Kai lernt foilen

Bereits im März hatten wir von Lise & Johan deren altes Foilboard inklusive mehrerer verschieden hoher Masten gekauft und Kai war schon die ganze Zeit heiß darauf, dieses endlich auszuprobieren. Da es jedoch eher ein Board für leichte Windverhältnisse ist und wir in Barbuda die ganze Zeit ziemlich viel Wind hatten, war er bis jetzt noch nicht dazu gekommen.

Doch hier in der Nonsuch Bay hatten wir die letzten Tage nicht sonderlich viel Wind und so konnte Kai endlich den ersten Versuch starten. Johan hatte ihm im März noch ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben und da Kai ja auch ziemlich gut Surfboard fährt, erwartete ich, dass er das Foilen ziemlich schnell lernen wird. Kai war nicht ganz so zuversichtlich wie ich, doch schließlich sollte ich Recht behalten. 

Am Donnerstag unternahm er den ersten Versuch und schaffte es gleich auf Anhieb aufs Board zu kommen. Zwar warf es ihn fast jedes Mal ab, sobald er mit dem Mast aus dem Wasser kam, doch das Rodeoreiten wurde zunehmend besser. Gestern schaffte er es dann bereits über lange Zeiträume richtig zu foilen und heute schmiss es ihn nur noch ab, wenn sich Seetang im Mast verfing und ihn abrupt bremste. Ich muss schon sagen, die Stürze mit diesem Board sehen wirklich spektakulär aus und es ist in der Tat nicht ungefährlich. Deshalb trägt Kai auch einen Helm und er sagte mehrfach, er hätte am liebsten die Schutzkleidung eines Football-Spielers!

Aber sobald man es einigermaßen beherrscht, macht es wohl ziemlich Spaß und man schwebt völlig geräuschlos übers Wasser ! 

Die Gefahren des Spithead-Channels

Als wir von Barbuda zurück kamen, segelten wir zuerst noch in den Northsound von Antigua und ein paar Tage später an der Ostseite der Küste entlang zurück nach Green Island.

Dort kann man eine Abkürzung nehmen und durch den Spithead-Channel in die Bucht fahren. Dieser birgt allerdings ein paar Gefahren, weil er von beiden Seiten von Riffen gesäumt wird und auch lange Zeit die Seekarte nicht wirklich stimmte. Daher sollte man diesen Kanal nur bei gutem Wetter und somit auch guter Sicht befahren. Obwohl wir schon mehrmals durch diesen Kanal gefahren sind und somit auch einen Track haben, würden wir ihn dennoch niemals bei schlechter Sicht oder gar bei Nacht befahren. 

Doch das scheint nicht jeder so zu handhaben, denn vergangenes Jahr bekamen wir von unseren Freunden erzählt, dass ein Katamaran bei Nacht durch den Kanal hinausfahren wollte und dabei aufs Riff lief. Und er war wohl nicht der erste dem das passierte und leider auch nicht der letzte. Denn als wir uns Green Island näherten, sahen wir, dass ein Schiff leider im Spithead-Channel aufs Riff aufgelaufen war. 

Es handelte sich um ein Charterboot der Dream Yacht Charter-Flotte und Freunde erzählten uns, dass das Boot schon mehrere Tage dort auf dem Riff hing. Wie es dazu kam, wusste aber leider niemand.

Am nächsten Tag (Samstag) gegen Mittag kam dann ein Motorboot und versuchte das Schiff vom Riff zu ziehen. Leider erfolglos! Am Sonntag Nachmittag versuchten sie es mit einem stärkeren Motorboot erneut, mussten jedoch wieder bei Sonnenuntergang aufgeben (vielleicht hätte man auch einfach mal morgens damit anfangen sollen…) und am Montag (natürlich wieder am späten Nachmittag) startete der dritte Versuch mit einem großen Schlepper. Und siehe da, bei Einbruch der Dunkelheit hatten sie es endlich geschafft und konnten das Schiff vom Riff bergen und in den nächsten Hafen schleppen.

Warum man das Schiff mehrere Tage dort auf dem Riff inmitten der brechenden Wellen sitzen ließ, ist uns ein Rätsel, aber es scheint ja alles nochmal einigermaßen glimpflich ausgegangen zu sein!

Kai und die Bursitis

Kurz nach dem Besuch von Kais Mutti, klagte Kai plötzlich, dass sein Knie geschwollen sei. Normalerweise heißt es ja: „Sport ist Mord!“, doch das konnten wir nun wirklich nicht unserem Kitesurfen zuschreiben, denn die Tage davor waren wir eher weniger gesurft als normalerweise. Doch obwohl wir weiterhin recht wenig Wind hatten und so gut wie gar nicht surften, wurde Kais Knie von Tag zu Tag dicker. Da es allerdings überhaupt nicht schmerzte, machte Kai dann dummerweise den Fehler sich zu allem Übel auch noch drauf zu knien. Und anscheinend ist ihm dabei der Schleimbeutel geplatzt. Wir konnten dabei zusehen, wie sein Knie innerhalb weniger Minuten anschwoll wie ein Luftballon. Das sah ja mal wirklich eklig aus! Egal wem er sein angeschwollenes Knie zeigte, jeder sagte nur „Ihhh“ und schaute schnell weg.

Wir recherchierten im Internet was zu tun sei, doch außer kühlen, eincremen und Ibuprofen-Tabletten schlucken, konnte man nicht viel machen. Ansonsten hieß es abwarten und zwar bis zu mehreren Wochen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass Kai das überhaupt nicht gefiel, denn schließlich wollte er ja kitesurfen und nicht irgendwo rumsitzen. Doch als wir dann lasen, dass man sich diese Entzündung oft zuzieht, wenn man zu lange mit gebeugtem Knie irgendwo sitzt, ging es ihm gleich wieder besser, denn somit musste er ja nicht zwangsläufig bis zur Heilung aufs Kitesurfen verzichten.

Glücklicherweise hatte es jedoch für einige Tage keinen Wind und wir wollten sowieso mit unserer Silence zu einem kleinen Einkaufstrip nach Jolly Harbour. Denn danach sollte es endlich zu unserer Lieblingsinsel Barbuda gehen. So konnte Kai sein Knie also eine Woche schonen und bis wir in Barbuda ankamen, war die Schwellung schon wieder um einiges zurückgegangen. Doch es ist tatsächlich eine ganz schön langwierige Sache, denn man sieht immer noch eine kleine Beule und das nach nunmehr drei Wochen!