein Teil des Stauraums nass war und somit musste ich alles ausräumen und abtrocknen. Und dann galt es natürlich die Ursache hierfür zu finden. Es war mal wieder die Kühlmittelzuleitung unseres Kühlschranks. Diese hatten wir vor ca. einem Jahr mit Bauschaum isoliert, weil sich dort ständig Kondenswasser gebildet hatte. Seitdem hatten wir kein Problem mehr, doch nun bildete sich plötzlich an einer anderen Stelle Kondenswasser. Da diese nur schwer zu isolieren war, beschlossen wir, alles erst einmal so zu lassen und legten eine Windel drunter, um das Wasser aufzufangen bis wir eine andere Lösung gefunden haben. Dann konnte ich endlich alle Konserven verstauen und wir machten nochmal einen letzten Einkauf bei Leader Price, bei dem wir unseren Kühlschrank wieder bis oben hin mit leckerem Käse und Wurst füllten. Somit waren die Einkäufe erledigt und wir beschlossen am nächsten Tag von Le Marin nach St. Anne zu fahren.

Doch hier wurde uns natürlich wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Abends so gegen 18:30 Uhr meinte Kai plötzlich, dass er das Gefühl habe, dass unser Kühlschrank schon seit längerer Zeit nicht mehr lief. Wir schauten hinein, er kam uns in der Tat etwas wärmer vor als normal und so drehten wir den Regler etwas hoch. Doch es passierte nichts! Kai drehte ihn schließlich auf volle Pulle: nichts! Der Kühlschrank war kaputt! Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir Käse und Wurst für 3 Monate gekauft hatten! Ich war am Ende, setzte mich im Salon in eine Ecke und ließ den Tränen freien Lauf! Was sollten wir denn nun mit den ganzen Lebensmitteln machen, die wir gerade für mehrere hundert Euro gekauft hatten? Fieberhaft überlegte ich, wen wir hier in Le Marin kennen, der vielleicht ein paar Dinge in seinen Kühlschrank umlagern könnte. Oder sollten wir zu Leader Price fahren und fragen, ob sie ein paar Kühltaschen mit unseren Lebensmitteln in ihr Kühlhaus stellen können? Ich war am Verzweifeln!

Kai beruhigte mich erst einmal und meinte, ich solle ihm eine Stunde Zeit lassen, um heraus zu finden, was das Problem ist und dann könnten wir entscheiden was wir tun. Doch zuerst einmal musste ich die gesamten Konserven wieder ausräumen, die ich ja gerade am Vortag so schön verstaut hatte, damit Kai an den Kompressor und die ganzen Leitungen heran kam. Ganz toll!

Doch der Aufwand lohnte sich, denn Kai fand innerhalb einer halben Stunde das Problem. Ich bin ja so froh, dass mein Mann so technisch begabt ist! Es war glücklicherweise nicht der Kompressor (der ziemlich teuer gewesen wäre), sondern lediglich der Thermostat. Kai überbrückte diesen und siehe da, unser Kühlschrank funktionierte wieder. Dieses Mal heulte ich vor lauter Erleichterung! Der einzige Nachteil war, dass er nun ständig lief und immer kälter wurde. Und so stellten wir uns für nachts den Wecker, um ihn für ein paar Stunden manuell auszuschalten und dann wieder anzuschalten, damit er nicht völlig vereist.

Am nächsten Tag kauften wir dann gleich einen neuen Thermostat, Kai krabbelte in unsere „Vorratskiste“ und montierte diesen. Der Verkäufer hatte uns noch den Tipp gegeben, diesen nicht wie bisher im Innern des Kühlschranks, sondern außerhalb zu montieren, weil er dann wesentlich länger hält. Gesagt, getan! Er war montiert und der Kühlschrank lief. Doch leider schaltete er sich auch jetzt nie ab. Wir beobachteten die Sache einen ganzen Nachmittag, doch er lief und lief und lief. Da die Leitung zum Kältesensor des Thermostats nun teilweise außerhalb des Kühlschranks oberhalb unseres Kompressors (der Wärme abgibt) verlief, wurde es anscheinend nicht kühl genug und schaltete somit nie ab. Nee, also so ging das ja nicht! Also kroch Kai wieder in die Kiste und schraubte den Thermostat wieder ab und montierte ihn danach im Innern des Kühlschranks. Und nun war erst mal wieder Abwarten angesagt. Und nach ein paar Stunden schaltete er sich tatsächlich ab. Uff, welche Erleichterung! Somit konnte ich dann auch alle Konserven wieder einräumen und es sah nicht mehr aus wie bei Hempels unterm Sofa. Was waren wir froh!

