Lebensmittelpreise

Am nächsten Tag schaffen wir es zu tanken und auch unsere Dinge im Budget Marine zu kaufen. Danach geht es noch zum Supermarkt und da erwartet uns die nächste Überraschung. Waren die Preise bei unserem letzten Einkauf vor etwas mehr als 6 Wochen schon ganz schön angestiegen, so fielen wir jetzt beim Anblick mancher Preisschilder fast in Ohnmacht. 

Ich weiß, dass in Deutschland die Preise auch ganz schön gestiegen sind, aber glaubt mir, im Vergleich zu hier sind die Lebensmittel bei euch immer noch günstig. Ich muss euch mal ein paar Preise auflisten und zum Vergleich habe ich euch die Preise von Rewe in Deutschland in Klammern geschrieben:

1kg Kartoffeln €3,67 (€1,45)
1kg Orangen €8,- (€1,59)
1kg Äpfel €5,24 (€2,99)
1kg lokale Paprika €4,03 (€2,98)
1kg Brokkoli €8,02 (€3,18)
1kg Karotten €3,83 (€0,99)
1kg Weißkohl €3,83 (€1,49)
1 kleiner lokaler Salat €2,20 (€0,89)
1 Eisbergsalat €3,63 (€0,66)
1l natives Olivenöl €12,83,- (€7,99)
10 lokale Eier €3,65 (€2,59)
1 Toastbrot €2,28 (€1,59)

Aber der absolute Wahnsinn war der Preis für Grapefruits. Eine (also eine einzige Grapefruit!) kostet €3,12!

Und die sonst so unglaublich günstige Hähnchenbrust ist auch um fast 60% im Preis gestiegen! An der Supermarktkasse stiegen mir die Tränen in die Augen, als wir für das bisschen Obst, Gemüse und Brot, das da auf dem Förderband lag, mal locker €40,- hinlegten.

Immerhin ist der Preis für unser Lieblingseis gleich geblieben. Dieses ist immer noch spottbillig und kostet nur €2,18 für einen großen Becher! Da gab es gleich mal ein Schokoladeneis zur Aufmunterung.

Ich muss aber natürlich zugeben, dass uns auch der schlechte €-Kurs zu schaffen macht (da wurde für uns mal geschwind alles 10% teurer) und bei den importierten Lebensmitteln kann ich ja einen gewissen Preisanstieg verstehen. Aber bei den meisten Dingen reden wir nicht von kleinen Preisanstiegen. Und dass die lokalen Sachen dann auch so im Preis mitziehen ist für mich nicht verständlich! Das ist doch der helle Wahnsinn! 

Welch ein Glück, dass wir kein Gas zum Heizen, sondern nur zum Kochen benötigen und dass wir als Segelboot nicht viel Benzin und Diesel verbrauchen. Somit knabbern wir immerhin nur an den immensen Preisen für Lebensmittel und Bootsersatzteile!

Zurück in der Zivilisation

Wir segeln von Barbuda zurück nach Antigua. Es ist ein wunderschöner Segeltörn bei bestem Wetter und unterwegs fangen wir noch einen schönen Fisch!

Doch kaum zurück in Antigua, geht uns die „Zivilisation“ auch schon wieder auf die Nerven.
Gleich am Nachmittag fahren wir mit dem Dingi zur Bootstankstelle, um dort zwei Kanister Diesel und Benzin aufzufüllen. Doch bereits als wir am Dock anlegen, kommt der Eigentümer auf uns zu und fährt uns an „If you want to get fuel you need to come way before 4pm!“ (Wenn ihr Sprit wollt, müsst ihr deutlich vor 16 Uhr kommen!). Wir schauen ihn erstaunt an, denn wir wussten nicht, dass er um 16 Uhr schließt. Ansonsten hätten wir es natürlich nie gewagt um 15:50 Uhr hier aufzuschlagen, denn wir wissen ja mittlerweile, dass so etwas in der Karibik gar nicht geht! Aber da nirgendwo an der Tankstelle Öffnungszeiten stehen, ist es schwer zu wissen wann sie geöffnet haben. Na ja, egal, wir sind ja tiefenentspannt, entschuldigen uns und sagen ihm, dass wir gerne am nächsten Tag nochmal kommen.

