Wir segeln in die Low Bay

Schon seit 2015 waren wir nicht mehr in der Low Bay gewesen, weil es uns am Cocoa Point so gut gefällt. Doch da es dieses Jahr mit dem Kiten hier nicht so viel Spaß machte, wollten wir unser  Glück mal in der Low Bay probieren.

Wir segelten zuerst mit achterlichen Winden zum Palmetto Point, von wo aus es dann am 11 Mile Beach entlang zum nächsten Ankerplatz ging. Der Name dieses Strandes ist leider nicht mehr ganz korrekt. Denn wo früher tatsächlich ein 11 Meilen langer Sandstrand war, ist dieser nun leider unterbrochen.

Hinter dem langen Strand liegt eine große Lagune und direkt an dieser Lagune liegt die Hauptstadt und auch einzige Stadt der Insel: Codrington. Hurrikan Irma hatte 2017 Barbuda völlig zerstört und dabei auch einen Durchbruch in die Lagune geschaffen. Wir hatten gedacht, dass es sich hierbei um eine ca. 100m weite Öffnung handelt, in Wirklichkeit ist sie aber fast einen Kilometer breit. So kann man nun praktischerweise vom Ankerplatz in der Low Bay mit dem Dingi nach Codrington fahren, der schöne lange Sandstrand ist aber leider in zwei Teile geteilt.

Wir ankerten ganz alleine vor dem südlichen Ende des Durchbruchs und packten gleich unsere Kites aus. Leider ist es durch die größeren Landmassen hinter der Lagune auch hier recht böig. Aber einfach nur am kilometerlangen Sandstrand auf völlig glattem Wasser entlang zu fahren ist wunderbar! Wir glitten durchs türkisfarbene Wasser und hinter uns war nur Strand, Strand und Strand so weit das Auge reicht. Wahnsinn!

Nobu

In der großen Cocoa Point Bucht werden leider nicht nur unzählige Villen gebaut, sondern auch auf dem Gelände des ehemaligen K-Clubs soll ein neues kleines Resort eröffnet werden. Im ehemaligen K-Club pflegte Lady Diana einige Urlaube zu verbringen, doch bereits bei unserem ersten Besuch Barbudas im Jahr 2014 war dieses Resort geschlossen und die meisten Häuser bereits dem Verfall preis gegeben. Hurrikan Irma hatte im Jahr 2017 dann noch ihren Teil zum Verfall beigetragen und die meisten Gebäude zerstört. Schon seit einigen Jahren ging das Gerücht um, dass Robert de Niro sich für das Gelände interessiert und dort eine kleine Hotelanlage errichten möchte. Im vergangenen Jahr wurden dann die meisten Ruinen abgerissen und zwei Häuser renoviert. 

Und Anfang des Jahres erfuhren wir, dass Robert de Niros Joint Venture Ende letzten Jahres in einem der Gebäude ein Restaurant eröffnet hat: Nobu, eine große Restaurant- und Hotelkette hat hier ihr neuestes Restaurant direkt am Strand errichtet.

Das wollten wir uns natürlich auch mal aus der Nähe anschauen und so unternahmen wir einen kleinen Spaziergang. Nobu liegt sehr schön direkt am Meer und man hat eine wunderbare Aussicht auf den kilometerlangen Sandstrand und das türkisfarbene Wasser. Das Essen ist sicherlich auch nicht schlecht, aber nicht ganz unsere Preisklasse.

Und so schlenderten wir gemütlich zurück zu Enochs Bar Shack-a-Kai, wo ein Bier oder eine Limo anstatt US$8 immerhin nur EC$10 (ca. US$3,70) kostet.

Prost und Dankeschön an Stefan, Evi & Joe für Eure Spende!

Uncle Roddy’s

Schon seit Jahren hatten uns immer wieder Freunde und andere Segler von dem kleinen Restaurant namens „Uncle Roddy’s“ erzählt. Aber irgendwie hatte sich nie eine Gelegenheit geboten dort mal hinzugehen. Als uns nun Anja & Ralf fragten, ob wir Lust hätten gemeinsam mit ihnen dort Essen zu gehen, ergriffen wir diese Gelegenheit nur zu gerne. Andrea & Gerhard kamen auch mit und so war unsere deutsche Runde wieder komplett.

Der Sohn des Eigentümers holte uns bei Enoch ab und fuhr mit uns ca. 15 Minuten über eine Sandpiste zum Restaurant. Es liegt in der gleichen Bucht, in der wir auch ankerten, jedoch ein ganzes Stück weiter nordwestlich von unserem Ankerplatz. Mit dem Dingi wäre es zwar auch gut erreichbar, aber der Strand ist dort von Riffen umgeben und keiner von uns wollte es riskieren dort im Dunkeln wieder hinaus zu navigieren. Mit dem Auto war es wesentlich praktischer.

Das Restaurant vermietet auch ein paar kleine Cottages (ab US$350 pro Nacht ohne Verpflegung) und die ganze Anlage sieht sehr idyllisch aus. Auf der einen Seite stehen die Cottages auf ihren Stelzen, auf der anderen Seite das Restaurant und dahinter grasen die wilden Pferde.

Auf der Speisekarte standen Fischgerichte, Chicken Wings, Burger und Pizza. Kai entschied sich als einziger für eine Pizza, wir anderen hatten alle den Burger. Preislich war das ganze natürlich etwas teurer als unsere Lieblings-Burger-Bar in Falmouth, dafür leider nicht ganz so lecker. Aber die Aussicht und das Ambiente waren hier natürlich viel schöner.  Im Sonnenuntergang mit Blick auf Strand und Meer zu speisen, das war wirklich toll. Wiederum ein sehr gelungener Abend mit unseren deutschen Freunden!