Ankern am Spanish Point

Nach ein paar Tagen am Cocoa Point, die wir mit Kaffeeklatsch bei Enoch, kiten und den ein oder anderen Reparaturen verbracht haben, bekommt der Ocean Club neue Gäste. Und diese Gäste sind anscheinend alle Kitesurfer. Gerade kiteten wir noch friedlich zu zweit, als am Strand ein Kite nach dem anderen aufgepumpt und gestartet wird. Am Ende zählen wir 10 Kitesurfer. So viele Leute haben wir hier noch nie gleichzeitig kiten sehen!

Da wird es wohl Zeit für einen Ortswechsel. Wir wollten sowieso mal noch rüber zum Spanish Point, dem südöstlichsten Zipfel Barbudas. Also nichts wie los! Wir verabschieden uns von den Schiffshalterfischen unter unserem Boot und motoren aus der Bucht.

Am Spanish Point angekommen ankern wir zwischen den Riffen im 1,70m tiefen türkisfarbenen Wasser und packen auch gleich unseren Kite aus. Herrlich, hier sind wir wieder ganz alleine!

Segeln entlang des 11 Mile Beachs

Wenn Segeln nur immer so schön sein könnte. Den Strand, den wir ein paar Tage zuvor, in einem mehrstündigen Spaziergang erkundet hatten, segelten wir nun ganz gemütlich entlang.

In 3 bis 5m Wassertiefe und nur ca. 100m vom 11 Mile Beach entfernt, glitten wir in türkisfarbenem völlig glattem Wasser dahin. Der Wind wehte mit ca. 14 Knoten aus 80º und wir segelten mit 7 Knoten. Ich entspannte auf unserem Trampolin und genoss diesen wunderschönen Anblick.

Doch leider konnte es nicht ewig so gehen, sondern nur ein paar Meilen und nach dem Palmetto Point war kreuzen angesagt. Da wir zurück zum Cocoa Point wollten und somit fast direkt in die Richtung aus der der Wind kam, mussten wir mehrfach wenden, um unser Ziel zu erreichen. So wird dann schnell aus einer Entfernung von Luftlinie 5,5 Meilen eine Strecke von 11 Meilen.

Aber auch das Kreuzen machte hier richtig Spaß, denn im Schutz der Cocoa Point Bucht gab es nicht viel Seegang und wir konnten ganz hart am Wind mit 6 Knoten und drei Wenden unser Ziel erreichen. Ein wundervoller Segeltag!

Und zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann noch frischen Fisch. Wir hatten in letzter Zeit nicht viel Glück mit dem Angeln und fingen hauptsächlich Sargassum Seegras, aber ein paar Freunde von uns hatten eine große Königsmakrele gefangen und uns großzügig die Hälfte davon abgegeben. Und so gab es bei uns fünf Tage lang Fisch zum Abendessen. Manchmal ist das Leben einfach nur wundervoll!

Immer wieder Abschied nehmen

Das ist etwas, das ich an unserem Leben auf dem Boot wirklich nicht mag. Wir lernen immer mal wieder nette Leute kennen, so wie jetzt Anja & Ralf, Andrea & Gerhard und Liza & Akko. Man verbringt viel Zeit miteinander, macht zusammen Ausflüge, trifft sich zu Kaffee und Kuchen oder Sundownern, grillt gemeinsam am Strand, lernt Wakeboarden, … Man erlebt eine unglaublich intensive Zeit, wie man sie zu Hause eigentlich nur mit guten Freunden hatte. Die anderen wachsen einem ans Herz, man genießt die Tage, es fühlt sich an wie Urlaub!

Und dann ist die schöne Zeit auf einen Schlag wieder vorbei. Segler sind Vagabunden, jeden zieht es an ein anderes Ziel und die Gemeinschaft löst sich auf. Ob wir uns jemals wieder sehen, steht in den Sternen. Oft ist es ein Abschied für immer!