Doch wir hatten uns, wie schon so oft, zu früh gefreut. Denn am nächsten Tag stellten wir fest, dass der Kühlschrank, obwohl er auf der kleinst möglichen Stufe war, gute 5°C kälter war als zuvor und er schon wieder anfing zu vereisen. Das durfte doch wohl nicht wahr sein!

Bei dem neuen Thermostat lag eine kleine Anleitung bei, auf der u.a. alle verfügbaren Thermostate aufgeführt wurden und schnell wurde uns klar, dass wir wohl den falschen gekauft hatten. Es handelte sich bei dem Thermostat zwar um den Original-Thermostat, der für unseren Kühlschrank vorgesehen ist, wir hatten zuvor aber wohl einen anderen. So zog Kai nochmals los und kaufte den anderen Thermostat. Wieder durfte ich die „Konservenkiste“ ausräumen und erneut kroch Kai hinein. Uns stand es mittlerweile Oberkante Unterlippe!

Dann war erneut Abwarten angesagt und dieses Mal schien es endlich zu funktionieren. Wir warteten sicherheitshalber noch einen Tag und dann räumte ich wieder alle meine Konserven ein und wir konnten das Thema Kühlschrank endlich erfolgreich abschließen. Das war wirklich eine schwere Geburt! Und wie es dann weiterging erfahrt ihr im nächsten Beitrag…

Die große Runde zurück nach Martinique

Seit meinem letzten Blogbeitrag ist ganz schön viel Zeit vergangen, aber irgendwie fand ich auf unserer Tour nach Norden einfach nicht die Zeit und Ruhe, um zu berichten, was wir gerade so alles erleben.

Somit werde ich das jetzt in mehreren Beiträgen nachholen. Zuerst ging es für uns Ende Oktober über Nacht von Tobago nach Grenada. Dort lagen einige Bekannte mit ihren Booten und auch auf der Insel selbst haben wir ein paar Freunde. Es war ein großes Hallo, weil wir alle ziemlich genau ein Jahr lang nicht gesehen hatten. Da gab es viele Neuigkeiten auszutauschen und wir trafen uns jeden Abend mit anderen Bekannten. Tagsüber bastelte ich Schmuck, weil die Boutique in Grenada fast alle meine Nespresso-Ohrringe verkauft hatte. Kai wurschtelte am Boot und so vergingen die Tage wie im Flug.

 

Nach 9 Tagen brachen wir dann auf nach Carriacou, wo wir einen alten Freund von uns treffen wollten. Pablo und seine Frau hatten wir im Spätjahr 2014 beim Kiten in Union Island kennengelernt und anschließend hatten wir noch 6 Wochen zusammen in Grenada verbracht, wo sie ihr Boot verkauften, um wieder arbeiten zu gehen. Pablo arbeitete für ein Team im Americas Cup und Elvira hatte einen Job beim Volvo Ocean Race. Und nachdem die Rennen vorüber und die Verträge beendet waren, haben die beiden wieder ein Boot gekauft und waren zurück in der Karibik. Das gab ebenfalls ein großes Wiedersehen und wir hatten uns jede Menge zu berichten.

Außerdem hatte eine Bekannte von uns gerade ein Haus in Carriacou renoviert, in dem sie in Zukunft Appartements vermieten wird und wir trafen uns mit ihr zum Abendessen und bekamen am nächsten Tag eine Führung durch ihr Haus und konnten den Renovierungsfortschritt begutachten. Und wie bereits in Grenada, war ich auch hier wieder eifrig am Basteln. Ein kleines Café an der Strandpromenade verkauft ebenfalls meinen Schmuck. Da das Café so nah am Wasser ist, und mein Schmuck somit durch die salzhaltige Luft total angelaufen war, ersetzte ich alles und war wieder einige Tage nur am Basteln.

Danach ging es weiter nach Union Island, wo wir uns ebenfalls mit alten Freunden trafen. In Union Island ist es für uns immer ein bisschen, als ob wir nach Hause kommen. Als wir zum Einklarieren in Clifton waren, liefen wir keine 50m, ohne dass wir einen Bekannten trafen und mit Freude begrüßt wurden. Für uns als Nomaden, die normalerweise nur ganz wenig Kontakt zu Einheimischen haben, ist das immer wunderschön. Überall sahen wir bekannte Gesichter und wir fühlten uns total heimisch.  

