Kitesurfen pur

Unser Alltag besteht momentan aus Brot backen, Wäsche waschen, Reparaturen am Boot und Kitesurfen. Die letzte Woche hatten wir fast immer genügend Wind, mal um mit dem Twintip oder dem Surfboard zu kiten oder wir gingen mit unserem Hydrofoil raus. 

Das Foilen gefällt uns beiden zurzeit am Besten. Da man es vorzugsweise bei wenig Wind macht, herrscht auf dem Bord eine himmlische Stille. Man hört nur das leise Pfeifen der Kite-Leinen und ein ganz leichtes Geplätscher des Wassers, wenn der Mast des Foilboards hindurch gleitet. Ich verspüre immer ein unbändiges Gefühl der Freiheit und vergesse die Welt um mich herum vollständig. Gerade bin ich dabei zu lernen, wie man mit dem Bord eine Halse fährt und dabei muss ich mich so sehr konzentrieren, dass für andere Gedanken kein Platz mehr ist. In diesen Zeiten ist das einfach die schönste Ablenkung der Welt.

Man ist eins mit dem Wasser und dem Wind, die Sonne strahlt und das Wasser leuchtet türkisfarben. Draußen rauschen die Wellen über das Riff und ab und an hört man das aufgeregte Zirpen eines Tropic Birds, wenn man ihm mit dem Kite zu nahe kommt. Welch wunderbare Idylle!

Corona-Update

Hier bei uns auf der Silence geht das Leben fast so weiter wie bisher. Aber natürlich gab es auch in Antigua mittlerweile weitere Maßnahmen.

Nachdem zwei infizierte Touristen eingereist waren und das Virus eine Woche lang über die Insel spazieren getragen haben, hat man am vergangenen Donnerstag endlich auch in Antigua beschlossen, den Flughafen für ankommende Passagiere zu schließen. Zeitgleich wurde die Grenze für Yachten geschlossen, so dass momentan niemand mehr einreisen darf.

Es gibt eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 6 Uhr und alle Restaurants haben geschlossen. Die Minibusse dürfen nur noch 9 Passagiere transportieren, anstatt 15. Ob das wirklich etwas bringt, ist uns nicht ganz klar, denn die Busse sind ja so klein, dass man dann immer noch nur ca. einen Meter vom nächsten Passagier entfernt sitzt. Aber wir meiden die Busse momentan sowieso und waren in den vergangenen 12 Tagen nur zwei Mal kurz am Strand, um unsere Kites zu starten. Die restlichen Tage haben wir vom Boot gestartet, um den Kontakt zu anderen Leuten so gering wie möglich zu halten.

Freunde von uns waren am Samstag einkaufen und haben uns frisches Obst und Gemüse mitgebracht, so dass wir nun für mehrere Wochen versorgt sind.

Nach unserem letzten Kenntnisstand gab es auf Antigua 7 Fälle, aber diese Information ist bereits eine Woche alt und wir sind uns recht sicher, dass es mittlerweile wesentlich mehr sind. 

Doch wie gesagt, für uns hat sich bisher fast nichts geändert. Noch hat uns die Corona-Krise nicht wirklich hart getroffen, denn wir hängen hier an einem unserer Lieblings-Kitespots fest. Das einzig blöde war, dass wir nicht nach Guadeloupe segeln konnten, um unsere Vorräte aufzufrischen. Nun müssen wir halt in den sauren Apfel beißen und den in etwa doppelt oder drei Mal so teuren amerikanischen Junk oder Crap kaufen, den sie hier in den Supermärkten haben. Aber darüber möchten wir nicht jammern, denn es könnte ja viel schlimmer sein.

Wir hoffen, dass es Euch allen gut geht und ihr vielleicht auch etwas die Entschleunigung genießen könnt, die diese Krise mit sich bringt. Bleibt alle gesund und munter und lasst euch nicht unterkriegen!

Wale vor der Willoughby Bay

Auf unserer Fahrt zurück nach Green Island hatten wir übrigens noch ein ganz tolles Erlebnis. Kai rief auf einmal ganz aufgeregt, dass er einen Buckelwal aus dem Wasser hätte springen sehen. Ich hielt nach allen Seiten Ausschau, doch ich konnte nirgends einen Wal erblicken. Immer wieder schauten wir über die Wellen, doch da war nichts. 

Und ungefähr eine halbe Stunde später blieb mir fast die Luft weg. Urplötzlich tauchte ca. 50m schräg vor uns ein Wal auf, schwamm kurz an der Oberfläche und tauchte ganz langsam wieder weg. Wow, so nah waren wir selten an einen Wal heran gekommen. 

Doch es sollte noch besser werden. Weitere 10 Minuten später erblickten wir zwei Buckelwale ca. 20m neben unserem Boot. Sie schwammen kurz mit uns mit, immer wieder sahen wir ihre Köpfe und Rücken aus dem Wasser kommen, bis sie sich schließlich mit einem Flossenschlag von uns verabschiedeten und untertauchten. Welch tolles Erlebnis!