Also fahren wir weiter zu Budget Marine (dem Schiffszubehörladen). Dieser schließt normal um 16:30 Uhr, da sollten wir also noch in Ruhe unsere benötigten Dinge kaufen können. Im Geschäft müssen wir erst einmal unsere Masken aufsetzten, die Temperatur messen und unsere Hände desinfizieren. Eigentlich ist die Pflicht hierzu in Antigua aufgehoben, aber die Geschäfte können entscheiden es trotzdem noch weiter zu verlangen. Welch ein Unfug!

So, endlich können wir unseren Einkauf beginnen. Doch als wir gerade das erste Ding auf unserer Liste gefunden haben, geht plötzlich das Licht aus. Alle Mitarbeiter sind verschwunden und die Kasse ist geschlossen. Hm, anscheinend wird hier in der Nebensaison früher geschlossen. Hätte man uns ja vielleicht beim Reinkommen mal sagen können, dann hätten wir uns entweder beeilt oder gleich entschieden am nächsten Tag nochmal zu kommen. So fühlen wir uns ganz schön unsanft rausgeschmissen.

Auf dem Rückweg fahren wir noch schnell beim Zoll und der Einwanderungsbehörde vorbei. Wir planen demnächst auszuklarieren und somit frage ich den Beamten vom Zoll höflich, ob sie denn auch über Karneval geöffnet haben. Er schaut mich nur grimmig an und antwortet „Every day from 8 to 4 (Jeden Tag von 8 bis 4).“ Okay, hätte man jetzt auch etwas höflicher sagen können, aber immerhin ist es gut, dass sie nicht geschlossen haben. Aber was ist denn nur los mit den Menschen? Wäre es nicht schön, wenn zur Abwechslung einfach mal alle nett zueinander wären?

Zurück am Boot haben wir mittlerweile etwas mehr Wind und hinter uns liegt ein anderes Boot, dessen Eigentümer anscheinend nicht weiß, wie man sein Großfall wegbindet. Die ganze Zeit schlägt es im Wind an den Mast und macht „klong, klong, klong,…“ Wie kann der Eigner des Bootes das die ganze Zeit aushalten? Uns stört es bereits nach wenigen Minuten.

Später ankert noch ein neues Boot direkt hinter uns. Sie haben zwei Kinder an Bord, die die ganze Zeit schreien, quietschen und heulen und als endlich Stille herrscht, machen die Eltern Musik an. Und das schön laut und schön grässlich. Ja, geht’s noch? So langsam aber sicher sind wir doch ganz schön genervt.

Und als dann noch ein paar Jetskis anfangen um unser Boot herum zu fahren, wünschen wir uns einfach nur sehnlichst zurück nach Barbuda. Was hatten wir in der Low Bay eine herrliche Ruhe. Warum nur müssen andere Menschen immer nur Ärger und einen Höllenlärm machen. Was ist denn los mit unserer Welt?

Wir können uns einfach nicht losreißen,…

…weil es hier in Barbuda so wunderschön ist. Es ist und bleibt einfach eine unserer Lieblingsinseln in den kleinen Antillen.

Auch unser jetziger Ankerplatz liegt wieder an einem kilometerlangen Sandstrand. Seit wir vor fast 14 Tagen vom Coco Point in die Low Bay gesegelt sind, haben wir keinen anderen Menschen getroffen. Ganz selten sehen wir mal ein anderes Schiff, ab und an fahren in der Ferne ein paar Fischer vorbei. 

Wir verbringen die Tage mit kleinen Projekten am Boot, kitesurfen und langen Strandspaziergängen. Auch hier stoßen wir wieder auf Schildkrötenspuren im Sand. Wir folgen diesen vorsichtig und finden zwei Nester. Wenn wir nur wüssten, wann die jungen Schildkröten schlüpfen werden. Das würden wir uns zu gerne ansehen!
Diese unberührte Natur ist einfach ein Traum!

Und manchmal holt sich die Natur sogar ganz schnell wieder ihre Unberührtheit zurück. Wo im Dezember noch eine schöne kleine Strandbar stand, sieht man jetzt nur noch Überreste davon. Das Wasser und die Wellen haben die Bar einfach weggeschwemmt!