Eigentlich wollten wir in Union Island nur einen ganz kurzen Zwischenstopp von 3 Tagen einlegen, doch dann war so toller Wind, dass wir beschlossen, statt dessen einige Zeit hier zu bleiben und mit unseren Freunden zu kiten und Mexican Train zu spielen (wer das nicht kennt: es ist ein tolles Domino-Spiel, was unseres Erachtens wesentlich mehr Strategie erfordert und dadurch auch viel mehr Spaß macht, als das herkömmliche Domino). Und drei Mal dürft ihr raten, was ich dort sonst noch so gemacht habe. Jawoll, Schmuck gebastelt! Eine kleine Boutique in Clifton verkauft Ohrringe und Armbänder von mir. Sie hatte zwar nicht besonders viel verkauft, aber auch hier war durch die salzige Luft der ganze Schmuck angelaufen und ich musste alles austauschen. In jeder freien Minute war ich am Basteln und so langsam kam es mir nicht mehr wie ein Hobby vor, sondern eher wie Stress. Ist schon komisch, wie etwas, das einem normalerweise so viel Spaß macht, durch Zwang dann auf einmal gar keinen Spaß mehr macht.

Aber auch Kai war gut beschäftigt. Als wir eines Morgens vom Kitesurfen zurück kamen, quoll uns Rauch aus der Gästekabine entgegen. Unser Inverter hatte sich gerade verabschiedet. Ein Kondensator war explodiert und der Inverter war durchgeschmurgelt. Kai raste in die Kabine, entfernte die Kabel und die Halterungen und rannte mit ihm nach draußen, um ihn im Wasser zu löschen. Doch mittlerweile hörte er auf zu rauchen und wir konnten ihn zum Auskühlen draußen hinlegen. Meine Güte, hatten wir einen Schreck bekommen. Wären wir eine Stunde später ans Boot zurück gekommen, wäre unsere Silence eventuell in Flammen gestanden. Nicht auszudenken! 

Nach zwei Wochen verabschiedeten wir uns schweren Herzens und segelten am 24.11. weiter nach Bequia. Am darauffolgenden Tag standen wir morgens um 5:30 Uhr auf und segelten an St. Vincent vorbei nach St. Lucia, wo wir bei Sonnenuntergang unseren Anker in der Rodney Bay in den weichen Sand setzten.

Und gleich am nächsten Tag ging es für uns in einem kleinen Hopp weiter nach St. Anne in Martinique. Und wie es von dort aus weiterging, erzähle ich dann im nächsten Blogbeitrag…

Wir helfen beim Fischen

Da wir uns demnächst wieder auf unsere Migrationstour nach Norden aufmachen wollen, gilt es, hier in Tobago noch ein paar Dinge zu erledigen.

So gingen wir am Dienstag zwei Mal mit insgesamt 7 Kanistern zur Tankstelle, um Diesel und Benzin zu bunkern. Dieses kostet hier nur ca. die Hälfte als auf allen anderen Inseln. Das lohnt sich also.

Außerdem ist auch das Gas unglaublich günstig. Während wir z.B. in Martinique €3,- pro Pfund und in Grenada ca. €0,71 zahlen, kostet es hier lediglich €0,13 pro Pfund. Wahnsinn, oder? Und so marschierten wir gestern nochmals mit 3 Gasflaschen zur Fabrik, um diese füllen zu lassen.

Als wir wieder zurück am Strand waren, wo wir unser Dinghi gelassen hatten, fingen Fischer gerade an ihr Netz auszubringen. Somit war der Zugang zum Meer für unser Dinghi blockiert und wir schauten etwas doof aus der Wäsche. Doch was soll’s, dann helfen wir einfach mit.

Kai schnappte sich ein Ende des Netzes und von überall her kamen noch Touristen und Locals angelaufen und alle fingen kräftig an zu ziehen. Ich schoss ein paar Fotos und half dann auch mit. Die Fischer gaben immer Anweisungen an welchem Ende gezogen werden muss und 45 Minuten später hatten wir alle mit vereinten Kräften das Netz eingeholt und es zappelten ca. 15-20 Fische drin. Eine ganz schön geringe Ausbeute für solch einen Aufwand!

 

Einer der Fischer bot uns für unsere Hilfe sogar einen Fisch an, doch wir lehnten dankend ab. Zum einen hatten wir die vergangenen Tage selbst so viel Fisch gefangen, dass wir nicht schon wieder Fisch essen wollten, zum anderen wollten wir den armen Fischern nicht auch noch ihren Fang schmälern. Und schließlich hatte es uns ja sogar ein bisschen Spaß gemacht 🙂