Bummel durch Scarborough

Hier in Tobago sind leider manche Dinge etwas komplizierter als auf anderen Inseln. So ist es uns z.B. nicht gestattet, einfach von einer Bucht in die andere zu segeln, sondern wir müssen beim Zoll einen Plan einreichen, sobald wir das eine Zollgebiet von Tobago verlassen und ins andere Gebiet segeln wollen.

Da wir vorhaben, einmal die Nordwestküste hoch zu segeln bis nach Charlotteville, mussten wir also wieder mit dem Bus nach Scarborough fahren, um dem Zoll unsere Pläne mitzuteilen.

Bei dieser Gelegenheit verbanden wir gleich das Notwendige mit dem Angenehmen und schauten uns die Sehenswürdigkeiten dort an. Allzu viele waren es nicht, man konnte sie also locker in einem halben Tag unterbringen. So gingen wir in der sengenden Mittagshitze an den Anstieg zum 130m über Scarborough gelegenen Fort King George. Das Fort war für uns als Europäer nicht übermäßig beeindruckend, aber dafür waren der Park ums Fort und die Aussicht umso schöner. Und als kleine Erfrischung gab es sogar noch eine Kugel hausgemachtes Sauersackeis. Was will man mehr!?

Danach bummelten wir noch kurz durch ein paar Geschäfte, bevor wir zum Botanischen Garten gingen. Glücklicherweise hatte unser Revierführer uns vorgewarnt, dass man ob dieser Bezeichnung nicht allzu viel erwarten sollte. Und so waren wir nicht sonderlich enttäuscht, als uns dort einfach nur ein ganz gewöhnlicher Park erwartete, der auch keinen Eintritt kostete. Wir ruhten uns auf einem schattigen Bänkchen kurz aus, bevor wir uns aufmachten zur Markthalle. Leider waren wir hier jedoch zu spät, da der Markt wohl nur vormittags geöffnet ist. Schade, somit war uns gerade unser letzter Programmpunkt weggebrochen, aber wir sind ja noch eine Weile hier in Tobago und können den Marktbesuch ein anderes Mal nachholen.

Und zum Abschluss noch kurz zwei Fotos: eines zeigt eine normale Palme, eines einen Handy-Masten. Das ist mit Sicherheit der schönste Handy-Mast, den wir je gesehen haben!

Beim Zahnarzt

Am Mittwoch vor zwei Wochen waren wir hier in Tobago beim Zahnarzt und staunten nicht schlecht. Die Praxis sah sehr modern aus und wir wurden persönlich vom Zahnarzt mit einem freudestrahlenden Lächeln begrüßt.

Er holte gleich noch seinen Bruder, mit dem zusammen er die Praxis betreibt, und auch dieser schüttelte uns begeistert die Hände. Die Freundlichkeit der Einwohner von Tobago kennen wir ja bereits, doch dies war uns dann doch etwas zu viel des Guten. Aber schnell verstanden wir, warum wir so überschwänglich begrüßt wurden. Die beiden hatten die Praxis gerade erst am Vortag eröffnet und wir waren ihre zweiten Patienten!

Normalerweise habe ich in einer Zahnarztpraxis immer Schweißausbrüche, doch die Atmosphäre hier war so herzlich, dass ich mich fast schon wohl fühlte. Unsere Probleme wurden begutachtet (Kai hatte zwei Kronen inklusive Füllungen verloren) und ich hatte etwas Probleme mit einem Zahn. Bei Kai wurde sofort mit dem Aufbau der Füllungen begonnen und dann bekam er nochmal einen Termin für vergangene Woche.

Bei mir sollte ein Röntgenbild angefertigt werden, doch da der Röntgenapparat noch nicht da war, bekam auch ich einen neuen Termin.

Somit waren wir am Dienstag nochmal beim Zahnarzt, wo dann unsere Probleme sehr professionell und mit top moderner Ausrüstung beseitigt wurden. Ich bekam sogar kostenlos noch ein neues Schmucksteinchen „angeklebt“, das ich vor mehr als einem Jahr verloren hatte. Solch einen tollen Service hätten wir hier nie erwartet. Tja, die Karibik ist doch immer wieder für eine Überraschung gut! 

Buccoo Goat Race

Ja, ihr habt richtig gelesen, wir waren gestern beim Ziegenrennen!

Dieses Rennen in Buccoo, einem kleinen Dorf am Meer, fand zum ersten Mal im Jahr 1925 statt. Es war ein Unterhaltungssport für arme Leute, die sich keine Pferde leisten konnten. Zuerst fand es auf einer ungeteerten Dorfstraße statt und vor etwas mehr als 20 Jahren wurde dann eine Rennbahn mit Tribünen gebaut.

Und auf einer dieser Tribünen saßen wir gestern und erwarteten mit Spannung unser erstes Ziegenrennen. Um 15 Uhr sollte der Spaß losgehen und fast pünktlich, nämlich genau um 16 Uhr wurde die Nationalhymne gespielt. Dann gab es noch einige Begrüßungsreden, bevor um ca. 16:40 Uhr Programme ausgeteilt und die ersten Ziegen auf die Rennstrecke geführt wurden.

  

Wie auch bei Pferderennen, haben die Ziegen natürlich Namen, wie z.B. Golden Dancer, Explosive Target, Money Maker, Something Brown, Highway Runner, … Und zu unserem großen Erstaunen haben sie auch Jockeys. Und das sind keine kleinen Kinder, sondern ausgewachsenen Männer. Wir schauten uns ziemlich verdutzt an. Die Ziegen wurden mitsamt ihren Jockeys in die Startboxen gesperrt und wir waren ganz aufgeregt, als das Startsignal ertönte.

Ach, welche Gaudi! Denn die Jockeys saßen natürlich nicht auf den Ziegen, sondern hielten die Ziege an einer Leine und rannten hinter ihnen her. Das Regelwerk besagt, dass die Ziege mit ihrem Jockey durchs Ziel kommen muss. Wenn die Ziege also zu schnell rennt und der Jockey die Leine loslässt, weil er nicht mehr mitkommt, ist die Ziege disqualifiziert. Und somit kommt es nicht nur auf die Schnelligkeit der Ziege, sondern auch auf die des Jockeys an. Und sowohl Ziegen wie auch Jockeys gaben alles!

Leider war das erste Rennen sehr schnell vorbei, denn die Streckenlänge beträgt lediglich 100m. Doch es sollten ja noch einige folgen.

Insgesamt gab es acht Rennen in verschiedenen Klassen und vor dem sechsten Rennen gab es auch noch ein Krabbenrennen. Hier konnten sich Zuschauer für ein kleines Antrittsgeld registrieren und teilnehmen. Da wir überhaupt nicht wussten, wie das vonstatten geht, schauten wir aber auch hier lieber nur zu.
Auch die Krabben wurden an Leinen genommen und ihre „Jockeys“ mussten sie so antreiben, dass sie über eine ca. 3m entfernte Ziellinie rennen. Die Krabben waren jedoch total verängstigt, stellten ihre Scheren auf und versuchten in alle möglichen Richtungen zu entkommen. Während wir das Ziegenrennen wirklich spaßig fanden, taten uns die Krabben eher leid. Das war nicht so ganz unser Ding.

Aber die Ziegenrennen waren wirklich der Hammer und nachdem es in den Pausen alle möglichen Leckereien wie z.B. Maiskolben und selbstgemachte Erdnuss-Eiscreme gab, war das für uns ein rundum gelungener Tag!